08.03.2020 - 10:57 Uhr
SpeinshartOberpfalz

Kloster und Klosterdorf Speinshart feiern

Mitmachen ist Pflicht beim Fest des Jahrzehnts in Speinshart. Prämonstratenser-Abtei und Gemeinde feiern im Juli 875 Jahre Kloster- und Klosterdorf. Die Vorbereitungen lassen aufhorchen.

Das Kloster ist sich seiner Geschichte bewusst. Im Juli gibt es ein Fest zum 875-jährigen Jubiläum.
von Robert DotzauerProfil

Bereits seit einem Jahr tüfteln Bürgermeister Albert Nickl, Vereine und Kloster an einem Jubiläumsfest, das das Wirken des Klosterdorfes in Erinnerung rufen soll. Unter dem Leitgedanken "Speinshart vo damals bis heid" feiern die Chorherren der Abtei und die Gemeinde das 875. Gründungsjubiläum des Klosters. Über den Stand der Festplanung berichtete Nickl vor der Bürgerschaft. Für die Besucher werden sich vom Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, das historische Klosterdorf und Teile des barocken Klosterensembles für ein vielseitiges Programm öffnen. Dieses soll einerseits den historischen Rückblick berücksichtigen und andererseits den Wünschen der Moderne Rechnung tragen. Als Beispiele nannte der Gemeindechef ein historisches Szenentheater, punktuell im Dorf und im Kloster verteilt, sowie ein zeitgemäßes Show-Programm.

Theater und Feuershow

Viel zu bestaunen wird es auf einem Stationenweg geben. Themen sind unter anderem Aufführungen der Theatergruppe „Kopfnuss“, die Klostergründung durch die Reifenberger, die erste urkundliche Erwähnung, das Speinsharter Schusterstück, einer Moritat von Norbert Dötsch, ein Open-Air-Kino bei Eckhard Bodner, eine Luftartistik- und Feuershow und ein Clownthater. Wie schon vor 25 Jahren zum 850-jährigen Jubiläum will die Stadt Eschenbach für Untaten im Mittelalter das Klosterdorf mit einem Fuder Wein entschädigen. Der Kindergarten lädt zu einer Kunstausstellung und einem Vergleich „Unser Klosterdorf heute und früher“ ein und die Grundschule unterhält mit Liedergeschichten vom Traumzauberbaum. Viele Kinderspiele, Ponyreiten mit der Familie Fröch und zahlreiche Belustigungen, organisiert vom Förderverein des Kindergartens und vom Pressather Fähnlein, ergänzen das Kinderprogramm.

Geheimnis wird gelüftet

Auf dem Stationenweg machen auch die Handwerkersleut neugierig. Zum Teil werden bereits ausgestorbene Zünfte wieder lebendig. Bei ihrer Arbeit zu entdecken sind Zimmerer und Steinmetz, Schmied und Schuster, Korbmacher, Rechenmann und Besenbinder, Buchdrucker und Schreiner. Feldengeschworene verraten das „Siebener Geheimnis“, und auch die Bayerischen Staatsforsten sind präsent. Sie verfügen seit der Säkularisation über die ehemaligen Klosterwaldungen. Auch die Kunst des Nähens und Klöppelns, des Filzens und das Geschick am Spinnrad wird demonstriert. Zwischendrin lädt ein Schnapsbrenner zu einem Gläschen Hochprozentigen ein.

Ein zentraler Punkt ist auch das Anwesen Girisch neben dem Klostergasthof. Auf dem Gelände ist Landwirtschaft aus vergangenen Jahrhunderten zu entdecken. Dreschmaschine, Bindemäher, Dreschflegel, Kartoffelschleuder, Leiterwagen, Getreidemühle, Schleifsteine, eine Holmmaschine und vieles mehr wird zu bestaunen sein. Zu den Akteuren in diesem Bereich gehören auch das Heimatmuseum Oberbibrach, Landwirte und Bäuerinnen, die Schaukäserei von Hannes Hübner, eine besondere Oltimerpräsentation und eine Tierschau. Die Dorferneuerung informiert über die gelungene Dorfsanierung.

Klostergeist geht um

Viel Zuspruch dürfte auch ein Mysterienspiel mit Musik bekommen. „Quousqe tandem?“ - wie lange noch? Diese Frage stellt sich der Klostergeist Nicklein-Merklin. In der Handlung bereut Nicklein seine Tat und sucht um Vergebung. Doch diese kann er nur mit Hilfe der Zuschauer finden. Man darf über die Reaktion der Besucher gespannt sein. Das Mammutprogramm ist nur mit Unterstützung der gesamten Bevölkerung zu meistern. Mit dieser Feststellung verband der Bürgermeister in der Bürgerversammlung die Bitte, sich in das Festprogramm einzubinden.

Kloster und Klosterdorf zusammen werden in diesem Jahr Schauplatz der Jubiläumsfeiern.
Musikalisches Rahmenprogramm:

Blues und Chorgesang zum Klosterjubiläum

Ein Blick auf die voraussichtlichen Themen des Klosterjubiläums zeigt die Vielfalt der Programmpunkte. Das Publikum wird ein noch nie dagewesenes Spektakel genießen können, das schon am Freitag, 17. Juli, mit dem Gastspiel der Musikgruppe „Frontal“ beginnt. Die Speinsharter angelten sich die mehrmals als beste Partyband Deutschlands ausgezeichnete Gruppe. Zu weiteren musikalischen Höhepunkten gehören am Samstag, 18. Juli, die Auftritte der zwei Schulbands des Gymnasiums, mittelalterliche Musik von „Amici Musicae Antiquae“ und die „Bourbon-Blues-Band“ mit Songs aus altem Mississippi Blues und Modern Blues einschließlich Coverversionen aus dem Blues- und Rockgenre. Noch geheim ist eine zusätzlich bestellte Show.

Am Festsonntag dominieren Blech und Holz. Mit dabei sind die einheimischer Klosterbläser, "Amici Musicae Antiquae" gastiert auch am Sonntag, und auch das Gymnasium ist noch einmal mit Blasorchester und mit Chorklassen von der Partie. Kostenproben ihres Könnens zeigt auch die Musikschule im Vierstädtedreieck mit dem Blasorchester, dem Klarinettenensemble, dem Streichorchester und Gesang. Gast ist zudem das Renaissance-Ensemble der Franz-Grothe-Schule Weiden. Eine zentrale Rolle spielt die Blaskapelle aus Dießfurt.

Kloster und Klosterdorf stehen vor einem Großereignis. Unter dem Leitgedanken "Speinshart vo damals bis heid" feiern die Chorherren der Abtei und die Gemeinde das 875-jährige Gründungsjubiläum des Klosters
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