Fraunhofer Umsicht forscht in Sulzbach-Rosenberg an Prozessen zur CO2-Einsparung

Sulzbach-Rosenberg
24.01.2023 - 14:41 Uhr

Das eine Projekt arbeitet mit Gärresten aus Biogasanlagen, das andere mit nicht-metallischen Resten von Altfahrzeugen: Daraus will das Institut Fraunhofer Umsicht für die bayerische Wirtschaft noch viel herausholen.

Beim Gespräch im Institut Fraunhofer Umsicht: (von links) Abteilungsleiter Kreislaufwirtschaft Alexander Hofmann, Abteilungsleiter Energietechnik Robert Daschner, die Landtagsabgeordneten Harald Schwartz und Petra Loibl sowie Institutsleiter Matthias Franke.

Der European Green Deal, das Bundes-Klimaschutzgesetz und das Klimaschutzgesetz Bayern geben Rahmenbedingungen vor, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken und Klimaneutralität bei der Produktion anzustreben. Nicht nur die Hersteller selbst sind hier gefragt, sondern auch die Politik, um Forschung und Entwicklung für neue Lösungen anzuschieben. Im Sulzbach-Rosenberger Institut Fraunhofer Umsicht informierten sich die Landtagsabgeordneten Petra Loibl, Mitglied im Arbeitskreis Umwelt und Verbraucherschutz, und Harald Schwartz über zwei zukunftsweisende Projekte. Kerstin Schreyer, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung, folgte den Vorträgen per Videokonferenz.

Im Bereich der Biomethanisierung arbeitet Fraunhofer Umsicht an Alternativen zu Erdgas, die zum Beispiel aus minderwertigem Holz, Gärresten aus Biogasanlagen oder Klärschlämmen gewonnen werden. Der Leiter des Sulzbach-Rosenberger Instituts, Professor. Dr.-Ing. Matthias Franke, sah darin einen weiteren Schritt zur Unabhängigkeit Deutschlands von Gas-Importen. "Binnen zwölf Monaten könnte das Arbeitspaket mit Technikumsversuchen, Bewertungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zum Abschluss gebracht werden", glaubte er, machte das aber von entsprechenden Geldmittel abhängig.

Der zweite Ansatz nimmt die Automobilindustrie in den Blick; Bayerns bedeutendster Wirtschaftszweig mit rund 200.000 Beschäftigen. Die Verpflichtung zu klimaneutralen Komponenten ist ab 2038 bindend. Der Druck auf die Zulieferer steigt. Vereinfacht gesagt, geht es um Kunststoffteile aus wiederverwertetem Kunststoff. Ein Projekt beschäftigt sich mit der sogenannten "Schredderleichtfraktion aus Altfahrzeugen". Gemeint sind damit nicht-metallische, brennbare Reste des Zerkleinerungs- und Trennprozesses, die bislang meist mit hohen Kosten energetisch verwertet wurden. Auch in diesem Fall hielt der Institutsleiter einen Ablaufplan von zwölf Monaten für realistisch.

Welche Summen denn hier im Spiel seien, wollte die Landtagsabgeordnete Loibl wissen und war überrascht, dass jedes Projekt mit rund 500.000 Euro realisiert werden könne. "Von beiden Maßnahmen könnte langfristig die bayerische Wirtschaft im Bereich des Anlagenbaus und der Abfallwirtschaft profitieren", war Franke sicher.

In der Technikhalle ließen sich die Abgeordneten die Arbeitsweise von Versuchsanlagen zeigen. "Das ist ein großer Vorteil des Instituts Fraunhofer Umsicht hier in Sulzbach-Rosenberg", sagte Dr.-Ing. Robert Daschner, der Abteilungsleiter für Energietechnik. "Für beide Projekte haben wir Grundlagen und entsprechende technische Anlagen bereits erarbeitet und können darauf zurückgreifen. Das erklärt auch die kurze Projektdauer von zwölf Monaten."

 
 

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