Nach vielen Schicksalsschlägen: Spenden sollen Geschwistern das Elternhaus erhalten

Ein seit Jahrzehnten unverputztes Haus im Kreis Amberg-Sulzbach: Darin lebt eine Familie, die viele Schicksalsschläge erlitten hat. Damit ihr Haus nicht zur Ruine wird, sammelt jetzt der Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht Geld für sie.

Der Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht sammelt Spenden, um einem Geschwisterpaar nach mehreren schweren Schicksalsschlägen sein Zuhause zu erhalten.
von Heike Unger Kontakt Profil

Wer hier öfter vorbeifährt, kennt den Anblick: Ein Haus zwischen Steiningloh und Immenstetten ist schon seit vielen Jahren unverputzt. Tatsächlich steckt hinter dem traurigen Anblick der rohen Fassade auch eine traurige Geschichte, die der Pfarrgemeinderat von Ursulapoppenricht jetzt zu einem guten Ende bringen will. Er startet eine Spendenaktion für die Familie, die in dem unverputzten Haus lebt und einige schwere Schicksalsschläge hinter sich hat.

Maria Koller vom Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht kennt die Betroffenen und auch ihre Situation gut. Sie hat sich jetzt in einem Brief an die Redaktion gewandt, in dem sie die Hintergründe einer Spendenaktion erläutert, die der Rat jetzt in die Wege leitet. Als die damals noch junge Familie, für die die Unterstützung gedacht ist, vor 20 Jahren mit dem Hausbau begonnen hat, habe niemand geahnt, welche Hürden das Schicksal für sie aufbauen würde, berichtet Koller. Da es um schwierige persönliche Umstände geht, will sie öffentlich nicht ins Detail gehen, fasst die Ereignisse aber so zusammen: "Plötzlich stand die junge Mutter mit einem halbfertigen Haus, zwei kleinen Kindern und Schulden für den Hausbau alleine da." Aufgegeben habe die Frau trotzdem nicht: "Tapfer versuchte sie mit Hilfe der Eltern, das Haus bewohnbar zu machen". Es sei trotzdem eher eine Baustelle als eine Wohnung geblieben.

Kein Happy End

Dann schlug das Schicksal erneut zu, berichtet Maria Koller weiter: "Die junge Mutter musste gegen eine schwere Erkrankung ankämpfen." Es gab kein Happy End. "Leider verlor sie diesen Kampf und starb im März 2019." Koller hat das sehr betroffen gemacht. "Wie schwer muss es für die Mutter gewesen sein, ihre Kinder mit Schulden für das Haus zurückzulassen?", sinniert sie. Die Großeltern hätten dann die Betreuung der Enkel übernommen. "Der Opa baute mit jedem Cent, den er erübrigen konnte, weiter am Haus für die Enkel und übernahm auch die monatlichen Raten für das Haus" – bis auch er ein Jahr später starb. So versorge nun die Großmutter mit ihrer Rente die beiden Enkel "und zahlt weiter an dem Kredit, um das Haus für die Kinder zu erhalten".

Das Geld für den dringend benötigten Verputz aber könne sie nicht aufbringen, berichtet Maria Koller. Deshalb wird hier jetzt der Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht mit einer Spendenaktion aktiv. Der fehlende Putz ist nämlich kein optisches Problem: "Da das Haus unverputzt nun seit 20 Jahren dem Wetter ausgesetzt ist, machen sich bereits Schäden an der Bausubstanz bemerkbar", betont Koller. Und verweist auf die Folgen: "Wird nicht bald etwas unternommen, so wird daraus eine Ruine."

Spendenkonto eingerichtet

Um der Familie ihr Zuhause zu erhalten, sammelt der Pfarrgemeinderat Ursulapoppenricht jetzt Geld. Dafür hat er ein Spendenkonto bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach eingerichtet (Kontonummer 21508874, Iban DE06 7525 0000 0021 5088 74, Kennwort Familie in Not). "Da wir es alleine nicht schaffen, hoffen wir auf große Unterstützung", schreibt Maria Koller. Falls mehr Spenden zusammenkommen sollten, als für den Außenputz benötigt wird, soll dieses Geld "für den Innenausbau oder das Tilgen der Schulden verwendet werden".

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