03.09.2020 - 16:32 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neue Sulzbach-Rosenberger Stadtgärtnerei: Ein Schlüssel zur „grünen Stadt“

Trotz Schuldenabbaus traf der Stadtrat eine zukunftsweisende Entscheidung. Er nahm beim Neubau der Stadtgärtnerei knapp drei Millionen Euro für eine langfristige Investition in die Hand. Jetzt gab es einen triftigen Grund zum Feiern.

Das neugebaute Domizil der Sulzbach-Rosenberger Stadtgärtnerei am Erlheimer Weg ist nun auch offiziell für den Betrieb freigegeben.
von Andreas Royer Kontakt Profil

„Was lange währt, wird endlich gut.“ Getreu dieser Devise ging die offizielle Einweihung der neuen Stadtgärtnerei über die Bühne. Von den ersten Diskussionen, die 2009 in einer Klausurtagung des Stadtrates geführt wurden, bis heute, sei viel Zeit vergangen. Wie die Fertigstellung zeige, hätte sich der Aufwand dafür gelohnt, waren sich alle Beteiligte einig.

Wegen der bekannten Umständen könne die offizielle Einweihung nur in kleinem Rahmen über die Bühne gehen, räumte Bürgermeister Michael Göth ein, was aber seiner Meinung nach die Bedeutung nicht mindere. Er erinnerte daran, dass Zukunftsinvestitionen für gute Arbeitsgeräte, für die Erleichterung von Arbeitsabläufen oder für optimale Arbeitsbedingungen dauerhafte Aufgaben seien, von denen die Bürger profitieren.

Baut man in Sulzbach-Rosenberg, so erlebt man fast immer seine Überraschungen.

Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn

„Mit der Investition in den Neubau, der zu 100 Prozent aus Eigenmitteln finanziert ist, werden diese Aufgaben erfüllt. Aber auch wenn dieses Projekt lange Zeit unterschiedlich diskutiert wurde, haben sich die Überlegungen, Planungen bis zur Fertigstellung gelohnt“, betonte das Stadtoberhaupt. Am 18. Januar 2018 habe der Bauausschuss seine Zustimmung für den Neubau in den Jahren 2019 und 2020 am gleichen Standort gegeben. Am 24. Juli 2018 fasste das gleiche Gremium, die laut Göth in Zeiten des Klimawandels richtige Entscheidung zur CO2-neutralen Fernwärmeversorgung und zu einer PV-Anlage.

Fast drei Millionen investiert

Mit der langfristigen Investition in Höhe von fast drei Millionen Euro, wurde eine Einrichtung geschaffen, die ihren Zweck noch lange erfüllen werde. Alle, die an der Verwirklichung des Projekts beteiligt waren, hätten hervorragende Arbeit geleistet. Göth erwähnte hier nicht nur den Stadtrat, sondern auch den Architekten Martin Kunert, Bauunternehmen und Handwerker, die städtische Bauverwaltung mit Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn und Martin Hofmann sowie die Mitarbeitern der Gärtnerei mit Stadtgärtnermeister Klaus Herbst.

Bei der Planung stand die Beantwortung verschiedener Fragen im Mittelpunkt, erläuterte Architekt Martin Kunert. So mussten die Lage des Gebäudes, der Flächenbedarf und die Bauhöhe, die Auswahl der Materialien und die Energieeffizienz sowie der Einsatz von erneuerbarer Energien geklärt werden. Nach Abschluss könne zu Recht festgestellt werden, dass zu allen Fragen eine zufriedenstellende Antwort gefunden worden sei.

Zwischen Neubau und Reparatur

„Seit der Klausurtagung am 13. März 2009 – 13 Tage nach Dienstbeginn im Bauamt – beschäftigt ich mich mit dem Thema Gärtnerei/Bauhof“, bekannte Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn. Der Arbeitstitel habe damals noch „Zusammenlegung der technischen Dienste“ geheißen. Diskussion und Entscheidung des Stadtrates sei von einem harten Ringen zwischen zwei Extremen begleitet gewesen: Einem Neubau auf der grünen Wiese in kaum finanzierbarer Höhe und der bloßen Reparatur einer maroden Bausubstanz. Endgültig habe sich der Stadtrat für einen modernen Zweckbau entschieden, der ein wirtschaftliches Arbeiten erlaube. Es sei alles voll belegt – ein Zeichen dafür, dass die Größe passe. Alle Gerätschaften könnten jetzt zentral an einem Ort untergebracht werden, resümierte Schöllhorn.

Frühe Siedlung

„Baut man in Sulzbach-Rosenberg, so erlebt man fast immer seine Überraschungen“, fügte die Stadtbaumeisterin schmunzelnd an. So habe Archäologe Dr. Mathias Hensch Siedlungsspuren aus dem 7. und 8. Jahrhundert gefunden, die berücksichtigt werden mussten. Zu aller Überraschung sei man auch auf einen ausgedienten Öltank oder eine nicht bekannte Gasleitung gestoßen, die auch erst beseitigt werden mussten. Den Beteiligten sei somit nie langweilig geworden. Mit der kirchlichen Segnung durch die Stadtpfarrer Walter Hellauer und Dr. Roland Kurz war der Wunsch an die Stadtgärtner verbunden, weiterhin wie bisher tatkräftig für eine grüne Stadt zu sorgen.

Mehr zum Neubau der Stadtgärtnerei

Sulzbach-Rosenberg
Symbolische Schlüsselübergabe bei der Einweihung der Stadtgärtnerei mit (von links) Stadtgärtnermeister Klaus Herbst, Bürgermeister Michael Göth, Architekt Martin Kunert und Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn.
Hintergrund:

Neubau der Stadtgärtnerei

  • Baubeginn: 4. Februar 2019
  • Aktueller Stand: Offiziell übergeben, Betrieb läuft seit März 2020
  • Fahrzeughalle: Seit November 2019 für Winterdienst-Fahrzeuge genutzt
  • Fertigstellung: Mai 2020
  • Baukosten: 2,8 Millionen Euro
  • Nettogrundfläche: 1057 Quadratmeter
  • Fahrzeughallen und Technik: 750 Quadratmeter
  • Büro-, Verwaltungs- und Sozialräume: 332 Quadratmeter
  • Baukonstruktion: Holzrahmenbauweise; Flachdach mit Holzbalkendecke und Dachbegrünung; Hallen: Sichtbeton, Sektionaltore, tausalzbeständiger Bodenbelag.

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