22.07.2021 - 15:55 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Spatenstich für neue Dreifach-Halle der Walter-Höllerer-Realschule Sulzbach-Rosenberg

Alle Blicke richten sich nach unten: Mehr als 6000 Bohrlöcher, sechs Meter tief und mit Zement gefüllt, bilden die feste Basis für die neue Dreifach-Turnhalle der Walter-Höllerer-Realschule. Der Anfang ist gemacht.

Dieser Spezialbohrer gründet mit über 6000 Betonpfählen das Fundament der neuen Halle.
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Schon im März startete der zweite Bauabschnitt der Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule mit dem Abriss der alten Dreifach-Turnhalle aus den 1960er-Jahren. Das neue Gebäude soll dann im Winter 2022/23 fertiggestellt sein. Solange wird auch das Containergebäude im Norden des Areals stehen bleiben und dann erst an die Berufsschule bzw. ins alte Stadtbadgelände umgesetzt, wo die nächste Großbaustelle beginnt und ebenfalls Klassenräume ausgelagert werden müssen. So wird Platz frei für die Erneuerung der Freisportanlagen im Jahr 2023 als letzte Maßnahme der Realschul-Generalsanierung, mit Gesamtkosten im Bauabschnitt 2 von rund 10 Millionen Euro.

Zunächst ging es am Donnerstag beim langerwarteten Spatenstich um die Gründe für den Abbruch der alten Halle. Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises legte die Gründe nochmals kurz dar: Die Statik der Dachbinder sei unterdimensioniert gewesen, sie hätten ersetzt werden müssen; die Verankerungen der Betonfertigteile der Fassade war ungenügend, eine neue Fassade konnte nicht darauf montiert werden. „Zudem war der Technikkeller undicht und nicht wirtschaftlich zu sanieren und der Aufbau des Sportbodens so dünn, dass bei einer Sanierung keine Dämmung möglich wäre.“ Überhaupt habe die Halle nicht den aktuellen Abmessungen einer Dreifach-Sporthalle entsprochen. „Die Einsparungen bei einer Sanierung wären so gering gewesen, dass sie zu den statischen Risiken nicht im Verhältnis lagen, und selbst dann hätte eine Sanierung kein gleichwertiges Ergebnis erbracht.“

Die neue Veranstaltungshalle mit 400 Plätzen lobte Landrat Richard Reisinger, auch wenn Bundesligaspiele eher nicht angesagt seien wegen der Parkplatzsituation. „Jetzt dürfen Sie sich freuen!“, übergab er an das Stadtoberhaupt, und Bürgermeister Michael Göth tat dies sehr gerne. Er dankte Landrat und Kreistag für die eingesetzten Mittel, schließlich würden Schule und Vereine sehr profitieren von dieser Investition.

Realschuldirektor Martin Zimmermann erinnerte an die Corona-Zeiten, in denen der Sportunterricht praktisch völlig zum Erliegen gekommen sei. Die WHR sei aber dann in den Hallen bei anderen Schulen untergekommen - dafür werde er sich selbstverständlich revanchieren, wenn bei den Kollegen Hallenrenovierungen anstünden. Er hoffte auf eine gute Fortsetzung des „Schule-Bau-Agreements“.

Für die Baufirma erinnerte Walter Scharnagl an teils massive Materialdefizite durch die Krise, vor allem bei Holz- und Plastikteilen. Er sicherte aber zu, alle Kräfte der Firma für eine fristgerechte Fertigstellung einzusetzen.

Also regieren jetzt die Baumaschinen am Erlheimer Weg, und besonders ein Spezialgerät hat viel zu tun: Es treibt einen sechs Meter langen Bohrer in den Untergrund und füllt das Loch gleichzeitig mit einem Kalk-Zement-Gemisch, das durch die Erdfeuchtigkeit zu Beton erstarrt. Praktisch alle 60 Zentimeter wird so ein Gründungspfahl gesetzt, um dem Fundament der Halle Halt zu geben. Nach Auskunft der Baufirma Scharnagl aus Weiden ergeben die Bohrlöcher im Originalabstand aneinandergereiht die Strecke von 4000 Metern. Dann entsteht das Gebäude für Umkleiden, Sanitärräume etc. direkt an der Wand der Schule. Die Turnhalle selbst wird aus Betonfertigteilen errichtet und ist vom Pausenhof aus und durch das Schulgebäude direkt jeweils barrierefrei zu erreichen.

„Die neu entstehende Sporthalle ist alles andere als ein bloßes Anhängsel an das Hauptgebäude, sondern die Vervollständigung eines ansprechenden Gesamtensembles“, meinte Realschuldirektor Martin Zimmermann im Gespräch mit unsrer Zeitung. Ein Zugang erfolge ja über den Pausenhof und damit auf dem Niveau des Erdgeschosses der Schule. Die Fassade werde in der gleichen, ansprechend-bunten Form gestaltet.

Auch für den Schulbetrieb sei die Sporthalle von wesentlicher Bedeutung. Die Realisierung einer Dreifachhalle biete der WHR alle Möglichkeiten zur Umsetzung des Pflichtunterrichts und verschiedener Wahlfächer.

„Während des Schuljahres ist eine Sporthalle immer wieder von herausragendem Wert“, erinnerte Zimmermann an Informationsabende zum Übertritt, Schulspiel-Aufführungen, musische Abende und vieles mehr. Nicht zuletzt sei die Sporthalle ein wichtiger Raum für Abschlussprüfungen und die feierliche Überreichung der Zeugnisse an die Realschulabsolventen.

„Eine Sporthalle hat für die Schule - die Schulgemeinschaft insgesamt und das Schulleben - eine wesentliche Funktion. Damit kann zum einen der vollständige Fächerkanon angeboten werden; Schüler erhalten ein bereicherndes Angebot bzw. wichtige Abwechslung zum Unterricht in den Klassenräumen.“ Auch das Wahlfachangebot könne durch die Sporthalle wieder vollständig realisiert bzw. umgesetzt werden.

Bewegung und Abwechslung vom Lernen am Tisch sei für Kinder bzw. Jugendliche von immenser Bedeutung. Nicht nur Corona habe stark verdeutlicht, welche Folgen gewisse Defizite - vor allem im sozialen Bereich und bei Bewegungsangeboten - haben können. Die Übergangszeit werde mit Shuttlebussen zu Sporthallen anderer Schulen in Sulzbach-Rosenberg überbrückt. Dabei helfen sich die Schulen konstruktiv über die harte Zeit und stellen freie Zeitfenster in den eigenen Sportstätten der WHR zur Verfügung.

Erster Bauabschnitt der sanierten Realschule geht in Betrieb

Sulzbach-Rosenberg
Nach geglücktem Spatenstich fachsimpeln (von links) der planende Coplan-Architekt Michael Harlander, Schulleiter Martin Zimmermann, Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Michael Göth über die neue Halle.
Die Bagger bereiten derzeit den Untergrund für die neue Halle vor.
Landrat und Bürgermeister schauen sich den Spezialbohrer aus der Nähe an.
Hintergrund:

Fakten zur neuen Halle der Walter-Höllerer-Realschule

  • Neuer Standort direkt am oberen Pausenhof angeschlossen
  • Bauweise aus Stahlbeton-Fertigteilen
  • Modere Gebäudetechnik mit Lüftungsanlage
  • Versammlungsstätte für 400 Personen mit Zuschauergalerie
  • KfW-Standard-Effizienzhaus 55 mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von bis zu 112 000 Euro

 

 

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