Angenommener Ernstfall
Ein Ausfall der Wasserversorgung in Sulzbach-Rosenberg kann entweder durch massive Beschädigungen am städtischen Leitungsnetz mit über 100 Kilometern Länge zustande kommen oder auch auf einen Stromausfall größerer Ordnung zurückzuführen sein. „Meistens handelt es sich bei uns um kleinere Stromausfälle von kürzerer Dauer, die bis dato die Wasserversorgung aufgrund der Bevorratung in den Hochbehältern noch nicht beeinträchtigten. Würde ein Stromausfall aber länger als einen Tag dauern, beginnt für uns die kritische Phase“, weiß Roland Kraus.
Vorrat in den Hochbehältern
Für das Gebiet der Doppelstadt stehen drei Hochbehälter - Annaberg mit 2500 m3, Eichelberg mit 3000 m3 und Rummersricht mit 500 m3 Trinkwasservolumen - zur Verfügung. Wie der Stadtwerkeleiter angibt, werden pro Tag im Sommer durchschnittlich zwischen 4000 und 4500 m3 Wasser von privat, Industrie und Gewerbe verbraucht, im Winter etwa 3000 m3. „Es ist also durchaus möglich, mit den über Nacht gefüllten Hochbehältern etwas mehr als einen Tag Stromausfall - bei dem dann keine Wasserförderung aus den vier städtischen Brunnen möglich wäre – zu überbrücken.“
Längerer Stromausfall
Sollte es absehbar sein, dass es sich um einen längeren Stromausfall handelt - infrage kommen dafür Schäden an einer Trafostation, an einem Umspannwerk oder an Überlandleitungen, die wiederum durch technische Mängel, Unwetter, Sabotage, Terror, Cyberangriff oder Kriegshandlungen hervorgerufen werden könnten – müssen die Sulzbach-Rosenberger Stadtwerke in den Notfall-Modus umstellen.
Notfall-Plan der Stadtwerke
Gehen die Sulzbach-Rosenberger „Wassermänner“ von einem längeren Stromausfall aus, durch den die Wasserförderung in den Brunnen I bis III im Haselgraben sowie im Brunnen IV in Breitenbrunn ausgefallen ist, wird das sechsköpfige Bereitschaftsteam der Stadtwerke alarmiert, die im Wasserwerk sowie an allen relevanten Orten der Wasserversorgung die technischen Gegebenheiten überprüfen. „Zur Not können wir natürlich einen Schichtbetrieb fahren, um permanente Präsenz zu garantieren“, sagt Roland Kraus.
Überbrückung des Stromausfalls
Da die Wasserförderung aus den Brunnen mit strombetriebenen Pumpen funktioniert, muss die Ausfallzeit mit Notstrom, den ein mobiles 180 kvA-Notstromaggregat liefert, überbrückt werden. Außerdem gibt es bei den Stadtwerken noch kleinere Notstromaggregate für technische Geräte, die bei Ausfällen ebenfalls zum Einsatz kommen. „Unser Notstromaggregat-Anhänger kann zu den verschiedenen Brunnen gefahren und dort für die benötigte Pump-Zeit problemlos angekoppelt werden. Auch die übrige Infrastruktur der dort jeweils vorhandenen Wassertechnik wird so immer gleich mitversorgt. Läuft das Aggregat an einem Standort etwa drei bis vier Stunden, bedeutet das eine Fördermenge von rund 2000 m3 Wasser, die wir in die Hochbehälter pumpen.“
Versorgung aller Stadtteile
Mit den flexiblen Pumpzeiten und der dadurch wieder möglichen Befüllung der Hochbehälter können alle Stadtteile mit Wasser versorgt werden. Für die höheren Bereiche, wie etwa Feuerhof, Gallmünz oder Rummersricht, gibt es den dortigen Hochbehälter und das Überpumpwerk am Feuerhof, die die Versorgung sicherstellen. Möglich wäre die Befüllung der Hochbehälter nach Angaben der Stadtwerke von allen Brunnen aus. „Sollte ein längerer Ausfall klar erkennbar sein, würden wir die gesamte Wasserversorgung über den Hochbehälter am Eichelberg laufen lassen, da sich dessen Lage für die gesamte Drucksituation im Stadtgebiet am besten eignet. Bei zu hohen Drücken könnte das Leitungsnetz auf Dauer Schaden nehmen, was wiederum Reparaturtrupps nötig machen würde. Im Katastrophenfall wären so Engpässe beim Personal vorprogrammiert, wobei sicherlich auch der Bauhof und andere Hilfskräfte eingebunden werden“, sagt Kraus. Er verweist auch auf die Zuständigkeit des Landratsamtes im Katastrophenfall, das nach einer ersten Zeitspanne die Koordination aller Maßnahmen übernehmen würde.
Vorrat und Probelauf
Damit das große Notstromaggregat auch laufen kann, ist sein 500 Liter-Dieseltank immer bis zum Rand gefüllt. Darüber hinaus werden als permanente Notfallreserve auf der Bauhof-Tankstelle für das Aggregat der städtischen Wasserversorgung 1000 Liter Diesel bevorratet. „Wir können mit dieser Treibstoffmenge den Pumpenbetrieb und somit auch die Wasserversorgung der Stadt Sulzbach-Rosenberg eine ganze Woche sicherstellen“, so der Verantwortliche. Neben der technischen Wartung des Notstromaggregats und den TÜV-Prüfungen wird es einmal pro Monat durch das Personal der Stadtwerke einem Funktionstest unterzogen. Viermal im Jahr läuft es an den Brunnen-Standorten in Echtzeit und pumpt dabei auch Wasser in die Hochbehälter.
Zweckverband-Verbund
Eine zusätzliche Möglichkeit der vorübergehenden Versorgung nennt Kraus mit dem Notverbund der umliegenden Wasserzweckverbände, der zusätzlich die kurzfristige Bereitstellung von Wasser für Sulzbach-Rosenberg gewährleisten könnte.


























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