12.11.2020 - 20:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Burger-Drive-in: Aktionskunst oder kunstlose Aktion?

Ein improvisierter Burger-Verkauf startete in Sulzbach-Rosenberg als Tagesprojekt am Luitpoldplatz zum Faschingsbeginn. Mit gutem Erfolg.

von Heidi FranitzaProfil

Am 11. November um 11.11 Uhr war Faschingsbeginn. Heuer fielen alle diesbezüglichen Aktionen der Pandemie zum Opfer. Dennoch waren kurz vor 11 Uhr auf dem Luitpoldplatz am Löwenbrunnen vereinzelte Aktivitäten zu beobachten. Eine Holzbude wurde eingerichtet und Markierungen auf dem Boden angebracht.

Alexander Schulze vom Café Stadtgespräch erklärte dazu: "Das soll ein Drive-in für unsere hausgemachten Burger werden." Das Kassenhäuschen besetzte Stefan Thar von der FWU. Ein Hut in Burgerform auf seinem Kopf sollte diese Aktion unterstützend visualisieren, ebenso das Pommes-Frites-Kostüm einer Mitarbeiterin.

Zufällig hatte Roman Friedrich von der Künstlergruppe 81 die Aktion zuerst nachdenklich, aber dann mit Interesse beobachtet. Er äußerte eine differenziertere Meinung zu den Aktivitäten: "In Barcelona, Rom oder London hätte man das als Aktionskunst angekündigt. Immerhin wird hier ein Prozess visualisiert. Obwohl uns Corona weitgehend zum Alleinsein zwingt, ist Solidarität und letztlich auch Zusammenarbeit das Gebot der Stunde."

Roman Friedrich ging noch einen Schritt weiter und brachte seinen der Aktionskunst zugewandten Gedanken auf den Punkt: "Jeder ist für sich allein, abgeschieden von der Umwelt. Der Kassier sitzt abgeschirmt zur Außenwelt in seinem Häuschen. Die Bestellung wird online weitergeleitet. In der Küche arbeitet wieder jemand ganz für sich. Das einzige verbindende Element ist die Mitarbeiterin, die den Burger von der Küche in den Wartebereich bringt. Der Prozess des Alleinseins aber des miteinander Handelns wird hier deutlich gemacht. Es ist auch ein aktuelles Spiegelbild unseres gesellschaftlichen Lebens."

Der Kunstgedanke war für die Beteiligten nicht das auslösende Moment, mit dieser Aktion ein weiteres Kapitel zu dem Motto "In Sulzbach-Rosenberg bleibt niemand allein" hinzuzufügen.

Für Alexander Schulze war es für sein Café Stadtgespräch der Auftakt, seinen "To-go-Dienst" in den Fokus zu rücken. Für Stadtrat Stefan Thar der Ausdruck von Solidarität. "Auch ist die Burgeraktion kein Statement gegen das nicht genehmigte Bauvorhaben Tankstelle mit Fastfood-Restaurant an der B 85, wie ein Passant mich ansprach", stellte der FWU-Vorsitzende richtig. Ob die Geschäftigkeit am Luitpoldplatz Aktionskunst oder eine kunstlose Aktion war, das bleibt der Beurteilung des Betrachters vorbehalten.

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