26.07.2021 - 16:21 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

„Es ist eine Riesengaudi“: 2. Bierpong-Meisterschaft im Fuchsbeck-Hof

Sogar ein eigenes „Turnierseidl“ wird gebraut: Am Samstag, 31. Juli, steigt die 2. Sulzbach-Rosenberger Bierpong-Meisterschaft im Hof der Brauerei Fuchsbeck. Das Event lockt Hunderte Gäste aus ganz Bayern und sogar Österreich an.

Der Ball muss in den Becher - wer zielt präziser? Dieses Bild zeigt den Fuchsbeck-Hof beim 1. Bierpong-Turnier 2020. Am Samstag werden für das 2. Turnier 250 Gäste aus ganz Bayern und darüber hinaus erwartet.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Alexander Pröll, David Martynec und Nico Dirschedl haben etwas losgetreten. Aus ihrer privaten Begeisterung für Bierpong ist eine Meisterschaft mit überregionaler Beteiligung entstanden. Die drei jungen Sulzbach-Rosenberger haben aus Jux und Tollerei „Bierpong Sulzbach“ gegründet. Doch aus dem privaten Hobby wurde schnell mehr. Inzwischen sind sie der Kern des Organisationsteams der 2. Bierpong-Meisterschaft in der Stadt. Am Samstag werden dazu im Hof der Brauerei Fuchsbeck Dutzende Wettkampf-Teams und viele Gäste erwartet.

Das Trink- und Geschicklichkeitsspiel (zu den Spielregeln siehe Infokasten unten), bei dem Tischtennisbälle präzise in mit Bier gefüllte Becher geworfen und diese anschließend ausgetrunken werden müssen, erfreut sich gerade bei jungen Menschen großer Beliebtheit. „Wir haben früher privat im Freundeskreis viel Bierpong gespielt“, erzählt Alexander Pröll im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Fast 5000 Instagram-Follower

Die Instagram-Seite von Bierpong Sulzbach habe er aus einer Laune heraus ohne Hintergedanken erstellt: „Wir hätten nie damit gerechnet, dass das so große Ausmaße annimmt.“ Mittlerweile haben sie dort knapp 5000 Follower und bilden mit den Bierpong-Vereinigungen Neumarkt und Regensburg Bierpong Oberpfalz.

Nach dem langen Lockdown im Winter und Frühling sind die drei Feuer und Flamme, und können es kaum erwarten, endlich wieder in großer Runde ein Turnier auszurichten. „Es macht Spaß und ist einfach eine Riesengaudi“, sagt David Martynec. „Endlich wieder Veranstaltungen, endlich wieder raus“, freut sich auch Pröll. Der 22-jährige Industriekaufmann bei Siemens in Amberg weiß, dass „bei uns in der Region kaum öffentliche Bierpong-Turniere ausgerichtet werden“. Die Sulzbacher füllen deshalb eine Angebotslücke, die besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu bestehen scheint.

Das merken die drei Freunde auch kurz vor dem Turnier am Samstag. Seit 20. Juli ist die Anmeldung über Instagram oder Facebook möglich (siehe Infokasten unten). „Die Nachfrage ist enorm“, berichtet Pröll. „Schon im Vorfeld wollten sich 30 Mannschaften anmelden, es gibt sogar Anfragen aus Österreich.“

Das Turnier beginnt am Samstag um 9.30 Uhr mit dem Einlass. Eine Stunde später starten die einzelnen Teams – Mindestalter 16 Jahre. „Das ist wie bei der Fußball-Europameisterschaft. Wir haben eine Gruppenphase, danach beginnt die K.o.-Phase mit Achtel-, Viertel-, Halbfinale und Finale sowie Spiel um Platz drei“, erklärt Pröll.

Jede Gruppe besteht aus fünf zweiköpfigen Teams. „Die zwei besten Teams einer Gruppe kommen weiter in die Ko-Phase.“ Beim ersten Turnier im vergangenen August waren 80 Leute dabei. Dieses Mal sind unter Corona-Auflagen 250 Teilnehmer und Gäste im Brauereihof zugelassen, um Abstände wahren zu können. Geimpfte oder Genesene werden jedoch nicht mit gezählt.

Testpflicht für Bierpong-Spieler

„Für die Spieler selbst gibt es eine Testpflicht, für Gäste nicht“, informiert Martynec. Zudem habe man sich viele Gedanken zum Infektionsschutz gemacht. „FFP2-Masken sind Pflicht. Und das Bier ist beim Spiel zwar im Becher, wird danach aber in einen persönlichen Krug umgeschüttet, weil nicht aus den Bechern getrunken werden darf“, sagt der 23-Jährige, der als Elektroniker bei den Sulzbach-Rosenberger Stadtwerken arbeitet. Apropos Bier: Dass es bei dem Turnier auch ums Trinken in fröhlich-geselliger Runde geht, sagt ja bereits der Spielname. Für Getränke haben die Organisatoren deshalb ausreichend gesorgt. „Pro Spiel gibt es für jeden Spieler ein Seidel, das ist im Teilnehmerpreis von 20 Euro inbegriffen“, sagt Alexander Pröll.

Brauereichef Armin Ertel habe extra für ein eigenes „Turnierseidl“ gesorgt. „Das ist ein normales Helles, aber mit eigenem Bierpong-Logo.“ Besondere Fähigkeiten bräuchten die Teilnehmer nicht, nur eine Voraussetzung gibt es, sagt Pröll schmunzelnd: „Fuchsbeck-Bier sollte man schon mögen, Konkurrenzprodukte gibt es nicht.“ Auch die nötige Ausrüstung wird von den Organisatoren gestellt. Es wird auf eigens angefertigten Tischen mit dem Bierpong-Logo gespielt. Die Bestplatzierten dürfen sich am Ende auf Pokale mit Gravur freuen, auch Bierpongtische und Faßbiere werden als Siegerprämien ausgegeben.

Geld wird nicht verdient

Das Marketing der Sulzbacher Bierponger hat sich sichtlich professionalisiert. An Interessierte verkaufen sie mittlerweile Shirts, Pullis, Mützen und Becher mit Bierpong-Sulzbach-Aufdruck. Natürlich kommt da schnell die Frage auf, ob damit nicht längst Geld verdient wird oder gar eine Geschäftspartnerschaft zur Brauerei Fuchsbeck besteht. Dies sei aber nicht so, sagt Pröll. „Wir kriegen vom Fuchsbeck dafür überhaupt nichts, auch keine bestimmte Anzahl von Freikästen pro Monat. Das haben manche schon gemutmaßt.“ Martynec ergänzt: „Wir machen das mit Herzblut für Bierpong und aus Leidenschaft zu unserer Brauerei. Auf Geld sind wir nicht aus.“

Im Gespräch mit den Veranstaltern wird deutlich, dass die Organisation streckenweise auch belastend sein kann. Das Drucken und Entwerfen der Logos, das Bestellen von Zubehör wie Tischen und Bällen, das Einholen der Versammlungsgenehmigungen, Anmeldeverfahren und Anfragen und nicht zuletzt die Technik für das Turnier wie Lautsprecher und PCs, um die Punktwertung zu erfassen – all das kostet Zeit und manchmal auch Nerven.

Doch der Stress im Vorfeld, er wird wie weggewischt sein, wenn am Samstag eine johlende Menge die Bierpong-Sieger kürt. Und noch eine Botschaft ist Pröll wichtig: „Wir würden uns echt freuen, wenn auch ältere Gäste als Zuschauer vorbeikommen würden.“ Nicht zuletzt diesen Artikel wollen die Organisatoren als Einladung an Jung und Alt sehen, damit das Turnier ein großes Bierpong-Fest für alle Generationen werden kann.

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Sulzbach-Rosenberg
Info:

Anmeldung und Corona-Regeln zum Turnier

  • Datum: Turnier am Samstag, 31. Juli, im Hof der Brauerei Fuchsbeck
  • Ablauf: Ab 9.30 Uhr Einlass, Turnierstart um 10.30 Uhr. Dauer bis circa 18 Uhr.
  • Anmeldung: Über Facebook ("BierpongSulzbach") oder Instagram ("bierpongsulzbach")
  • Corona-Auflagen: Begrenzung auf 250 Teilnehmer/Besucher, FFP2-Maskenpflicht, Spieler müssen negativ getestet, geimpft oder genesen sein
  • Gliederung: Bislang gibt es 40 Zwei-Personen-Teams in 8 Gruppen. Nach einer Gruppenphase folgt die K.o.-Phase vom Achtelfinale bis zum Finale und dem Spiel um Platz drei
  • Auf die Sieger warten Pokale, Bierpong-Tische, Fassbiere und mehr
Info:

Was ist Bierpong?

  • Bierpong, englisch Beer Pong, ist ein Trink- und Geschicklichkeitsspiel, ursprünglich aus den USA. Als Zubehör werden Becher für Bier oder Spirituosen, zwei Tischtennisbälle und ein Tisch benötigt
  • Die Becher sind in Dreiecksformation an beiden Tischenden aufgestellt. Die gegnerischen Teams versuchen, mit dem Ball die Becher der anderen Mannschaft zu treffen. Wird ein Becher getroffen und der Ball bleibt darin liegen, muss der Gegner den Inhalt austrinken.
  • Gewonnen hat die Mannschaft, die zuerst alle gegnerischen Becher getroffen hat.

"Wir machen das aus Herzblut und Leidenschaft zu unserer Brauerei. Auf Geld sind wir nicht aus."

David Martynec, Mitglied im Organisationsteam

David Martynec, Mitglied im Organisationsteam

"Fuchsbeck-Bier sollte man schon mögen. Konkurrenzprodukte gibt es nicht."

Alexander Pröll, Mitglied im Organisationsteam

Alexander Pröll, Mitglied im Organisationsteam

 

 

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