07.08.2020 - 11:52 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neues Zuhause am Beselberg: Fledermäuse erobern alte Bundeswehrbunker

Einst lagerte in den Bunkern auf dem Beselberg Munition. Nach dem Kalten Krieg standen sie leer. Dann kamen neue Bewohner, die jetzt ihre Ruhe dort oben haben.

Um Störungen zukünftig auszuschließen, wurde der Zugang bis auf eine schmale Öffnung mit massiven Steinen zugemauert.
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Der Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten hat, wie er in einer Pressemitteilung berichtet, am Beselberg im Staatswaldrevier Sulzbach zwei ehemalige Munitionsbunker der Bundeswehr in attraktive Fledermausquartiere umgebaut. Das Fledermaus-Projekt wurde im Rahmen der besonderen Gemeinwohlleistungen vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg gefördert.

Die beiden oben auf dem Beselberg nebeneinander gelegenen Bunker stammen noch aus Zeiten des Kalten Krieges. Die Bundeswehr nutzt sie schon lange nicht mehr. Fledermäuse haben sie schon vor einiger Zeit als ideales Wohnhabitat für sich entdeckt und in Beschlag genommen. Denn die Bunker bleiben aufgrund ihrer Lage im Erdreich frostfrei und eignen sich daher idealerweise als Winterquartiere für Fledermäuse.

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Gefahr droht dagegen von Menschen, die wohl ein Abenteuer suchen. Die unter Denkmalschutz stehenden Bunker wurden immer wieder aufgebrochen und begangenen. Die dadurch verursachten Störungen können gerade im Winter gefährlich für diese besonderen Säugetiere sein, da sie so ihre Energiereserven schneller aufbrauchen. Aus diesem Grund hat sich der Förster des Staatswaldreviers Sulzbach, Julian Sauter, zusammen mit Rudolf Leitl, Gebietsbetreuer beim Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach, Gedanken gemacht, wie dort die Situation für die Fledermäuse verbessert werden kann.

An den Deckenkanten wurden spezielle Spaltenquartiere angebracht, um den Fledermäusen sichere Verstecke für ihren Winterschlaf anzubieten. Um Störungen zukünftig auszuschließen, wurde der Zugang bis auf eine schmale Öffnung mit massiven Steinen kurzerhand zugemauert. Über den verbliebenen Einflugbereich können nun nur noch Fledermäuse ein- und ausfliegen. Ansonsten blieb das Denkmal unangetastet.

Der Beselberg ist gekennzeichnet durch einen von Buchen dominierten Mischwald mit alten und kräftigen Bäumen und vielen jungen Baumarten, die unter dem bestehenden Wald bereits heranwachsen, um die nächste Waldgeneration zu bilden. Ökologisch wertvoll machen den Wald zudem tote, noch stehende und liegende Baumstämme, die einen idealen Lebensraum für Fledermäuse, aber auch Schwarzspecht, Kolkrabe und Uhu bilden.

"Den Schutz der seltenen Tierarten liegt mir besonders am Herzen und ist Teil der vorbildlichen Waldwirtschaft, wie sie bei den Staatsforsten im Forstbetrieb Schnaittenbach praktiziert wird. Mit dem Umbau des Bunkers zu solch einem Artenschutzprojekt leisten wir mit relativ wenig Mitteln viel für die Fledermaus", freut sich Förster Sauter.

Was sich die der Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten in Sachen Wald- und Artenschutz auf die Fahnen geschrieben hat, kann jedermann im Regionalen Naturschutzkonzepts des Forstbetriebs nachlesen. Darin werden konkrete Handlungen und Maßnahmen für den Waldnaturschutz im Staatswald herausgearbeitet und - ähnlich wie beim Fledermausbunker - Stück für Stück umgesetzt.

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Gebietsbetreuer Rudolf Leitl zeigt ein typisches Spaltenquartier, in dem Fledermäuse kopfüber hängen und schlafen können.
Harte Arbeit ist das Anbringen der künstlichen Quartiere an den massiven Wänden der ehemaligen Munitionsbunker.

Das Regionale Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Schnaittenbach

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