05.11.2021 - 15:21 Uhr
Steiningloh bei HirschauOberpfalz

Zigtausend Euro an Spenden für Geschwister in Not

Sebastian (16) und Melanie (19) Hirschmann haben heftige Schicksalsschläge hinter sich. Familienmitglieder sterben, das geerbte Haus in Steiningloh ist halb fertig. Bürger und Unternehmen helfen den Geschwistern daraufhin aus der Patsche.

Sebastian und Melanie Hirschmann sind überglücklich, dass sie von Bürgern und Unternehmen so sehr unterstützt worden sind.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Über das Schicksal der Geschwister Sebastian und Melanie Hirschmann haben wir bereits mehrfach berichtet. Erst starb die Mutter, dann der Opa. Das Haus: mehr oder weniger eine Baustelle.

Maria Koller vom Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht nahm sich des Falls an. Ein Mammutprojekt. Die Spendenaktion, die sie im März ins Leben rief, lief nach ihren eigenen Aussagen zögerlich an. Als Oberpfalz-Medien schließlich über die Hirschmanns und ihr Schicksal berichtete, "war die Unterstützung großartig".

52740 Euro an Spenden

Die Feuerwehr unterstützte bei den Aufräumarbeiten und den Vorbereitungen fürs Verputzen. Unternehmen aus der Region halfen kostenlos oder gaben "große Preisnachlässe", wie Koller erzählt. Der Gegenwert: mehrere Zehntausend Euro. Die kamen auch nochmal durch Spenden von Privatpersonen und Firmen zusammen. Um genau zu sein, insgesamt 52740 Euro. 40000 Euro sind laut Koller davon verbraucht. Ein paar kleinere Sachen seien noch zu erledigen. Mit dem Restbetrag sollen Schulden getilgt werden, die noch vorhanden sind.

Für Koller ganz wichtig: "Das haben wir von Anfang an so kommuniziert." Was passieren kann, wenn nicht geklärt wird, wenn überschüssige Spenden vorhanden sind, zeigt der Fall "Spenden für Basti". Die Eltern des herzkranken Jungen und die Kolpingfamilie Herz Jesu stritten vor Gericht wegen dieses Themas.

"Ein so schönes Zuhause"

Im und am Haus der Geschwister Hirschmann ist in den vergangenen Monaten viel passiert. Klar: Die gelbe Fassade fällt sofort ins Auge. Innen sind Rigipsplatten angebracht, Estrich verlegt, Elektrokabel gezogen, ein Bad installiert, die Treppe belegt und Wände gestrichen worden. Kurzum: Von einer Baustelle ist nichts mehr zu sehen.

Sehr zur Freude von Sebastian Hirschmann: "Ich bin echt überrascht, dass es in so kurzer Zeit ein so schönes Zuhause geworden ist. Und jetzt habe ich endlich ein eigenes Zimmer, wohin ich mich zurückziehen kann." Auch Schwester Melanie äußert sich ähnlich: "Unglaublich, was für uns alles getan wurde – und wie schön und gemütlich jetzt alles ist: das Bad, das Wohnzimmer, mein Zimmer. Nie hätten wir das alleine stemmen können."

Über die Spenden und die Arbeiten am Haus haben wir bereits einmal berichtet

Steiningloh bei Hirschau

Hier geht es zum ersten Artikel über die Geschwister Hirschmann

Ursulapoppenricht bei Hahnbach
Info:

Diese Unternehmer haben geholfen

  • Den Außenputz übernahmen gemeinsam folgende Firmen: Schober Putz und Stuck aus Oberweißenbach, Leipfinger und Bader aus Schlicht, Maxit Baustoffe und Beutelhauser
  • Holzbau Mertel aus Godlricht spendete Spezialsäcke
  • Ulrich Laubberg spendete kostenlose Entsorgung und zusätzlich einen größeren Geldbetrag
  • Nitzbon Ursulapoppenricht spendete die fehlenden Fenster und die Türe für die Garage
  • Gerüstbau Haller kam finanziell entgegen, trotz doppelt so langer Mietdauer
  • Spenglerei Höcherl übernahm Spenglerarbeiten, sanierte, isolierte und dichtete Balkon ab
  • Elektrotechnik Kogelbauer aus Großalbershof überprüfte Elektroleitungen und erneuerte sie teilweise; er gab laut Maria Koller einen "großzügigen Preisnachlass"
  • Trockenbau Wiesnet spendete Material zum Verspachteln der Rigipsdecken und half bei den Arbeiten
  • Firma Paulus hat die Böden komplett gesponsert
  • Baustoffe Meier lieferte das Material für den Estrichunterbau, spendete die Türen und übernahm deren Einbau
  • Sanitär Bieda spendete das Installationsmaterial fürs Bad und der ERSC Amberg sponserte die Badeinrichtung
  • Firma Schmidbauer aus Schnaittenbach übernahm die Fliesenarbeiten

 

 

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