14.07.2020 - 15:51 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Landschaftsschutzgebiet wächst erheblich, Schloss Theuern wird teurer

Der Kreistag bringt einen Campingplatz in Kastl auf den Weg. Als Ausgleich kommt eine große Waldfläche ins Landschaftsschutzgebiet. Bei der Sanierung von Schloss Theuern stehen Mehrkosten an, und der Landrat spricht zur Bahn-Stromtrasse.

Das Freibad in Kastl und einige umliegende Grundstücke werden jetzt aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Der Markt Kastl, so kam es in der jüngsten Kreistagssitzug zur Sprache, plant oberhalb des Freibades ein Sondergebiet "Campingpark und Zelthotel Kastl". Die vier Flurnummern liegen aber im dortigen Landschaftsschutzgebiet. Die Bauleitplanung umfasst 3,1 Hektar und ist nur durchführbar, wenn das Areal aus dem Schutzgebiet herausgenommen wird. So etwas ist laut Kreistagsbeschluss von 2006 möglich. Insgesamt sollten laut Antrag 5,62 Hektar herausgenommen werden, weil auch das benachbarte Freibad samt Parkplätzen gleich mit angegliedert werde.

Als Ausgleich zum Flächenverlust für das Landschaftsschutzgebiet hatte der Markt Kastl eine Fläche im Bereich Mennersberg ("Herrenberg") vorgeschlagen, eine weitläufige Waldfläche im Besitz des Freistaates, die sich im Süden direkt an das Landschaftsschutzgebiet anschließt. Sie umfasst 42,3 Hektar. Das Schutzgebiet würde also erheblich wachsen, erklärte Regierungsrätin Maria Reif vom Landratsamt. Das passte einigen Kreisräten nicht. Vor allem Peter Eckert (Grüne) monierte, dass das staatliche Gebiet ja schon einen höheren Schutzstatus genieße und Kastl andere Flächen vorschlagen solle. Dies sei schon geprüft und für nicht möglich befunden worden, entgegneten Landrat Richard Reisinger und Kastls Bürgermeister Stefan Braun, der sogar das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden angegriffen sah. Der Kreisausschuss segnete den Antrag aber trotzdem ab, gegen zwei Stimmen, der Kreistag gegen zehn Stimmen, vor allem von den Grünen und ÖDP.

Mehrkosten für Theuern

Nomen est omen: Theuern wird teurer – der Kreisausschuss genehmigte Zusatzmaßnahmen im Bauabschnitt 2 der Sanierung, die nicht vorhersehbar waren und jetzt die Gesamtsumme auf 12,66 Millionen Euro steigen lassen.

Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises oblag es, die zusätzlichen Maßnahmen dem Kreisausschuss vorzustellen. Vermehrte Beschwerden aus der Nachbarschaft des Schlosses wegen Lärmbelästigung insbesondere bei Hochzeiten hätten ein Schallschutzgutachten erforderlich gemacht. Ergebnis: Anforderungen erfüllt, aber nur bei geschlossenen Fenstern. Dies sei vor allem im Sommer wegen des aufgeheizten Dachraumes kaum durchsetzbar.

Ein gekühltes Raumklima würde helfen, auch bei den anderen Veranstaltungen und angesichts der steigenden Temperaturen. Die Integration eines Kühlgerätes in die Lüftung wird alleine 103 000 Euro kosten. Das System ist eine Frischluftabsaugung mit Wärmerückgewinnung, auch optimal für Durchlüftung in Corona-Zeiten. Ein neues Schadbild im Kleinen Saal brachte einen zusätzlichen, vorher nicht erkannten Sanierungsbedarf an Dachstuhl, Deckenbalken, Dachschrägen, Fußbodenaufbau und technischer Ausstattung für rund 162 000 Euro.

Auch im Großen Saal entdeckten die Planer zusätzlichen Bedarf bei den Dachschrägen, bei der Bühne, dem Boden und der Technik, hier in Höhe von 756 000 Euro. Ein notwendiger Fettabscheider für die Küche und Optimierung der Ausstellungsräume im Erdgeschoß ließen die Gesamtsumme der Kostenabweichung auf 2,11 Millionen Euro steigen. Winfried Franz (SPD) plädierte für schnelle Bauausführung, bevor die Kosten noch mehr stiegen. Der Ausschuss stimmte geschlossen zu.

Mehr zum Kulturschloss Theuern

Amberg
Info:

Alternativen zur Trasse prüfen

Die im Raum stehende neue Stromtrasse der Bahn, die durch den Landkreis führen soll, fand als Anfrage-Thema Aufnahme in die Kreistagssitzung. Landrat Richard Reisinger berichtete vom jüngsten Treffen der Kommunalpolitiker inklusive Ambergs OB bei ihm und begrüßte Illschwangs Bürgermeister Dieter Dehling als Sprecher der betroffenen Kommunen.

Reisinger hielt klar fest, dass derzeit noch kein Planungsauftrag des Bundes für die Elektrifizierung vorliege. „Wir wollen keine Bahnstromtrasse ohne parlamentarischen Planungsauftrag. Vorher reden wir gar nicht drüber!“ Es gebe aber ernsthafte, prüfbare Alternativen in dieser „unguten Situation“: unterirdische Verlegung oder entlang Bahn oder B 14/B 85. Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß bat um seine Einbindung – schließlich habe er durch die ebenso geplante Trasse Schnabelwaid mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.

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