26.07.2021 - 11:07 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ein Angebot zur Entlastung pflegender Angehöriger in Sulzbach-Rosenberg

"Einer trage des anderen Last": Den Auftrag des Evangeliums erfüllt die Ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg seit 48 Jahren. Nun ist mit der Tagespflege ein weiterer sozialer Dienst hinzugekommen.

Diakonin Irene Elsner und Pfarrer Saju Thomas segnen gemeinsam die neue Einrichtung der Ökumenischen Sozialstation. Geschäftsführer Günther Koller (rechts) entzündet das Weihelicht.
von Helga KammProfil

Bei der offiziellen Eröffnung der Ökumenischen Tagespflege in der Asamstraße 4 nahmen Pfarrer Saju Thomas und Diakonin Irene Elsner die Segnung der Räume vor. Ein besonderes Ereignis an einem sonnigen Nachmittag, an dem Benutzer der Einrichtung, das Personal und einige Ehrengäste teilhatten.

„Wir arbeiten ökumenisch, ökonomisch und ökologisch“, fasste Caritas-Geschäftsführer Günther Koller den Auftrag zusammen. Mit der Sozialstation und der Tagespflege komme die Kirche zu den Menschen. Beide Einrichtungen, so der Geschäftsführer, müssten sich finanziell selbst tragen: „Alles, was wir tun, muss selbst erwirtschaftet werden“. Bei der Begleitung und Betreuung Hilfebedürftiger durch Caritas und Diakonie sei die Ökonomie ein Mittel zum Zweck der Versorgung, nicht wie bei privat-gewerblichen Anbietern zum Zweck der Gewinnerzielung. Nicht ohne Stolz wies Koller darauf hin, dass das Gebäude der Ökumenischen Tagespflege vollkommen energieautark ist.

Ergänzend dazu beschrieb Architekt Werner W. Hedrich die Besonderheiten dieses Baues: Photovoltaikanlage, Pkw-Ladestation, Luft/Wasser-Wärmepumpe, Fußboden-Flächenheizung, Lüftungsanlage mit kontrollierter Raumlüftung, Stromversorgung über Photovoltaik-Anlage. „Wir haben ein zukunftsfähiges Gebäude geschaffen“, fasste er zusammen. Statt eines Schlüssels hatte der Architekt ein großes Schild mitgebracht, das an der Asamstraße auf die neue Einrichtung hinweisen wird.

Die Tagespflegeeinrichtung erweitere das pflegerische Angebot in Sulzbach-Rosenberg und sei ein wichtiger Standortfaktor, freute sich Bürgermeister Michael Göth. Sie entlaste pflegende Angehörige und lasse die Betreuten weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Landrat Richard Reisinger hob hervor, dass vom Zukunftsmodell Tagespflege alle Seiten profitierten.

Die ökumenische Segnungsfeier gestalteten Pfarrer Saju Thomas und Diakonin Irene Elsner. Die uns anvertrauten Menschen menschenwürdig pflegen, Gutes tun an Jedermann, anderen das Leben erleichtern - das bezeichneten beide „als das, was Jesus von uns will“. Veränderte Wohn- und Lebensformen mache häusliche Pflege immer schwieriger, deshalb gelte es, Lasten zu verteilen. Die Tagespflege sei ein wertvolles Angebot dafür. Fürbitten und dem gemeinsamen Vaterunser folgte die Segnung der Räume, während Susanne Hiltl von der Berufsfachschule für Musik auf ihrer Querflöte Musik von Telemann darbot.

Eine Lücke bei sozialen Diensten wird geschlossen

Sulzbach-Rosenberg
Anstelle eines Schlüssels übergibt Architekt Werner Hedrich eine Hinweistafel an die Leiterin der Tagespflege, Katharina Morgenstern.
Beim Rundgang durch die neuen Räume (von links): Architekt Werner W. Hedrich, Diakonin Irene Elsner, Geschäftsführer Günther Koller, Pflegedienstleiterin Katharina Morgenstern und Pfarrer Saju Thomas.
Hintergrund:

Zahlen und Fakten zur Ökumenischen Tagespflege

  • Spatenstich: 6. März 2020
  • Richtfest: 15. Juli 2020
  • Inbetriebnahme: 1. Dezember 2020
  • Baukosten: 1,9 Millionen Euro
  • Gästeplätze: 23 (mittlerweile voll belegt)
  • Mitarbeiter/innen: 15
  • Leitung: Katharina Morgenstern;
    Stellvertretung: Theresia Freisinger

 

 

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