17.10.2019 - 15:10 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Feuerwehr-Experten für Chemie und Gas

Was passiert, wenn eine gefährliche Flüssigkeit austritt oder gar zu brennen beginnt? Dann sind die Spezialisten der Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach gefordert.

von Florian Schlegel (egl)Profil

Wenn es um Einsätze mit Chemikalien oder Gas geht, schaltet sich der Fachbereich Gefahrgut der Kreisbrandinspektion ein. Die Experten trainieren regelmäßig. Diesmal in den Sulzbach-Rosenberger Kläranlage.

Eine Zusatzausbildung

Der Fachbereich Gefahrgut existiert seit 2006 und steht unter der Leitung von Kreisbrandmeister Alexander Graf aus Ursensollen, den sechs Ausbilder aus dem ganzen Landkreis unterstützen. 120 Amberg-Sulzbacher Feuerwehrleute haben die Zusatzausbildung "Chemikalienschutzanzug-Träger" (CSA-Träger). Diese Spezialisten können bei einer Großschadenslage nachalarmiert werden, um die Kräfte vor Ort abzulösen oder zu unterstützen.

Zu den Aufgaben des Fachbereichs gehört auch eine flächendeckende, einheitliche Ausbildung der Feuerwehren. Derzeit bieten sie fünf verschiedene Module an. Das Gefahrgut-Team übernimmt auch die Schulungen für die Grundausbildung der aktiven Feuerwehrleute. Außerdem begleiten Alexander Graf und seine Truppe Einsatzübungen mit Gefahrgut.

Damit auch die CSA-Träger selbst bestens geschult sind, absolvieren sie in regelmäßigen Abständen eine Wiederholungsübung. Diesmal ging es in der Sulzbach-Rosenberger Kläranlage für 21 Teilnehmer um das Thema "Messen" mit acht Ausbildern. Die Fachbereiche Gefahrgut und Atemschutz arbeiten hier eng zusammen.

Theorie und Praxis

Nach einem zweistündigen theoretischen Unterricht im Gerätehaus der Feuerwehr Rosenberg ging es zur Kläranlage. Dort mussten die Feuerwehrleute sieben Station durchlaufen. Nach dem richtigen Anlegen eines Chemikalienschutzanzuges ging es zum Erkunden (Erkennen einer Gefahrenstelle mit Schilden und Kennzeichnungen). Bei einem Gefahrguteinsatz muss auch mit Messstreifen und Gas-Prüfröhrchen gearbeitet werden: Das ist gar nicht einfach in einem solchen Anzug.

Zum Schluss mussten mit Hilfe einer Wärmebildkamera die Füllstände verschiedener Behälter bestimmt werden. Abschließend wurden die Teilnehmer noch dekontaminiert - dabei wird ihre Ausrüstung gesäubert, in diesem Fall mit Hilfe der Feuerwehr Neukirchen.

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