Sulzbach-Rosenberg
28.11.2023 - 15:34 Uhr
OnetzPlus

Neues Radverkehrskonzept für Sulzbach-Rosenberg: Rote Einmündungen als Startschuss

Sulzbach-Rosenberg soll fahrradfreundlicher werden! Dieses Ziel soll ein Radverkehrskonzept verwirklichen. Die schnelle Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen könnte ein aktuelles Problem der Bundesregierung verhindern.

Wo fehlt ein Radweg, wo eine geeignete Abstellmöglichkeit? Wo befinden sich Gefahrenstellen für Radfahrer? In der Regel sind es die Bürger selbst, die darüber am besten Bescheid wissen. Diese Erkenntnis hat sich auch das für die Erstellung des Radverkehrskonzepts beauftragte Fachbüro „i.n.s. – Institut für innovative Städte“ mit aus dem fränkischen Röthenbach zu eigen gemacht und eine Online-Bürgerbefragung durchgeführt. Im Juli 2022 konnten drei Wochen lang Sulzbach-Rosenberger Bürger Wünsche und Verbesserungsvorschläge einbringen. 438 Einträge wurden am Ende registriert. „Bezogen auf die Größe der Stadt war die Beteiligung überdurchschnittlich“, lautete das positive Resümee von i.n.s-Referent Matthias Knaupp.

„Das Radverkehrskonzept soll als Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat dienen, als Basis für konkrete Maßnahmen.“ Ziel des umfangreichen Werkes sei, möglichst viele Verkehrsteilnehmer dazu zu bringen, vom Auto auf das Rad umzusteigen. Das Werk beinhaltet zudem begleitende Maßnahmen wie z. B. moderne Radabstellanlagen, die in den nächsten 10 bis 15 Jahren umgesetzt werden sollten. „Das Konzept berücksichtigt auch die Entwicklungen, dass Fahrräder immer schneller, breiter und länger werden“, erklärte Knaupp.

Drei Phasen vorgestellt

In drei Phasen lässt sich aus Sicht des Referenten die Strategie des Konzepts untergliedern. Dabei ging es in der ersten Phase im Wesentlichen um die Bestandserhebung. „Meist besteht das gegenwärtige Radwegenetz in Sulzbach-Rosenberg nur aus kombinierten Geh- und Radwegen“, war eine der nüchternen Erkenntnisse er Erhebung. In einer zweiten Phase hatten dann die Bürger das Wort. Mit Hilfe der Online-Beteiligung im Juli vergangenen Jahres konnten sie Vorschläge bzw. Kritikpunkte einbringen. „Zu schmale Radwege, gefährliche Einfahrten, fehlende Verbindungswege, mangelnde Abstellanlagen“ lauteten einige der Kritikpunkte.

In der dritten und letzten Phase erstellten schließlich die Fachplaner eine Analyse, in der sie aus den Erkenntnissen Schlussfolgerungen zogen. 111 konkrete Maßnahmen hat das Fachbüro zusammengeschrieben, die nun auf ihre Umsetzung warten. „Es sind Empfehlungen für den Stadtrat, mit Prioritäts-Angaben und sogar mit einer groben Kostenschätzung“, erläuterte Knaupp. „Es wird auch weiterhin eine begleitende Steuerungsgruppe tätig bleiben“, versicherte Bürgermeister Michael Göth.

Fördergelder in Gefahr?

Herzstück des Konzepts ist aus Sicht des Referenten die Untergliederung des Wegenetzes in zwei Ebenen, dem Hauptrouten- und dem Basisroutennetz. Vier Hauptrouten, drei in Ost-West-Richtung und eine in Nord-Süd-Richtung sieht das Konzept vor. Dem Ausbau dieser Strecken sollte oberste Priorität eingeräumt werden. Erste Maßnahmen habe die Kommune hier bereits angepackt, ergänzte der Bürgermeister und nannte als Beispiel die Roteinfärbung der Radwege in Einmündungsbereichen an der Rosenberger Straße.

Über allen Überlegungen steht natürlich die Frage der Finanzierung, die ja zum großen Teil aus Fördertöpfen des Bundes fließen soll. Da würden sich aktuell dunkle Wolken wegen der Probleme der Bundesregierung bei der Aufstellung des Haushalts 2024 auftun. Die Gefahr sei groß, dass aufgrund von Einsparungen dann Fördergelder aus Bundesmitteln nicht mehr wie geplant fließen könnten, was sich auch auf kommunale Projekte wie das Radwegekonzept von Sulzbach-Rosenberg auswirken würde.

OnetzPlus
Sulzbach-Rosenberg26.10.2023
OnetzPlus
Sulzbach-Rosenberg27.09.2023
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.