06.03.2019 - 15:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Scherenschleifer: Polizei warnt vor Haustürgeschäften

Wenn sie abgewiesen werden, werden sie aggressiv: Im Raum Amberg-Sulzbach sind laut Polizei "Messer- und Scherenschleifer mit auffälligem Geschäftsgebaren" unterwegs. Die Beamten mahnen zur Vorsicht.

Die Polizei warnt die Bürger vor Messer- und Scherenschleifern, die momentan im Landkreis Amberg-Sulzbach Haustürgeschäfte "mit auffälligem Geschäftsgebahren" machen.
von Heike Unger Kontakt Profil

"Die Mitteilungen von besorgten Bürgern bei der Polizei häuften sich in den vergangenen Tagen", berichtet Peter Krämer, stellvertretender Leiter der Sulzbach-Rosenberger Polizeiinspektion. Grund für das Unbehagen sei das Auftreten von Messer- und Scherenschleifern, die derzeit Hausbesuche in der Region machen.

Bereits am Montag war ein landwirtschaftlicher Hof in Immenstetten (Freudenberg) das Ziel der Männer, die laut Krämer "mit noblen Fahrzeugen, meist gut gekleidet und mit französischem Akzent vorfuhren". Dem Bewohner kam das spanisch vor: Er ließ sich erst gar kein Angebot von den Scherenschleifern machen, sondern verwies die beiden Männer seines Grundstücks. "Dies wiederum fanden die beiden Unbekannten gar nicht amüsant und reagierten heftig und aggressiv", heißt es im Polizeibericht. Am Ende verschwanden sie ohne Geschäftsabschluss.

Am Dienstag gingen im Laufe des Tages zwei Anrufe bei der Inspektion in Sulzbach-Rosenberg ein. Gegen 11.30 Uhr waren erneut zwei Männer in Sinnleithen (Edelsfeld) in einen Hof gefahren, um ihre Dienste als Messer- und Scherenschleifer anzubieten. Der 43-jährige Bewohner gab den Männern tatsächlich mehrere Gegenstände zum Schleifen mit und erhielt sie auch zurück. Erst als sich der Kunde für das mit französischen Kennzeichen ausgestattete Auto der beiden interessierte, reagierten die Männer äußerst nervös und verließen fluchtartig das Gehöft.

Noch am gleichen Tag, gegen 10 Uhr, tauchte ein weiteres Team mit einem Mercedes auf einem Grundstück in Bachetsfeld (Illschwang) auf. Auch hier boten zwei Männer an, Messer und Scheren zu schärfen. Der 62-jährige Bewohner gab ihnen mehrere Gegenstände zum Schleifen und vereinbarte dafür einen Festpreis von 100 Euro. Als die Männer gegen 15 Uhr mit den geschärften Messern zurückkamen, forderten sie für ihre Arbeit aber 1128 Euro. Nach einem Streit warf ihnen der Rentner den vereinbarten 100-Euro-Schein vor die Füße und forderte sie auf, das Grundstück zu verlassen. Die Männer kamen dem nach - allerdings nur widerwillig und wutentbrannt.

Die Polizei hat die Vorfälle überprüft. Ergebnis: Es liege "kein strafbares Verhalten vor". Trotzdem mahnt Peter Krämer zur Vorsicht. "Da es sich wohl um eine reisende Gruppierung handelt, die so offensichtlich ihren Lebensunterhalt verdient, muss mit weiterem Auftreten gerechnet werden." Die Bürger sollten sich besser nicht auf derartige Haustürgeschäfte einlassen.

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