16.11.2021 - 16:56 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kulturpreis für Kammersängerin Christa Mayer

Christa Mayer ist einst ausgezogen, um die Opern- und Konzertbühnen der Welt zu erobern. Sulzbach-Rosenberg ehrt sie nun mit dem Kulturpreis 2021. Ihre Wurzeln in der Stadt hat sie nie vergessen.

Kammersängerin Christa Mayer erhält den Kulturpreis ihrer Heimatstadt Sulzbach-Rosenberg.
von Anke SchäferProfil

Der Kulturpreis 2021 der Stadt Sulzbach-Rosenberg geht an die Kammersängerin Christa Mayer. Nachdem durchgesickert war, wen der Stadtratsausschuss für Soziales, Kultur und Sport als Preisträgerin gekürt hat, stellte sich beim ehemaligen Leiter der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz, Benedikt Boßle, eine Frage: "Welche namhafte Person aus dem Musikleben hält da wohl die Laudatio"? Diese war allerdings schnell beantwortet, denn kaum jemand begleitet die Karriere von Christa Mayer so lange und so fachkundig wie Benedikt Boßle.

An die Anfänge erinnert sich der designierte Laudator genau: „Ich kenne Christa Mayer schon seit ihrer Kindheit. Ihr Vater hat bei uns im Kirchenchor von St. Marien gesungen. Von daher lang es nahe, dass auch die Tochter in den Kinderchor und dann in den Kirchenchor kam. Ein frühes Zeugnis ihrer stimmlichen Begabung findet sich auf einer CD mit Kinderliedern, auf der sie bereits „solo“ zu hören ist." Auch im Musikunterricht am Gymnasium sei sie sehr bald wegen ihrer kräftigen und vor allem sicheren Stimme aufgefallen. "Der damals neu gegründete Bayerische Landesjugendchor war dann letztendlich für Christa Mayer das Sprungbrett für eine Weltkarriere“.

Mit Fleiß und Disziplin

An der Person Christa Mayer schätze er, dass sie so natürlich und bescheiden geblieben sei, so hilfsbereit und zuvorkommend, wie sie immer war, sagt Boßle. Dass sie auf namhaften Bühnen der Welt steht, lasse sie sich nicht anmerken, erklärt er Oberpfalz-Medien. Ihre Wurzeln hier in der Oberpfalz habe sie nie vergessen, geschweige denn verleugnet: „Wenn sie denn mal zu Hause ist, geht sie ganz offen, so wie wir sie kennen, auf die Leute zu“.

Dass sie es von der Kirchenchorsängerin zum Opernstar geschafft habe, sei eine großartige Leistung. Und auch wenn sie davon spreche, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein, so habe sie sich dennoch mit viel Fleiß und Disziplin ihre Karriere selbst erarbeitet. „Es ist enorm wie sie, aufgewachsen im ländlichen Umfeld, bis zum Abitur kaum von der Oper berührt, innerhalb kürzester Zeit im professionellen Konzert- und Opernmilieu Fuß gefasst hat und sich dort sicher und souverän bewegt. Für mich liegt ihre stimmliche wie auch künstlerische Leistung auf dem Wechsel zwischen Liedgesang und dramatischem Opernfach – zwei Welten!“, schwärmt Benedikt Boßle.

"Grundstein in Sulzbach-Rosenberg"

Und die Mezzosopranistin selbst? „Solche Auszeichnungen suche ich ja nicht und durchlaufe dafür auch keinen Wettbewerb", antwortet sie auf die Frage nach der Bedeutung solcher Ehrungen. "Die Kulturpreise oder auch die Ernennung zur Kammersängerin kamen ohne mein Wissen auf mich zu. Das zeigt mir, dass meine Kunst geschätzt und erkannt wird. Da darf man ein bisschen stolz sein, vor allem aber bin ich dankbar, weil so die Energie, die ich in meine Kunst stecke, auch mal sichtbar zurückkommt." Und noch etwas kommt zurück: "Meine Auftritte sind an vielen Orten in der ganzen Welt. Der Grundstein dafür wurde aber in Sulzbach-Rosenberg gelegt. Da schließt sich jetzt für mich mit dem Kulturpreis der Stadt ein schöner Kreis“.

Und natürlich sei gerade dieser Preis, der am Freitag, den 19. November von Erstem Bürgermeister Michael Göth in feierlichem Rahmen verliehen wird, eine besondere Freude, die man vor Ort mit seinen Lieben teilen könne. Im Übrigen beflügelten solche Auszeichnungen das ja oft sehr fragile Geschäft des Singens durchaus - und das ist in der aktuellen Situation auch dringend nötig: „Wir sind ja gerade wieder mittendrin in Einschränkungen, wobei ich sagen muss, dass es in Deutschland noch gar kein „wieder normal“ gegeben hat. Da habe ich diesen Herbst in Frankreich, Österreich und auch Griechenland bessere Kulturformate erleben dürfen als in Bayern und Sachsen“.

Hoffnung auf den Ring 2022

Planungen für die nächste Zukunft gebe es schon, aber „leider erst mal nicht in der Heimat und leider ist es ja wieder ungewiss, wie sich die nächsten Monate gestalten und was das für die Kultur bedeutet, die sich seit März 2020 zwischen Stillstand, Hoffen und wenigen Lichtblicken bewegt.“ Die Sängerin hofft dennoch, dass ihr geplantes Gastspiel an der Münchner Staatsoper stattfindet, ebenso wie eine Konzertreise nach Island und etliche Produktionen an der Semperoper. „Und natürlich wollen wir endlich im Festspielsommer 2022 in Bayreuth den Ring aufführen, der ja schon 2020 kommen sollte“.

Dafür und darüber hinaus wünscht Benedikt Boßle Christa Mayer weiterhin "diese ihr eigene stimmliche Energie, viele interessante Partien und Inszenierungen – neue wie auch vertraute. Und ich wünsche ihr die bleibende Verbindung zu ihrer Oberpfälzer Heimat und viel Freude als musikalische Weltenbummlerin“.

So erlebte Christa Mayer die Absage der Festspiele Bayreuth 2020

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Kammersängerin Christa Mayer

  • Geboren und aufgewachsen in Sulzbach-Rosenberg
  • Gesangsstudium an der Bayerischen Singakademie und an der Hochschule für Musik und Theater München
  • Seit 2001 Mitglied der Semperoper Dresden, auf dem Grünen Hügel in Bayreuth, regelmäßiger Gast in Salzburg
  • 1999 Jugendförderpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg
  • Preisträgerin des Internationalen Wettbewerbs der ARD München und des Christel-Goltz-Preises der Stiftung Semperoper
  • "Kammersängerin des Freistaates Sachsen" und Kulturpreis Bayern (2020)
  • 2021 Kulturpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg, mit 1500 Euro dotiert

 

 

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