23.07.2021 - 12:41 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stadt Sulzbach-Rosenberg lässt Bäume fällen

Ein 51 Seiten starkes Gutachten gibt drei alten Bäume am Friedhofsberg in Sulzbach-Rosenberg keine lange Standzeit mehr. Der Bau der Oberpfalz-Arkaden zwingt jetzt zu einer Entscheidung.

Nach Expertenmeinung nicht mehr zu retten sind die drei alten Bäume am Fuße des Friedhofsbergs (hinter dem Bauzaun). Sie sollen in Kürze der Säge zum Opfer fallen.
von Externer BeitragProfil

Die Bauarbeiten an den Oberpfalz-Arkaden in Sulzbach-Rosenberg schreiten immer weiter voran. Am südwestlichen Rand der Baustelle, angrenzend an den Fuß- und Radweg über den Friedhofberg, stehen mehrere als schützenswert angesehene Bäume, wie die Stadt Sulzbach-Rosenberg in einer Presseinformation mitteilt. Auf ihre Empfehlung habe der Bauherr des neuen Einkaufszentrums ein Gutachten durch ISB Urban Forestry erstellen lassen. Ein besonderes Augenmerk habe der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Bodo Siegert auf zwei Spitzahorne und eine Rosskastanie gelegt, die der Baustelle am nächsten stehen.

"Die Untersuchung der drei betroffenen Bäume ergibt zunächst ein zweideutiges Bild", zitiert die Stadt aus den Ergebnissen: "Optisch sind die Bäume zunächst vital und grün. Betrachtet man die Bäume eingehend, so wird deutlich, dass diese vor einigen Jahren erheblich, weit über das Maß einer Pflegemaßnahme zum Baumerhalt, zurückgeschnitten wurden. Der Rückschnitt betrug zwischen 40 und 70 Prozent, was nach Regelwerk den Umfang eines Kronensicherungsschnittes beträgt. Ein Kronensicherungsschnitt wird bei erkannten erheblichen Baumschäden, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, ohne Rücksicht auf den Habitus, für eine begrenzte, stark verkürzte Reststandzeit, angewendet."

Die drei Bäume befinden sich auf städtischem Grund. Der Höhenunterschied zwischen dem Gelände Friedhofberg und der künftigen Zufahrt der Oberpfalz-Arkaden beträgt im Minimum 2,00 Meter. Mit dem Bau der Zufahrt müssten unweigerlich die Wurzeln aller drei Bäume einseitig beseitigt werden. Daraus leitet der Sachverständige ein tatsächliches Standsicherheitsproblem ab. Nachdem der damalige radikale Kronensicherungsschnitt die Bäume bisher vor dem Umsturz bewahrt habe, sei die Schädigung an ihrer statischen Situation weiter vorangeschritten. Das 51-seitige Gutachten räume ihnen keine Aussichten auf eine noch längere Lebensdauer mehr ein.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt, von der Stadt in dieser Angelegenheit kontaktiert, teilte die Bedenken hinsichtlich der Standfestigkeit der Bäume angeführt. Angesichts der vom Sachverständigen prognostizierten geringen Reststandzeit von wenigen Jahren hielt sie einen Erhalt der drei Bäume für nicht zielführend. Bei einer Beseitigung müssten sie nach der Baumschutzverordnung kompensiert werden.

Der Umweltschutzbeauftragte der Stadt, Peter Zahn, bestätige, dass die Bäume teilweise Vorschädigungen aufweisen und entlastende Eingriffe in der Vergangenheit zu neuen Problemen - wie der Steigerung der Windangriffsfläche - geführt hätten. "Auch Herr Zahn zieht es vor, die Fällung der Bäume zu akzeptieren und dafür gesunde, standortgerechte Neupflanzungen zu favorisieren", heißt es in der Presseinfo. Für den Bereich Friedhofsberg/Storg/Storgkreuzung solle eine gesamtheitliche Planung erstellt werden.

Die Stadt Sulzbach-Rosenberg kündigt an, in den nächsten Tagen die Fällung der drei Bäume zu veranlassen. Vorher werde es natürlich eine Nachschau auf brütende Vögel oder Vogelnester geben. Bei Fragen können sich Bürger unter 09661/510-110 an Kerstin König in den Stadtverwaltung wenden.

Pflegearbeiten an Alleebäumen aus dem 17. Jahrhundert

Sulzbach-Rosenberg

 

 

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