16.02.2020 - 12:43 Uhr
StadlernOberpfalz

Einsatz für grenznahe Heimatgemeinde

Die erste Amtsperiode von Bürgermeister Gerald Reiter geht zu Ende. Der 52-Jährige will sich auch die nächsten sechs Jahre dafür einsetzen, dass sich die Bürger in der Grenzgemeinde Stadlern wohlfühlen.

Gerald Reiter stellt sich eine weitere Amtsperiode als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Stadlern zur Verfügung.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Parteipolitik spielt in der Gemeinde Stadlern bei den Gemeinderatssitzungen keine Rolle - und auch nicht im Vorfeld der Wahlen. Seit den 1960er-Jahren findet sich in der östlichsten Gemeinde des Landkreises nur eine Liste, auf der sich die Kandidaten für den Gemeinderat zur Wahl stellen. Der Name lautet FAG: Für den Aufbau der Gemeinde.

Das gute Miteinander ist es auch, was Gerald Reiter dazu bewogen hat, ein zweites Mal für das Amt des Gemeindeoberhaupts zu kandidieren: "Wir sind nicht immer einer Meinung. Aber wir fassen einen Beschluss, mit dem wir alle leben können und der für den Ort tragbar ist." Der 52-Jährige ist verheiratet und hat eine Tochter. Als ehrenamtlicher Bürgermeister arbeitet er im Hauptberuf als Büroangestellter im 1963 gegründeten Werk Stadlern der Münchner Medizin Mechanik (MMM) - mit rund 250 Beschäftigten der größte Arbeitgeber am Ort. Bis zu seinen Amtsantritt im Jahr 2014 setzte sich Reiter hier zwölf Jahre als Betriebsratsvorsitzender ein. Warum stellt er sich am 15. März wieder als Bürgermeister zur Verfügung? "Weil mir die Gemeinde Stadlern am Herzen liegt", lautet seine Antwort.

Neuer Ansatz für Dorferneuerung

Wie viele Bürger schätzt auch er die herrliche Lage des Bergdorfes (710 Höhenmeter) am Fuße des Reichenstein. Als Vorsitzender des Fördervereins "Burgruine Reichenstein" hofft er auf einen baldigen Abschluss der Sanierung. "Wir müssen unsere schöne und einmalige Heimat schützen", sagt er und verweist auf die Dorferneuerung. Diese wurde 2019 im Gemeinderat beschlossen, konnte aber aufgrund der finanziellen Situation nicht weiter verfolgt werden. "2020 gibt es ein neues Programm mit anderen Möglichkeiten", erklärt Reiter, "vor allem für das ganze Gemeindegebiet und vorrangig für private Vorhaben".

Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine neue Kläranlage, nachdem die bestehende Anlage nicht mehr zugelassen ist. "Obwohl sie aus unserer Sicht noch voll funktionsfähig wäre", ergänzt Reiter. Angepeilt wird eine Zusammenlegung aller vier Gemeindeteile in eine Anlage. Die Feuerwehr Stadlern erhält ein neues Einsatzfahrzeug (MTW) und der Bauhof kann in ein größeres saniertes Gebäude umziehen, welches längerfristig gepachtet werden kann. Dies war ihm bereits ein Anliegen nach dem Amtsantritt im Jahr 2014, ebenso wie die Unterstützung der Vereine.

Junge Leute halten

Stadlern hat ein Gewerbegebiet und mit der Ausweisung eines neuen Baugebiets sollen junge Familien am Ort gehalten werden. "Es ist sehr erfreulich, dass einige wieder zurück in die Heimat kommen. Da können wir sehr stolz drauf sein." Die Einwohnerzahl (aktuell 518) blieb in den vergangenen sechs Jahren nahezu konstant. "Auch die älteren Menschen müssen sich bei uns das Leben so angenehm wie möglich gestalten können", sagt Gerald Reiter und nimmt ein Foto zur Hand, welches ihn mit seiner Oma zeigt - mit fast 91 Jahren die älteste Gemeindebürgerin.

Stadlern gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Schönsee. "Wir werden dort gut unterstützt", so das Lob. Die Kommune im Landkreisosten hat touristisch etwas zu bieten: Das Naturschutzgebiet "Hochfels" gehört zu Bayerns 100 schönsten Geotopen und in Schwarzach führt der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsradweg nach Tschechien. Die grenzüberschreitenden Kontakte zur Nachbargemeinde Rybnik und zur Region Dobrohost will Reiter auch in Zukunft pflegen.

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