Den Heimatverein Birgland gibt es seit 1946 - damals noch unter dem Namen „Zitherclub Almrausch“. 15 Jahre später gründete Hans Luber in Sulzbach-Rosenberg die Birgländer Musikanten im Jahr 1961. Da war der spätere Kapellmeister Matthias Fiedler – Jahrgang 1967 – noch nicht einmal geboren. Aus der damals gegründeten Formation, die sich von Anfang an den bodenständigen Klängen der Oberpfälzer Heimat verschrieben hatte, sollte über die Jahre ein echter Gigant der Volksmusik und speziell ein Hüter der Bairischen (Zwiefachen) werden – insgesamt haben die Birgländer etwa 80 Bairische im Programm, darunter viele aus der Feder von Hans Luber, aber natürlich auch die Klassiker wie „Täterä-Hambach“ oder der „Schaaflstühl“. Matthias Fiedler setzte diese Tradition dann ab 1989 fort, insgesamt blickt er bis jetzt auf ein mehr als 40-jähriges Musikantenleben zurück.
Dessen Anfänge lagen bei der Sulzbacher Feuerwehrkapelle, wo der spätere Kopf der Birgländer bei Alfred Vogel Trompetenunterricht bekam. „Da hatte ich dann schon mit 13 Jahren meine ersten Auftritte, weil mein Ausbilder das als sehr wichtig erachtete und mich schulen sollte“, so Fiedler im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Sein weiterer Weg führte ihn dann zur Bergknappenkapelle, wo ihn Hans Horst im Alter von 15 Jahren unter seine Fittiche nahm und weiter formte.
Egerländer Dorfmusik
Während dieser Phase lernte der Schüler auch die konzertante Musik einer großen Blasmusik-Formation und deren Leitung kennen, was ihm neue Einblicke gewährte und viel Wissen vermittelte. Als weitere musikalisch prägende Weggefährten nennt Matthias Fiedler in dieser Zeit Johannes Doleschal, Martin Späth und Johannes Mühldorfer. 1986 folgte sein Eintritt bei den Birgländer Jugendmusikanten, die er schon wenig später auch als Leiter übernahm.
Dazwischen kam auch noch der Eintritt bei der Egerländer Dorfmusik unter der Leitung von Willi Dürschmitt. „Der hat einfach gesagt, dass mein Vater ja auch ein Egerländer wäre und es deshalb schon eine Art Pflicht sei, in seiner Kapelle mitzuspielen“, so Fiedler mit einem Schmunzeln. Fortan standen für den jungen Musikanten pro Woche vier Proben mit verschiedenen Kapellen im Kalender, was aber bald zu viel wurde, denn zählt man auch die Auftritte mit dazu, blieb dem jungen Mann nur mehr sehr wenig Freizeit.
Klassische Achter-Besetzung
Folgerichtig war deshalb seine Konzentration auf die Birgländer, die sich bald in Birgländer Kirwamusikanten umbenannten und fortan bis auf wenige Ausnahmen in der klassischen Achter-Besetzung 2 Trompeten, 2 Klarinetten, 2 Tenorhörner, Tuba und Quetschn auftraten. „In so einer Formation bist du natürlich mehr gefordert, als in einer großen Besetzung, wo man sich auch mal ausruhen kann. Bei uns ist jeder ein Solist, bei den Bläsern jeweils mit erster und zweiter Stimme. Das macht dann auch den besonderen Klang bei unseren Landlern, Drehern und Bairischen aus“, gibt sich der 56-Jährige überzeugt.
Im Jahr 1998 folgte die Zusammenlegung der Birgländer Musikanten mit den Kirwamusikanten, wo Matthias Fiedler von Hans Luber als stellvertretender Leiter früh mit großer Verantwortung betraut wurde. „Dazu gehörten Termin- und Personalplanung, Organisation von Veranstaltungen, Delegierung von Aufgaben, Schriftverkehr, Probenleitung, Auswahl und Arrangieren der Musikstücke. Dabei ging über die Jahre natürlich auch eine gewissen Belastung einher, die der Erzmusikant nicht länger auf seinen Schultern alleine tragen wollte. Mittlerweile agiert Trompeter Andreas Baumer als Kopf der Birgländer, den Fiedler aber weiterhin nach Kräften unterstützt.
"Birg aaf, Birg o" begründet
Fortsetzen soll sein Nachfolger die lange und gute Auftrittspraxis der Birgländer Musikanten, die nicht nur enorm viele Kirwan begleiteten, sondern sich auch im Hofbräuhaus und auf der Oidn Wiesn in München, bei verschiedenen Volksmusikfestivals, bei unzähligen befreundeten Vereinen oder auch als Herausgeber von Volksmusik-CDs einen guten Namen machten. Zu den Tonträgern gehörten unter anderm „Aaf da Kauerhiefer Höich“, „Und wenn amal a Kirwa is“ oder die Jubiläums-CD zum 50-jährigen Bestehen. Unter der Regie von Mattias Fiedler wurde 2011 das Volksmusikspektakel „Birg aaf, Birg o“ inms Leben gerufen, war die Kapelle 2011/2012 für den Volksmusikpreis „Zwieseler Fink“ und 2016 als "Botschafter der Oberpfalz" nominiert.
Absolute Höhepunkte für den überzeugten Volksmusikanten waren die Teilnahme am „Zwiefachen-Tag des Bezirks“, um die Bairischen als Unesco-Weltkulturerbe zu würdigen oder dann 2021 das 60-jährige Bestehen seiner Kapelle mit Konzert am Luitpoldplatz, Rundfunkaufnahme und Biertragerl-Lotto. Dann musste Corona mit vielen „Biergarten-Musikproben“ im Sulzbacher Land überstanden werden. Aber jetzt nach der Pandemie spielen die Birgländer Musikanten, wie zuletzt im Hofbräuhaus, wieder herzerfrischend auf. Und wie Matthias Fiedler Oberpfalz-Medien verriet, hat er schon ein paar Ideen für kommende Auftritte parat.
Besondere Auftritte der Birgländer Musikanten
- Bluval-Festival in Straubing
- Drumherum in Regen
- Hofbräuhaus München
- Oktoberfest Oide Wiesn
- Herbstfest Tramin/Südtirol
- Eilsbrunn Allerweltskirwa
- Bauernmarkt Odeonsplatz
- Dousamma im Landkreis AS
- Tanzschiff „Stadt Linz“





























Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.