16.07.2021 - 16:18 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neuer Pfad zur Stadtgeschichte: Eisen-Drache zeigt, wo’s lang geht

Wie erklärt man Kindern, Touristen und interessierten Erwachsenen die Historie Sulzbach-Rosenbergs? Mit einem Geschichtsband! Möglich macht dies im Stadtgraben ein eisener Drache, der ohne Hightech nicht existieren könnte.

Die bereits aufgebaute Station F mit der Skulptur der Drachenschwanz-Spitze wird künftig die Überschrift „Erze schürfen, Eisen schmieden“ tragen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die Sanierung der nördlichen Stadtmauer auf der Schanze soll der Schlüssel zu einer Truhe sein, die verschiedene Schätze birgt. Nach Abschluss der auf Hochtouren laufenden Arbeiten werden dort ein eiserner Drache als Leit-Symbol für das Erleben der Stadtgeschichte, saniertes Mauerwerk, zwei neue Bühnen, eine Treppe von der Langen Gasse in den Graben sowie ein gepflegter Stadtgraben ins Auge stechen. Der Stadtrat hatte im Oktober 2020 viel Lob für die Planung und das Konzept übrig, sprach von einer „tollen Aufwertung“ und einem „touristischen Anziehungspunkt“.

Die Einzigartigkeit dieses neu zu gestaltenden Bereiches mache nach Angaben der Planungsgruppe, zu der neben Architekt Josef Starkl als Kopf auch Archivar Johannes Hartmann, Stadtmarketing-Leiterin Nina Mutzbauer, Stiber-Vorsitzende Tanja Weiß sowie Stadtheimatpfleger Markus Lommer gehören, – die Gestaltung des Geschichtsbandes aus, die von einem großen eisernen Drachen bestimmt werde, der sich wie ein Lindwurm durch den Stadtgraben winde. Immer wieder würden Körperteile des Drachens aus der Erde an bestimmten Punkten auftauchen, wo sich auch die verschiedenen geschichtlichen Aktionsflächen befänden.

Echtes Unikat

Nun gibt es so einen Drachen aus Eisen ja nicht von der Stange, sondern bedeutet die Anfertigung eines Unikats. Voraussetzung dafür waren zunächst die Einfälle und Planungen des Architekten, der vor der Aufgabe stand, wesentliche Teile der Sulzbacher Stadtgeschichte für alle Interessensgruppe erlebbar zu machen. Für die Umsetzung der Idee vom Geschichtsband in Drachenform fand Josef Starkl mit Thomas Wolf von der Edelsfelder Firma ATW Metall – Bau + Kunst GmbH einen idealen Partner.

„Wir sehen das schon als große Herausforderung, die Ideen des Planers wunschgemäß umzusetzen und dort im Stadtgraben für eine neue Attraktion aus Metall zu sorgen“, sagt Thomas Wolf beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Sein Betrieb, der sich auch mit der künstlerischen Bearbeitung von Eisen einen Namen gemacht hat, fertigt sechs Elemente aus wetterfestem Baustahl, der eine Patina ansetzt, aber danach nicht mehr weiter rostet. „Die Pläne zu den einzelnen Elemente haben wir in eine PC-Programm eingepflegt und dann per Laser-Schneidtechnik aus den 2,5 mal 1,25 Meter großen Eisenplatten herausgeschnitten“, so der Metall-Fachmann zur technischen Ausführung.

Bauwerke erleben

Wie weiter zu erfahren war, wird demnächst das dritte Drachenelement im Graben auf der Schanze montiert. Insgesamt gibt es im Abstand von etwa 30 Metern sechs Teile in jeweils doppelten Bögen, die mit Flügeln, Kopf, Schwanzspitze und Füßen verziert sind. Versehen sind sie zudem mit Löchern, durch die bestimmte Bauwerke und architektonische Besonderheiten der Stadt direkt und live betrachtet werden können. „Wenn alles nach Plan läuft, könnten wir Ende August unsere Arbeiten abschließen, die vor etwa sechs Wochen begannen. Die Planungen zur Umsetzung starteten allerdings schon vor etwa einem Jahr“, ergänzt Thomas Wolf, der aktuell eine Kanonenkugel im Stadtgraben als weiteres Objekt befestigen muss.

Für den richtigen Ablauf der Arbeiten am Geschichtsband sorge zuerst immer die Firma Lobinger, die jeweils den Weg und das Fundament an den einzelnen Stationen für die Elemente vorbereite. Danach seien immer die Metall-Spezialisten an der Reihe. Sie sorgen beim Drachen am Kopf und an der Schwanzspitze auch für ganz besondere Effekte. „Das werden echte Hingucker für die Besucher“, ist Thomas Wolf überzeugt.

Mehr Details zum neuen Geschichtsband im Stadtgraben

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Mehr zur Sanierung des nördlichen Stadtgrabens

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Hintergrund:

Stationen des Geschichtsbandes

  • A: Miteinander Leben lernen - Stadt der Bildung und Toleranz
  • B: Richten und Regieren – Stadt der Grafen, Kaiser, Könige
  • C: Schreiben, Drucken, Informieren
  • D: Denken, Dichten, Diskutieren
  • E: Beschützen und Bewachen – Stadt der starken Mauern
  • F: Erze schürfen, Eisen schmieden – Stadt der Montangeschichte

„Wir sehen das schon als große Herausforderung, die Ideen des Planers wunschgemäß umzusetzen und dort im Stadtgraben für eine neue Attraktion aus Metall zu sorgen.“

Metallbauer Thomas Wolf

Metallbauer Thomas Wolf

 

 

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