10.08.2020 - 13:51 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Escape Room in Rosenberg: Ferienspaß für Tüftler

Schnell, die Zeit läuft ab! Und noch sind nicht alle Rätsel im Escape Room in Sulzbach-Rosenberg gelöst. Für drei Freundinnen ist es der erste Ausflug in so ein Rätselhaus. Sie sind sich einig: "Das macht echt Spaß!"

Psst, alles streng geheim - spoilern, also zu viel verraten, würde den Spaß schmälern. Paula Haberberger vom Escape-Room-Team in Rosenberg gewährt trotzdem einen klitzekleinen Einblick ins Rätselhaus. Koffer und Schlösse spielen hier eine große Rolle.
von Heike Unger Kontakt Profil

Für die, die noch nicht dort waren und auch sonst nicht wissen, was hinter dem trendigen Freizeitspaß mit dem englischen Namen steckt: Ein Escape Room ist eine Art Schnitzeljagd in einem speziell dafür "präparierten" Gebäude. Hier lassen sich Gruppen "einsperren", um dann zu versuchen, innerhalb einer vorgegebenen Zeit gemeinsam den Weg heraus zu finden. Das geschieht, indem man allerlei Rätsel löst, die einen Schritt für Schritt weiterbringen. Das Ziel ist meist, aus den Räumen zu entkommen. In Rosenberg geht es aber darum, eine versteckte Räuber-Beute zu finden.

Rätselhafter Wilder Westen

Bis dahin gilt es, vor allem viele Codes zu knacken, die allerlei Schlösser öffnen. Die Geschichte, in die die Rätsel eingebunden sind, spielt im Wilden Westen. Die Macher haben sich viel Mühe gegeben, die entsprechende Ausstattung zusammenzutragen. Dankbar sind sie dem nahe gelegenen Werkhof, bei dem sie sich Möbel ausleihen konnten, und der Stadt Sulzbach-Rosenberg, die die Räume des ehemaligen Regionalladens in der Rosenberger Hauptstraße zur Verfügung stellt. Manches Zubehör stammt auch aus dem privaten Fundus des Escape-Room-Teams.

Ein gutes Motto für einen Escape Room. Tüfteln und auch mal ziemlich um die Ecke denken (und auch schauen) können hier hilfreich sein.

Im Corona-Sommer, der manche Urlaubspläne zunichte macht, kommt dieses Angebot der kommunalen Jugendarbeit (Koja) Amberg-Sulzbach gerade recht. Offenbar nutzen vor allem Daheimgebliebene dieses etwas andere Ferienprogramm: Vor allem Besucher aus dem Raum Amberg-Sulzbach, oft Familien oder auch eine Freundesrunde, buchen einen Ausflug in den Escape Room in Rosenberg, berichtet Paula Haberberger. Sie gehört zum fünfköpfigen Freiwilligen-Team, das dieses Projekt ausgeheckt hat und es auch weiter betreut.

Escape Room in Rosenberg

Amberg

Für Daheimgebliebene

Die jetzt ehemalige Schülerin des Amberger Gregor-Mendel-Gymnasiums und zwei ihrer Mitstreiter hatten 2019 ihren ersten Escape Room in Amberg ausgetüftelt – damals noch auf Anregung ihrer Lehrer als schulisches Projekt-Seminar im Leitfach Kunst. Der Erfolg war groß. Und die Macher hatten so viel Spaß daran, dass sie sofort ja sagten, als jetzt Claudia Mai von der Koja nachfragte, ob sie Ähnliches jetzt noch einmal für die Sommerferien auf die Beine stellen könnten – gerade weil man davon ausging, dass wegen Corona viele ihren Urlaub zu Hause verbringen würden.

Allerdings kam die Anfrage der Koja relativ kurzfristig, im April: Viel Zeit blieb dem Team also nicht, den Escape Room auszutüfteln – zumal die Macher zu diesem Zeitpunkt erst noch ihr Abitur machen mussten. "Anfang Juli haben wir das Inhaltliche geplant", erzählt Paula Haberberger: Innerhalb von zwei Wochen stand das Projekt dann. Haberberger und ihre Mitstreiter von 2019, Moritz Trautmann und Nicolas Kuhn, sowie die beiden "Neuzugänge" Ilona Sommer und Paula Schießlbauer hatten dabei "schon einen gewissen Anspruch", mussten bei manchem aber auch etwas improvisieren. Schließlich war die Zeit knapp, und dann war dieser Escape Room auch nicht auf Dauer geplant, sondern eben bewusst nur für die Sommerferien.

Viel Arbeit, aber auch viel Spaß

Andernorts sind solche Angebote kommerziell und damit auch langfristig angelegt, mit entsprechendem Budget und professioneller Ausstattung. Dafür, meint Haberberger, sei das Einzugsgebiet von Amberg oder Sulzbach-Rosenberg aber einfach zu klein und der Aufwand, vor allem personell, zu groß. Wobei sie nicht ausschließt, dass es noch einmal eine Neuauflage in der Region geben könnte: Mal sehen, welche Gelegenheiten sich auftun und wo es die Teammitglieder nach ihrem Schulabschluss hin verschlägt.

Auch wenn viel Arbeit darin steckt – sowohl in der Vorbereitung als auch in der Betreuung noch den ganzen August hindurch: Haberberger und ihre Kollegen haben selbst viel Freude mit ihrem Escape Room. "Es ist nicht mal der größte Spaß, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen", wenn es um die Rätsel und ihre Umsetzung gehe, meint Haberberger: Noch schöner sei es, den Escape Room dann auch zu betreiben und zu erleben, "wie andere darin ihren Spaß haben".

Wenn's klemmt, gibt's Hilfe

Deshalb sind Mitglieder des Teams auch immer in Hör- und Zuruf-Weite, wenn ihre Gäste mal wirklich nicht weiter wissen. "Die Rätsel sind schon recht schwer", in dieser Einschätzung stimmen Haberberger und auch manche Besucher überein: "Es sind tatsächlich nur sehr wenige, die ganz ohne Tipps durchkommen." Aber das Tüfteln ist schließlich ein Teil der Gaudi. Deshalb ist dieser Escape Room auch erst für Teilnehmer ab zwölf Jahren konzipiert.

Haberberger tröstet alle, die sich vielleicht auch zum ersten Mal in einen Escape Room wagen und mit dem dort nötigen Um-die-Ecke-Denken noch nicht vertraut sind: "Wir können mithelfen. Und es ist auch nicht das Ziel, dass man es auf Teufel komm raus schaffen muss. Es geht in erster Linie darum, dass die Leute ihren Spaß haben."

Die drei Freundinnen, für die es das erste Mal war, hatten ihn. Inklusive überraschender Entdeckungen und manchem Erfolgserlebnis, auch wenn sie's am Ende nicht ganz ohne Hilfe geschafft haben.

Hintergrund:

Der Escape Room in Rosenberg

  • Der Escape Room befindet sich im ehemaligen Regionalladen im Sulzbach-Rosenberger Stadtteil Rosenberg, Hauptstraße 30 (Nähe Maxhütte).
  • Hinweis für Ängstliche: Gespielt wird in zwei relativ dunklen Räumen mit schwachem Kerzenlicht.
  • Es gibt Parkplätze in der Nähe.
  • Willkommen sind Besucher ab zwölf Jahren in Gruppen von mindestens vier, maximal acht Personen.
  • Der Eintritt kostet fünf Euro für Schüler, acht Euro für Erwachsene.
  • Die Teilnehmer haben eine Stunde Zeit, alle Rätsel zu lösen.
  • Es gelten die allgemeinen Corona-Regeln für Innenräume; die Teilnehmer müssen Daten angeben, die eine Nachverfolgung von Infektionsketten ermöglichen. Sie müssen während des Aufenthalts im Escape Room Mund-Nase-Masken tragen.
  • Nach jeder Besuchergruppe werden die Gegenstände im Escape Room desinfiziert.
  • Eine Anmeldung vorab ist erforderlich; möglich ist sie übers Internet (https://koja-as.de/escaperoom); auf der Website können sich Interessierte einen Termin aussuchen (es gibt noch freie Termine). Die Anfrage wird meist innerhalb eines Tages per E-Mail bestätigt.
  • der Escape Room ist ein Angebot der kommunalen Jugendarbeit Amberg-Sulzbach (09661/52858).
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