28.09.2021 - 13:51 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Auf den Spuren von Walter Höllerer in Sulzbach-Rosenberg unterwegs

Walter Höllerer ist vor 18 Jahren gestorben, in seiner Heimatstadt aber unvergessen. Auf einem literarischen Spaziergang zeigte die Ambergerin Elke Kotzbauer Stationen seiner Kindheit und Jugend in Sulzbach auf.

Nicht nur mit Texten, sondern auch mit Fotos schilderte Elke Kotzbauer die jungen Jahre Walter Höllerers in seiner Heimatstadt.
von Helga KammProfil

Es war dem kleinen Walter Höllerer nicht in die Wiege gelegt, dass er einmal Schriftsteller, Professor für Literaturwissenschaft und ein bedeutender Sohn seiner Heimatstadt werden würde. Kulturführerin Elke Kotzbauer erinnerte auf einem Spaziergang weniger an den Mann, der das geistige Leben einer ganzen Epoche mitprägte. Sie schilderte den Lehrersohn Walter Höllerer daheim in der Bayreuther Straße, der im Alter von acht Jahren schon die Mutter verlor, "es also nicht leicht hatte in der Kindheit". Später sagte Höllerer, so Elke Kotzbauer, dass dieses Sulzbach mit seinen Arbeitern, Bergleuten, Stadt- und Landleuten maßgebend gewesen sei für seinen weiteren Lebenslauf.

Höllerers Geburtshaus war eine der Stationen des Rundgangs. Es folgten der Bahnhof, von dem aus der junge Walter als Fahrschüler unterwegs war; der alte Sulzbacher Friedhof, auf dem seine Großeltern begraben wurden. Der Annaberg spielte nicht nur für das Kind und seine Großmutter eine Rolle, sondern auch in späteren Jahren als Treffpunkt mit den alten Freunden. "Der Ottmann Max gehörte dazu", erzählte die Kulturführerin. Höllerer habe in der Ottmannschen Seilerei fasziniert das Splissen mit einem Elefantenzahn beobachtet, "weil er doch eine Vorliebe für Elefanten hatte". Der Stadtpark mit dem Schiller-Gedenkstein, die Klostergasse und vor allem das 1977 von ihm gegründete Literaturarchiv schilderte sie als weitere Orte in der Stadt, die eng mit seinem Leben verknüpft sind. Dazu hatte Elke Kotzbauer akribisch recherchiert, vertiefte ihre Ausführungen mit Zitaten, Fotos, Anekdoten, Gedichten und Texten Höllerers.

Seine berufliche Karriere, seine Erfolge als Schriftsteller, Herausgeber und Gründer der Literaturzeitschrift "Akzente" und als Mitglied der Gruppe 47 kamen natürlich auch bei diesem literarischen Rundgang zu Wort. Besonders aber seine Rede mit dem Thema "Hier, wo die Welt anfing", als ihm 1974 der Kulturpreis seiner Heimatstadt verliehen wurde.

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