09.07.2020 - 16:16 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Für 8,5 Millionen: Waldbadsanierung ab Herbst

Das Sulzbach-Rosenberger Waldbad soll ein Ganzjahresbad werden. Die Sanierungspläne beinhalten auch den Neubau einer Rutschenanlage und – perspektivisch – einer Schwimmhalle. Wegen den Baumaßnahmen könnte die Badesaison 2021 ganz ausfallen.

Das Nichtschwimmerareal soll in zwei Becken getrennt werden: Ein Aquafit- und ein Lehrschwimmbecken. So können zwei Gruppen gleichzeitig die Becken nutzen. Links im Hintergrund soll künftig ein Rutschenhügel mit einer Turbo-Slide-, einer Röhren- und einer Breitwellenrutsche stehen. Dies soll das Bad besonders für die Jugend noch attraktiver machen.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Das Waldbad soll umfassend modernisiert und teilweise erweitert werden. Die Pläne hierzu sind weit gediehen. Experten beauftragter Ingenieurs- und Architekturbüros haben deshalb den Mitgliedern des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses des Stadtrats die Details vorgestellt. Die insgesamt rund 8,5 Millionen Euro teuren Baumaßnahmen sollen noch diesen Herbst beginnen. Sie werden sich voraussichtlich über das komplette kommende Jahr erstrecken. Ziel ist die Eröffnung des runderneuerten Waldbades mit dann auch neuen Attraktionen und einer veränderten Beckenstruktur zur Badesaison 2022.

Laut Markus Pichler vom gleichnamigen Architekturbüro sind drei Bauabschnitte (BA) geplant: 1 a, 1 b und 2. Im BA 1 a soll das 50-Meter-Schwimmbecken durch ein neues Edelstahlbecken ersetzt und auf Höhe der Wärmehalle und des Nichtschwimmerbeckens angehoben werden. So will man den neuen Anforderungen zur Barrierefreiheit gerecht werden.

Becken in zwei Teile trennen

Das Bestandsbecken des Nichtschwimmerbereichs wird in der Hälfte in Ost-West-Richtung in zwei separate Beckenteile – ein Lehrschwimmbecken und ein Aquafit-Becken – getrennt. So können zwei Schwimmlerngruppen getrennt unterrichtet werden. Die Abbrucharbeiten von Dach und Erdgeschoss der Wärmehalle sollen schon im Herbst beginnen. Der Keller mit der Badewassertechnik bleibt erhalten und wird saniert. Ebenfalls noch im BA 1 a soll die neue Wärmehalle ausgebaut werden, um mehr Platz für Umkleiden und Duschen zu erhalten.

Hallenbad auf Liegewiese geplant

Ziel ist, das Gebäude später einmal (im zeitlich noch nicht bekannten BA 2) als Foyer und Eingangsbereich einer möglichen neuen Schwimmhalle zu nutzen. Ein solches Hallenbad könnte dann auch im Winter genutzt werden und würde in nördlicher Richtung als Verlängerung an die Wärmehalle angebaut – dorthin, wo momentan noch eine Liegewiese ist. Für den Bau dieser Schwimmhalle gibt es aber noch keinen Zeitplan. Abhängig von der Finanzlage kann dies womöglich erst Ende der 2020er Jahre realisiert werden. Ebenfalls noch als Teil von BA 1 a sollen der Einschwimmkanal erneuert, Wege barrierefrei gebaut und eine Triple-Slide-Breitwellenrutsche nahe dem Nichtschwimmerbecken gebaut werden.

Die Wärmehalle wird durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Künftig kann das Gebäude weiter als Wärmehalle und später auch als Foyer für eine daran angebaute Schwimmhalle dienen. Diese wird auf der Liegewiese, die im Bild zu sehen ist, errichtet – wenn genügend Geld da ist.

Rutschenhügel mit Turbo-Rutsche

Im BA 1 b folgen schließlich die Sanierung des Springerbeckens (bleibt in erhöhter Lage), das Bademeister-Häuschen und der Neubau eines Rutschenhügels mit zwei weiteren Rutschen: Einer Röhren- und einer Turbo-Slide-Rutsche.

Florian Barth (JU) erkundigte sich, ob die kommende Badesaison "zumindest in Teilen zu retten" ist. Daraufhin sagte Architekt Markus Pichler, dass zwar die Möglichkeit bestünde, die Bauarbeiten im Sommer 2021 zu unterbrechen, um eine verkürzte Badesaison zu ermöglichen. Allerdings: "Wenn wir das machen, verlieren wir jeglichen Zeitpuffer für den Winter. Nur, wenn wir im Sommer durcharbeiten, können wir sicherstellen, dass wir pünktlich zur Saison 2022 öffnen können." Ob dies so kommt, entscheidet sich bis zum Herbst.

Mit einer Gegenstimme genehmigten die Stadträte die vorgestellte Planung ohne Reduzierungen.

Im Waldbad sind strenge Corona-Regeln zu beachten.

Sulzbach-Rosenberg
Finanzierungsplan Waldbadsanierung:

Fördergeld von Regierung der Oberpfalz erwartet

Zu den Kosten für die Bauabschnitte (BA) 1 a und 1 b kommt die sanierungsbedürftige Wasserentsorgung des Waldbads. Weil sich das Freizeitgelände in einer Talsenke befindet, muss nämlich regelmäßig Hang- und Schichtenwasser abgeleitet werden. Um das künftig möglichst wirtschaftlich zu gestalten, soll ein Schmutzwasserkanal zum Pumpwerk Oberschwaig errichtet werden.

Der Stadtrat hat im Haushalt 2020 folgenden Finanzierungsplan bis 2024 geplant: 2020: 738 700 Euro; 2021: 3 200 000 Euro; 2022: 2 200 000 Euro; 2023: 2 000 000 Euro; 2024: 450 000 Euro – eine Gesamtsumme von rund 8,5 Millionen Euro. Bei der Regierung der Oberpfalz wurde ein Antrag auf Förderung eingereicht. Ein positiver Bescheid steht aktuell jedoch noch aus, weil eine detaillierte Kostenberechnung nachgereicht werden muss.

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