11.10.2020 - 17:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

1. Internationaler Schlackenmarsch nach Bärnau: Kalt und anstrengend

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„Wir sehen uns in Bärnau!“ Es war eine bewegende Rede mit Mut machenden Worten, mit denen der Organisator des Schlackenmarsches Stefan Thar die 45 gemeldeten Teilnehmer am Samstag beim Gasthaus „Zur Waage“ auf die Strecke einschwor.

Insgesamt hatten 45 Teilnehmer die Herausforderung "Schlackenmarsch" angenommen – 24 erreichten das Ziel Bärnau.
von Heidi FranitzaProfil

Die Frage stand so manchem Wanderer oder Zaungast auf die Stirn geschrieben: Wie viele davon wird man nach 22 Stunden und nach 86,4 Kilometern in Bärnau wieder sehen? Zuvor hatten sich Teilnehmer und Helfer im Gasthaus Kreiner bei schmackhaften Nudeln noch gestärkt. Pfarrer Saju Thomas und Pfarrer Roland Kurz hielten am Schlackenberg eine kurze Andacht und schickten die Akteure mit dem Segen Gottes auf den langen Marsch.

Es war eine ganz besondere Erfahrung für mich, ganz einsam und alleine durch die Nacht zu laufen.

Christian Trösch

Christian Trösch

Auf den ersten Kilometern war die Gruppe noch ziemlich dicht zusammen. Nur einer hatte sich schon abgesetzt und war in der Ferne verschwunden. Christian Trösch wollte Durchlaufen und rechnete damit, bereits so gegen 3 Uhr nachts im Ziel einzutreffen. Die erste Verpflegungsstation stand nach 20,9 Kilometern kurz vor Hirschau. In kleinen Grüppchen trudelten die Marschierer ein. Sie hielten sich nicht lange auf, füllten ihre Getränkeflaschen und nahmen sich allenfalls Zeit für einen kurzen Snack.

Mit dem Sonnenuntergang wurde es auch frisch, sehr frisch. An der zweiten Verpflegungsstation nach weiteren 15 Kilometern bei Kohlberg zeigte das Thermometer nur noch 3 Grad an. Die beste Gulaschsuppe der Welt, so der gemeinsame Tenor, wärmte innerlich und stärkte das Durchhaltevermögen. Tapfer hatten es bis hierher bis auf vier Teilnehmer alle geschafft. Allerdings hatte sich das Feld der Marschierer mittlerweile auf knapp eine Stunde auseinander gezogen.

Auf den ersten Kilometern war die Gruppe noch ziemlich dicht zusammen. Nur einer hatte sich schon abgesetzt und war in der Ferne verschwunden. Christian Trösch wollte Durchlaufen und rechnete damit, bereits so gegen 3 Uhr nachts im Ziel einzutreffen. Die erste Verpflegungsstation stand nach 20,9 Kilometern kurz vor Hirschau. In kleinen Grüppchen trudelten die Marschierer ein. Sie hielten sich nicht lange auf, füllten ihre Getränkeflaschen und nahmen sich allenfalls Zeit für einen kurzen Snack.

Mit dem Sonnenuntergang wurde es auch frisch, sehr frisch. An der zweiten Verpflegungsstation nach weiteren 15 Kilometern bei Kohlberg zeigte das Thermometer nur noch 3 Grad an. Die beste Gulaschsuppe der Welt, so der gemeinsame Tenor, wärmte innerlich und stärkte das Durchhaltevermögen. Tapfer hatten es bis hierher bis auf vier Teilnehmer alle geschafft. Allerdings hatte sich das Feld der Marschierer mittlerweile auf knapp eine Stunde auseinander gezogen.

Blasen an den Füßen

Nach weiteren zehn Kilometern bei der dritten Verpflegungsstation trafen die ersten Teilnehmer bereits ein, als die letzten Station Nummer 2 verließen. Die beißende Kälte und die Anstrengung waren hier in vielen Gesichtern abzulesen. Wenn die Blasen an den Füßen immer mehr statt weniger werden, wenn die Muskeln verhärten oder die Gelenke über Gebühr schmerzen, dann ist es vernünftiger, den Marsch abzubrechen. Courage ist, ein Scheitern zuzugeben. Und so war die Station in Neunkirchen für einige Teilnehmer auch Sanitätsstation und Aufgabepunkt gleichzeitig. Sie hatten über die Hälfte des Weges geschafft: Ein Argument, sich auch im kommenden Jahr dieser Herausforderung zu stellen.

Erster Nachtlauf

Nur einer freute sich um diese Zeit schon auf das Ziel und ein warmes Bett. Christian Trösch erreichte um 2.40 Uhr den Geschichtspark in Bärnau. Einsam hatte er die Strecke im Lauf zurück gelegt. „Das war mein erster Nachtlauf gewesen“, erklärte Trösch, „und es war eine ganz besondere Erfahrung für mich, ganz einsam und alleine durch die Nacht zu laufen!“ Das Ehepaar Mühlhofer – 65 und 68 Jahre alt – war das älteste Teilnehmer-Duo und nach dem Läufer um 7.13 Uhr auch als erstes im Ziel.

Viele Teilnehmer bestätigten, wie wichtig die Gruppendynamik und die gegenseitige Motivation war, um den Marsch bis zum Ende durchzustehen. Andy Moser, Zweiter Vorsitzender des Schlackenvereins: „Die Gruppe und natürlich der Wille brachten uns ans Ziel!“

Insgesamt erreichten 24 Teilnehmer das Ziel, auch der Gast aus den Vereinigten Staaten. 21 Personen haben den Marsch vorher beendet. Das sei laut Veranstalter eine stolze Bilanz bei einer Erfolgsquote von über 50 Prozent. Getreu dem schon zum Lockdown gelebten Motto „Bei uns bleibt niemand allen“ ging Organisator und Stadtrat Stefan Thar als letzter durchs Ziel. Er hatte sein Ziel in zweifacher Weise erreicht: Er schaffte die 86,4 Kilometer und erhielt für die Erstauflage dieser internationalen Veranstaltung sehr viel positive Resonanz. Und so schloss er nach der Urkundenverleihung den Marsch mit den Worten ab: „Wir sehen uns spätestens 2021 zum 2. Internationalen Schlackenmarsch.“

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Hintergrund:
  • Internationaler Charakter
    Zuerst glaubte man, dass der Schlackenmarsch durch die Verlegung des Zielpunktes von Tachov nach Bärnau seinen internationalen Charakter verloren habe, aber ein Teilnehmer aus den USA rettete den Anspruch auf Internationalität.
  • Neuer Termin
    Mittlerweile steht der Termin für den 2. Internationalen Schlackenmarsch: Er wird am 9. und 10. Oktober 2021 durchgeführt werden. Als Zielpunkt ist erneut Tachov eingeplant.
  • Altersgruppen
    Vertreten waren alle Altersgruppen von Mitte 20 bis 60plus.
  • Routenführung
    Die Route soll wieder über die geschichtsträchtige Goldene Straße führen.

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