08.04.2021 - 14:54 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ab August Fachakademie für Sozialpädagogik in Sulzbach-Rosenberg

Fast hatte schon keiner mehr daran geglaubt, doch jetzt steht es fest: Sulzbach-Rosenberg bekommt eine staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik. Zum neuen Schuljahr geht es los. Die ersten zehn Anmeldungen sind schon eingegangen.

Die Beteiligten vor dem Gebäude der Berufsfachschule in der Dieselstraße, wo die Fachakademie starten wird (von links): Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, Berufsschul-Leiterin Sabine Fersch, die Berufsfachschul-Chefin Claudia Hanft, der künftige Fachakademie-Bereichsleiter Guido Schwarzmann, Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth.
von Redaktion ONETZProfil

Heimatminister Albert Füracker und Kultusminister Michael Piazolo hatten die Entscheidung am Dienstag schon bekannt gemacht: Am Standort Sulzbach-Rosenberg wird die dritte staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik in der Oberpfalz gegründet. Bereits ab September werden am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum nun auch Studierende betreut. Landrat Richard Reisinger und Schulleiterin Sabine Fersch erläuterten vor Ort zusammen mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Harald Schwartz und weiteren Beteiligten die Details.

„Seit 2019 habe ich dafür gekämpft, dass in Sulzbach-Rosenberg eine staatliche Fachakademie für Sozialpädagogik angesiedelt wird, die dritte in der Oberpfalz neben Neustadt/Waldnaab und Regensburg“, erklärte Reisinger zur Entstehungsgeschichte. Unzählige Telefonate habe er in den vergangenen zwei Jahren geführt: mit dem Kultusministerium, der Regierung der Oberpfalz und nicht zuletzt dem Finanzministerium. Deshalb richtete er seinen Dank sowohl an Piazolo als auch an Füracker. Mit letzterem sei er kürzlich in Kontakt getreten, um für den Standort Sulzbach-Rosenberg zu werben. Mit Erfolg: Der Heimatminister gab das finale Okay für den Standort.

"Versierter Strippenzieher"

Reisingers Dank galt auch dem Landtagsabgeordneten Harald Schwartz, der mit seinem Netzwerk in der Landespolitik maßgeblich bei der Realisierung mitgeholfen habe. Schwartz seinerseits würdigte den Landrat als versierten „Strippenzieher“ für diese wichtige Institution. „Eine Stärkung des beruflichen Schulstandortes und einen wichtigen Standortfaktor für die Ansiedlung von jungen Familien“ sah Bürgermeister Michael Göth mit dem Projekt verwirklicht.

Somit könne die Fachakademie bereits zum 1. August offiziell starten, zunächst übergangsweise in der Dieselstraße. „Mit Fertigstellung des Beruflichen Schulzentrums in der Neumarkter Straße werden Fachakademie, Berufsfachschulen und Berufsschule dann zu einem späteren Zeitpunkt unter einem Dach zu finden sein“, zeigte sich der Landrat sehr zufrieden.

Reisinger weiter: „Die Einrichtung der Fachakademie für Sozialpädagogik am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum ist die perfekte Ergänzung der dort bereits vorhandenen Berufsfachschulen für Sozialpflege, Kinderpflege und Ernährung & Versorgung mit ihren rund 140 Schülerinnen und Schülern.“ Deren Absolventen bekämen mit der möglichen Weiterqualifizierung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin nun eine aussichtsreiche berufliche und persönliche Zukunftsperspektive. Aber auch anderen Bewerbern wie etwa Abiturienten stehe die Fachakademie offen.

Drei Jahre Studium

Die ersten Reaktionen von Schülern der Berufsfachschule für Kinderpflege auf die Einrichtung einer Fachakademie waren durchweg positiv. Von „Das ist ja eine tolle Nachricht“ über „Ich habe großes Interesse und freue mich riesig“ bis hin zu „Mit mir haben Sie die erste Schülerin“ war alles dabei, so die Leiterin des Beruflichen Schulzentrums, Oberstudiendirektorin Sabine Fersch. „Für das Bildungsangebot des Landkreises und der Stadt Amberg stellt die neue Fachakademie, an der zukünftige Erzieher drei Jahre studieren werden, eine wichtige Ergänzung dar“, erklärte sie. In der Region gebe es einen großen und weiter steigenden Bedarf an ausgebildeten Kinderpflegern und Erziehern. Laut Staatsregierung fehlen in Bayern bis 2023 etwa 30.000 Fachkräfte in Kinderbetreuungseinrichtungen.

„Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach kann der Bedarf aktuell nicht gedeckt werden, und aufgrund der laufenden und in Umsetzung befindlichen Planungen der Kommunen für zusätzliche Betreuungsplätze wird sich die Nachfrage nach qualifizierten Erziehern noch weiter erhöhen“, schätzt Fersch. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Erzieher seien nicht auf die bekannten Tageseinrichtungen beschränkt. „Weitere Einrichtungen, die die Erziehung in der Familie unterstützen und ergänzen, sind etwa Kinder- und Jugendzentren, Jugendgruppen, Schulkindergärten, Erziehungsberatungsstellen oder Werkstätten für Behinderte“, berichtete Sabine Fersch. Darüber hinaus seien Erzieher auch in Einrichtungen, die die Familie ersetzen, wie Kinder- und Jugendheimen, Internaten sowie Erholungs- und Kurheimen tätig.

Zugangsberechtigung zur Hochschule

„Und natürlich ist die Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin keine Einbahnstraße. Im Rahmen der Hochschulzugangsmöglichkeiten für beruflich Qualifizierte beinhaltet der Abschluss der Fachakademie außerdem die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung“, so Fersch.

Oberstudienrat Guido Schwarzmann bereitet mit Studiendirektorin Claudia Hanft und dem Lehrerteam schon alles für den Start am 1. August vor. Sie hoffen auf zahlreiche Bewerbungen. „Die ersten zehn sind schon eingegangen“, bestätigte Schwarzmann beim Pressetermin. „Das spornt das Team weiter an.“ Auch einige zusätzliche Lehrerstellen werden für die nächsten zwei Jahre erwartet.

Für Sabine Fersch stellt die Fachakademie eine zukunftsträchtige Erweiterung des Schulzentrums dar. Sie sieht in der Wahl des Standorts zudem eine klare Wertschätzung der Arbeit ihres Kollegiums. Bereits 2018 wurde das Schulzentrum für die hohe Qualität der schulischen Arbeit mit dem „MODUS“-Status ausgezeichnet.

Schon in der Vergangenheit konnte das Berufliche Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg interessante Ausbildungsgänge für sich gewinnen: etwa die Ausbildung Kaufmann/-frau im E-Commerce oder die Ausbildungsberufe Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik.

Informationen zu den Anforderungen und dem Bewerbungsverfahren für die Fachakademie

Das Berufliche Schulzentrum in Sulzbach-Rosenberg ist dem Landkreis auch größere Investitionen wert

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Fachakademie für Sozialpädagogik in Sulzbach-Rosenberg

  • Start:
    mit Beginn des Schuljahres 2021/2022
  • Ausbildungsdauer:
    in Vollzeitform drei Jahre
  • Ausbildungsabschnitte:
    zwei Jahre überwiegend Theorie an der Fachakademie, anschließend ein Jahr Berufspraktikum
  • Bewerbung:
    ab sofort möglich
  • Zulassungsvoraussetzungen:
    1. mindestens ein mittlerer Schulabschluss und eine geeignete berufliche Vorbildung oder alternativ 2. fachgebundene Hochschulreife oder allgemeine Hochschulreife und 200 Praktikumsstunden in einer sozialen Einrichtung
  • Kontakt:
    infobfs[at]bszsuro[dot]de
  • Weitere Informationen:
    https://www.bszsuro.de/schulzentrum/fachakademie.html

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