Wie kam es zum neuen MH-Zukunftskonzept?
Ende August 2021 wurde ein ganzes Ideenbündel – hauptsächlich initiiert von Fraunhofer Umsicht – zur Folgenutzung des etwa 30 Hektar großen Westgeländes der Maxhütte öffentlich vorgestellt. Unter dem Titel Maxhütte-Innovations-Campus (MHCI) könnte nach Vorstellung von Institutsleiter Professor Matthias Franke und Frederik Betsch, zuständig für Strategie, Marketing, Kommunikation, ein Leuchtturmprojekt für die Energie- und Rohstoffversorgung entstehen.
Wie lauten die Kerninhalte des MHCI-Konzepts?
Wie von Fraunhofer zu erfahren war, gehe es im wesentlichen um ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes Nachnutzungsszenario für das Maxhüttengelände. Durch die Ansiedlung von Hochschulen, Ausbildungsstätten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Wohnungen soll am Ende ein wirtschaftsstarker Zukunftsort geschaffen werden. Schwerpunktmäßig sollen dort nachhaltige energie- und umwelttechnische Lösungen für die Praxis entwickelt werden – als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung, Bildung und Wirtschaft.
Welche Schritte folgten zur Realisierung des Konzepts?
Nach der ersten Vorstellung des Konzeptes, das eine klare Fraunhofer-Handschrift in punkto Technologie-Kompetenz für Klimaschutz trägt, sollte ein Fachbüro dessen Machbarkeit untersuchen. So fand es den Weg zur DSK (Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft), die untersuchte, inwieweit sich die Vorstellungen für das riesige Gelände umsetzen lassen. DSK-Vertreterin Bianca Eder stellte das Endergebnis der Studie am Dienstag, 27. Juni, den Stadträten im Rathaus vor.
Wie lauteten die Fragen der Entwickler von DSK?
Zunächst fragten Bianca Eder und Fabian Hoehne unter anderem nach Rahmenbedingungen, Bereitschaft der Akteure zur Umsetzung des Projektes, Flächenlayout, Finanzierbarkeit, Einbindung von politischen Stellen und dem zeitlichen Rahmen. Der Prozessablauf startete im April 2022 mit der Standortanalyse und mündete nach der Wirtschaftlichkeitsprüfung im Juni 2023 in die Handlungsempfehlung.
Welche Interessenten wollen sich beim Konzept einbringen?
Bei einer Informations- und Dialogveranstaltung im November 2022 brachten sich unter anderem OTH, Invest in Bavaria, Regierung der Oberpfalz, IHK, Denkmalschutz und die Max Aicher Immobilien Holding in die Diskussion mit ein. Insgesamt gab es sehr große Zustimmung zum Konzept, gefordert wurden dabei regionale Kooperationen und Vernetzungen als Kern.
Wie sieht DSK den weiteren Ablauf?
„Bei der Einrichtung der Basisinfrastruktur mit den Themen Erschließung und Energie denken wir an ein Integriertes Mobilitäts- und an ein Energetisches Quartierskonzept“, so Bianca Eder. Nach der Ankernutzung etwa durch Fraunhofer mit Forschungsförderung und Anschubfinanzierung könnten weitere Ansiedlungen folgen. Hierbei sollten Wirtschaftsförderung einbezogen und ein Marketing aufgebaut werden. Am Ende stünde dann die Herausbildung eines neuen Quartiers mit kontinuierlicher Vernetzung und Kooperation.
Gibt es ein Entwicklungsleitbild für den Innovations Campus?
Ja, als Fokus-Thema wird darin die Kreislaufwirtschaft genannt. Die Ankernutzung betreffe ein Entwicklungs- und Innovationszentrum, etwa unter der Federführung von Fraunhofer Umsicht. Außerdem sollte es einen Nutzungsmix aus Wissenschaft, Forschung, Anwendung, Gewerbe und Bildung geben. Zusätzlich werde an Wohnraum gedacht, den auch Studenten und Mitarbeiter nutzen könnten. Für ein Integriertes Mobilitätskonzept denkt DSK an alternative Angebote, weitestgehend autofrei mit Fuß- und Radwegen. „Das Kulturzentrum Hochofen-Plaza muss weiterhin der zentrale Identifikationsort und deshalb auch erhalten bleiben“, war Eders Überzeugung.
Wie lautet das Fazit der DSK?
Das Konzept „Maxhütte-Innovations-Campus“ ist realisierbar. Ansiedlungsinteresse konnte in ausreichendem Maße nachgewiesen werden. Als Betreibermodell wird ein Teil- oder Gesamterwerb durch die öffentliche Hand mit Aufnahme in die Städtebauförderung empfohlen. „Der Zeitplan der Sanierung des Westgeländes entscheidet über die weitere Entwicklung, weshalb eine sofortige kontinuierliche Projektsteuerung und Umsetzungsbegleitung notwendig ist“, resümierte die DSK-Vertreterin vor dem Ratsgremium. Zudem wies sie auf vielfältige Fördermöglichkeiten hin.
Wie bewertet der Stadtrat die Machbarkeitsstudie?
Grundsätzlich nahmen alle Fraktionen die Studie sehr positiv auf, sahen aber in der fehlenden Altlastensanierung den größten Hemmschuh für das ambitionierte Konzept. Bernhard Dobler von der Maxhütte-Verwertungs- und Verwaltungs-GmbH berichtete von einer neuen Sanierungsvereinbarung zwischen Eigentümer und Freistaat, so dass der Startschuss zur Sanierung, die dann etwa vier bis fünf Jahre dauere, im nächsten Jahr fallen könnte. Parallel dazu müsse, so die fraktionsübergreifend geäußerten Wünsche, der Stadtrat zügig in der nächsten Sitzung klare Ziele zum MH-Gelände formulieren, dann den Freistaat intensiver einbinden und gemäß der Empfehlungen der DSK, die den Prozess auch weiterhin begleiten möchte, ein Betreiber-Modell entwickelt werden. Der Beschluss dazu fiel einstimmig aus.
Vier Säulen des MHIC
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Vorzeigestandort und Leuchtturmprojekt für Energie- und
Ressourceneffizienz - Wissenschaft und Forschung am
Standort vereint - Entwicklungs- und Innovationszentrum
- Berufliche Aus- und Weiterbildung

























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