09.06.2021 - 16:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Alois Karl besucht die historische Druckerei Seidel in Sulzbach-Rosenberg

Der Bundestagsabgeordnete zeigt sich beeindruckt von dem einzigartigen Ensemble, seiner Geschichte und Gegenwart.

Zu Füßen der Minerva stehen vor dem Eingang des Druckereisaals (von links) Stadtheimatpfleger Markus Lommer, Nina Mutzbauer vom Stadtmarketing, Kulturamtsleiter Fred Tischler, Bundestagsabgeordneter Alois Karl und Bürgermeister Michael Göth.
von Externer BeitragProfil

"Über die historische Bedeutung der ehemaligen Seidel-Druckerei weiß Bundestagsabgeordneter Alois Karl schon seit langem Bescheid. Nun hat er sich selbst ein Bild von dem Kulturraum gemacht", heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Bürgermeister Michael Göth, Stadtheimatpfleger Markus Lommer und Kulturamtsleiter Fred Tischler führten den Parlamentarier durch die Räume. Alois Karl sei begeistert gewesen von dem einzigartigen Ensemble, bestehend aus Archivmaterial, Druckereibestand und der original erhaltenen Verlegerwohnung. Die Vertreter der Stadt Sulzbach-Rosenberg stellten dem Politiker auch ihre Pläne zur Folgenutzung vor.

Sulzbachs Druckerei-Tradition lässt sich bis 1664 zurückführen. 1862 zog der überregional bedeutende Verlag J. E. v. Seidel samt Buchdruckerei vom Schloss, wo er seit 1807 untergebracht war, in seinen neu erbauten Druckereisaal am Marktplatz (Luitpoldplatz 4). Besitzer war bereits seit 1854 der Regensburger Friedrich Pustet, der den Sulzbacher Betrieb als Filiale führte und 1877 an Hans Wotschack weitergab. Die weitere Firmengeschichte ist eng mit dem regionalen Pressewesen verbunden. So wurde in diesen Werkstätten bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs die Lokalzeitung hergestellt, deren erste Ausgabe von 1771 datiert. Nach diversen Rückschlägen, unter anderem verursacht durch die Nationalsozialisten, ging der Druckereibetrieb nur noch vermindert weiter, bis er 1976 zum Erliegen kam.

Der Druckereisaal mit seiner interessanten Ausstattung fiel in einen Dornröschenschlaf. Aus diesem wurde er im Sinne Ingo Wotschacks, dem letzten Inhaber der Buchhandlung Seidel und seiner Erben, jüngst geweckt und als Kulturraum mit faszinierender Ausstrahlung öffentlich erschlossen – gerade rechtzeitig zum 250. Geburtstag des Verlagsgründers J. E. v. Seidel im Jahr 2008.

Besuch an der Wiege des Oberpfälzer Zeitungswesens

Sulzbach-Rosenberg

 

 

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