06.10.2021 - 17:09 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ganz schwieriger Testfall für den Enkel aus New York

"Es gibt so viele schlimme Geschichten in den Medien, einmal sollte auch eine gute erzählt werden": Das ist der Grund, warum sich eine Bürgerin aus Sulzbach-Rosenberg an Oberpfalz-Medien wandte mit der Bitte, doch darüber zu berichten.

Für den Rückflug nach New York benötigen Passagiere einen PCR-Test. Diesen hätte ein junger New Yorker, der seine Oma in Sulzbach-Rosenberg besuchte, beinahe nicht rechtzeitig bekommen.
von Helga KammProfil

Was war passiert? Der Enkel einer älteren Sulzbach-Rosenbergerin, Kian, 18 Jahre alt, der mit seinen Eltern in New York lebt, kam zu einem Kurzbesuch nach Deutschland, um sich an der Uni in Berlin über die Möglichkeit eines künftigen Studiums zu informieren. Drei Tage seines einwöchigen Aufenthaltes zweigte er ab, um seine Oma in Sulzbach-Rosenberg zu besuchen. Die Freude war groß, „denn eineinhalb Jahre konnten wir uns wegen der Pandemie nicht mehr sehen“, beschreibt die Oma ihre Gefühle.

Kian kam am Donnerstagnachmittag in Sulzbach-Rosenberg an, wollte bis zum Sonntag bleiben und am Montagmorgen mit dem Zug zum Flughafen Frankfurt fahren. Was vor seiner Reise nicht lückenlos geklärt war, wurde nun zum großen Problem: der für den Rückflug erforderliche PCR-Test. In den Flieger am Montag um 13.30 Uhr in die USA durfte nur jemand mit einem vor 48 Stunden ausgestellten Test. Kian und seine Großmutter versuchten nun auf verschiedenen Wegen, zu einem solchen Test zu kommen. Das Krankenhaus lehnte ab, die Apotheken waren geschlossen, bei einem Arzt ging nur Impfen, aber das hatte Kian ja bereits zweimal hinter sich. Der Test am Frankfurter Flughafen vor dem Abflug hätte bedeutet, dass Kian bereits einen Tag früher aus Sulzbach hätte abreisen und sich dort ein Hotelzimmer hätte nehmen müssen. Von den Kosten in Höhe von 239 Euro für einen jungen Mann gar nicht zu reden.

Total aufgelöst

„Wir waren total aufgelöst, wussten uns keinen Rat mehr“, erinnert sich Kians Oma. Im Impfzentrum des LCC in Sulzbach-Rosenberg kam dann ganz unerwartet Hilfe. Einer der Ärzte, die dort Dienst taten, war Dr. Sascha Zeis. Er sah die Notlage Kians und bot selbstlose Hilfe an, „falls alle Stricke reißen“. So kam es, dass der Sulzbach-Rosenberger Arzt den jungen New Yorker am Sonntagmittag zum Nürnberger Flughafen fuhr, wo er seinen PCR-Test machen konnte. Die Rückfahrt mit der Bahn war kein Problem, und am Montagmorgen bestieg Kian wiederum den Zug, um in Frankfurt seinen Heimflug anzutreten – mit dem gültigen Testergebnis in der Tasche.

„Ich hatte Tränen in den Augen“, beschreibt die Oma die unerwartete Hilfe. So viel Selbstlosigkeit habe sie nie erwartet. Sie sei dem jungen Arzt überaus dankbar, und Kian habe bereits dessen Adresse und Handy-Nummer, um sich bei einem eventuell künftigen Besuch des Nothelfers in den USA dankbar erweisen zu können.

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Kian aus New York freute sich über die Hilfe im Impfzentrum.

„Eineinhalb Jahre konnten wir uns wegen der Pandemie nicht mehr sehen.“

Kians Oma aus Sulzbach-Rosenberg

 

 

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