14.03.2019 - 14:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Frau attackiert Polizisten

Exzessive Gewalt gegen Polizeibeamte häuft sich. Am Sonntag schlugen acht Südosteuropäer in Regensburg drei zivile Kräfte krankenhausreif. Jetzt hat Sulzbach-Rosenberg eine Attacke mit einem verletzten Polizisten.

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Auslöser war ein amtsbekannter 36-Jähriger. Delikte wie Körperverletzung, Diebstahl und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz weist sein Vorstrafenregister aus. Seit Mittwochnachmittag kommen weitere Einträge hinzu. Da wurde zunächst die Polizei informiert, dass im Stadtgebiet ein Mann die Seitenscheibe eines geparkten Autos eingeschlagen und den Seitenspiegel abgerissen hat. Auf den ersten Blick Tagesgeschäft für die Ordnungshüter. Daraus allerdings entwickelte sich eine ganze Reihe weiterer Straftaten.

Los ging's gegen 15.30 Uhr, als der Mann die Fahrzeugschlüssel für den Wagen seines Bruders von dessen Partnerin verlangt hat. Doch sowohl die Frau als auch der Bruder weigerten sich. Nicht ohne Grund, denn der 36-Jährige hat keinen Führerschein. Das löste Rachegefühle bei dem Vorbestraften aus: Deshalb beschädigte er den in der Grafmühlstraße abgestellten Opel Astra. Der enttäuschte Mann schlug den Außenspiegel ab und beschädigte die Fahrerseite.

Danach verschwand der Randalierer in seiner nahen Wohnung. Eine Streifenbesatzung kam zum Ort des Geschehens und wollte den Verdächtigen wegen der begangenen Sachbeschädigung zur Rede stellen. Den Beamten war der 36-Jährige aus einer Vielzahl von anderen Vorfällen als gewalttätig bekannt, hieß es dazu im Bericht von Hauptkommissar Peter Krämer, stellvertretender Leiter der Inspektion in Sulzbach-Rosenberg. Die Ordnungshüter wussten zudem davon, dass der rabiate Kerl mit einem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft wegen Diebstahls gesucht wurde. Deshalb forderten sie über die Einsatzzentrale eine weitere Streife zur Unterstützung an.

Beim Betreten der Wohnung gab die Lebensgefährtin an, der Gesuchte sei nicht daheim. Eine Durchsuchung brachte keinen Erfolg. So rückten die Uniformierten wieder ab und stiegen in ihre Dienstautos. In diesem Moment unverrichteter Dinge. Als sie jedoch ums Eck bogen, sahen sie den Gesuchten gerade noch im Augenwinkel auf dem Balkon unterhalb von seiner Wohnung stehen. Offensichtlich war er vor der Polizeiaktion auf den darunter liegenden Balkon einer Nachbarwohnung geklettert. Als er bemerkte, dass die Beamten stoppten und zurückkehrten, kraxelte er wieder nach oben und verschwand in seinen Räumen.

Doch beim zweiten Einsatz schnitten die Beamten den Fluchtweg ab und drangen zur Wohnung vor. Gegen den ausdrücklichen Willen der Lebensgefährtin: "Die 38-Jährige verwehrte den Zutritt und gab sich wenig kooperativ", so der amtliche Bericht. Nach eindringlicher Belehrung wurde sie zur Seite geschoben. Sie indes reagierte wie eine Furie, gab sich äußerst aggressiv und ging auf die Beamten mit lautem Geschrei los.

Sie war kaum zu bändigen, schlug einem Polizeimeister (22) gegen die Schläfe und trat ihm mit dem Fuß in den Genitalbereich. Alles vergebens: Der Angriff ging ins Leere, die zornbebende Frau wurde gefesselt und ruhiggestellt. Die Unterstützungsstreife der Verkehrspolizeiinspektion war ebenfalls mit in der Wohnung und entdeckte den Gesuchten hinter einer Türe in seinem Versteck. Auch er leistete erheblichen Widerstand gegen seine Festnahme. Er wurde zu Boden gebracht und gefesselt. Hierbei wurde er leicht verletzt.

Das Duo stand erheblich unter Alkoholeinfluss. Ein Test ergab bei beiden einen Wert von jeweils über 1,2 Promille. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Blutentnahme an, die im St.-Anna-Krankenhaus erfolgte.

Nachdem ein Arzt die Haftfähigkeit des 36-Jährigen bescheinigt hatte, wurde dieser in die Justizvollzugsanstalt Amberg gebracht. Dort muss er nun seine Haftstrafe von sieben Monaten für den abgeurteilten Diebstahl verbüßen und auf sein weiteres Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und anderer Delikte warten.

Seine Lebensgefährtin wird wegen versuchter Gefangenenbefreiung, tätlichen Angriffs und Körperverletzung angezeigt. Der leicht verletzte Beamte begab sich in ärztliche Behandlung, blieb aber dienstfähig.

Der Fall in Regensburg

Regensburg

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.