21.11.2021 - 14:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kulturpreisträgerin Christa Mayer macht sich für den Seidel-Saal stark

Musikalisch ist Christa Mayer in den Opernhäusern der Welt zu Hause. Als ihr am Freitag der Kulturpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg verliehen wurde, zeigte sie aber, wie sehr sie sich noch mit ihrer Heimatstadt identifiziert.

von Heidi FranitzaProfil

Steffen Weber, Richard Huber, Lisa Rendelmann und Tatjana Hubert von der Städtischen Sing- und Musikschule eröffneten mit einem Stück von Mozart die festliche Sitzung, zu der die Stadt anlässlich der Verleihung des Kulturpreises an Christa Mayer eingeladen hatte. Bürgermeister Michael Göth erinnerte in seiner Begrüßung, dass dieser Preis seit 1974 alle zwei Jahre vergeben werde. Bislang seien 17 Einzelpersonen und ein Ensemble ausgezeichnet worden. Die diesjährige Preisträgerin Christa Mayer wurde vom Stadtrat einstimmig bestätigt. Göth ließ nicht unerwähnt, dass die Opernsängerin auf der Stadtseite in Wikipedia unter der Rubrik "Söhne und Töchter der Stadt" aufgeführt ist.

Die Laudatio hielt Benedikt Boßle, der Leiter der Berufsfachschule für Musik von 1984 bis 2020: „Erklärt man das Wort Laudatio vom Wortsinn her, so bedeutet es, Lob geben, Würdigung schenken. Es ist mir daher eine besondere Ehre und Freude, bei der diesjährigen Kulturpreisverleihung die Laudatio für die Preisträgerin Christa Mayer vornehmen zu dürfen.“

Vom Annaberg in Opernhäuser

Boßle durfte zusammen mit seiner Frau Maria den beruflichen Werdegang der Geehrten seit Kindheit an begleiten. So erinnerte er sich noch genau an jenen Tag im November 1999 im Künstlerhaus am Lenbachplatz in München. „Unsere Christa hatte die Richard-Strauß-Plakette der gleichnamigen Gesellschaft gewonnen. Kein Geringerer als Generalmusikdirektor Wolfgang Sawallisch saß am Klavier und überreichte der jungen Sängerin die hohe Auszeichnung.“

Mit Begeisterung zeichnete Boßle ein verbales Gemälde ihrer Karriere, das immer wieder von Preisen und Auszeichnungen umrahmt wurde. Die Annabergkirche sei die Wiege ihres Gesangs gewesen, heute ist Christa Mayer in den Opernhäusern der Welt zu Hause.

Mit einem bemerkenswerten Zitat von Professor Gerd Uecker anlässlich der Verleihung des Christl-Goltz-Preises im Jahr 2005 beendete Boßle seine Rede: „Ja, die Oberpfälzer stellten mit Berta von Sulzbach einst sogar eine byzantinische Kaiserin und haben es heute mit Christa Mayer zu einer überaus wirkmächtigen Trägerin des Christl-Goltz-Preises gebracht.“

Anschließend überreichte Bürgermeister Michael Göth der Preisträgerin die Urkunde und die Medaille. Der Kulturpreis der Stadt ist mit 1500 Euro dotiert. Auch Landrat Richard Reisinger gratulierte der Preisträgerin und überreichte ihr einen Blumenstrauß.

"Bewahren Sie diese Schätze"

Mit dem Lied „An die Musik Opus 88 Nr. 4“ von Franz Schubert und dem „Wiegenlied“ von J. Schönberg bedankte sich die Mezzosopranistin bei den Vertretern der Stadt und den Gästen und mahnte in ihrer Rede auch deutlich die kulturellen Verpflichtungen der Herzogstadt an. „Ich kann nur appellieren: Bewahren und heben Sie diese Schätze zum Beispiel im historischen Archiv im Seidel-Saal. Lassen Sie nicht zu, dass der berühmte Prophet im eigenen Land nichts gilt, wenn anderswo schon die Fühler danach ausgestreckt werden. Unser kulturelles Erbe gehört zu uns und gehört unbedingt hierher.“

Wie Christa Mayer weiter sagte, fühle sie sich besonders geehrt, diesen Preis zu erhalten, führe sie doch ihre Kunst meistens anderswo aus. Ihre Heimat, ihre Grundsteine aus Sulzbach nehme sie überall hin mit. Diese Verbundenheit verdeutlichte sie mit einer Textzeile aus einem Lied von Franz Schubert: „Glücklich, wer, wohin er geht, doch auf der Heimat Boden steht.“

An die festliche Sitzung schloss sich ein Empfang im Foyer das Rathaussaals an.

Über Christa Mayers Jugend in Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Kulturpreis der Stadt Sulzbach-Rosenberg

  • Vergeben seit:
    1974
  • Vergeben vom:
    Stadtrat auf Vorschlag des Kulturbeirats der Stadt Sulzbach-Rosenberg
  • Vergeben an:
    Personen oder Gruppen, die in der Stadt geboren, wohnhaft oder schaffend sind und sich auf dem Gebiet der Kunst, der Wissenschaft oder der Volkstumspflege verdient gemacht haben
  • Besteht aus:
    Medaille mit Urkunde
  • Dotiert mit:
    1500 Euro
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