25.01.2021 - 14:57 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zum Start statt Pädagogik handwerkliche Aufgaben

Was macht eine Jugenddiakonin, wenn jegliche normale Jugendarbeit wegen der Covid-Regeln verboten ist? In dieser Situation befindet sich Bettina Böhm.

Das sonnengelb gestrichene Büro macht Lust zum Arbeiten, aber vorerst darf Jugenddiakonin Bettina Böhm nur Online-Angebote machen.
von Autor COGProfil

Als Bettina Böhm vor drei Monaten die Stelle der Jugenddiakonin in Sulzbach an der Christuskirche, in Rosenberg St. Johannis und Poppenricht St. Michael antrat, hatte sie viele Ideen. Sie wollte Neues ausprobieren, persönliche Kontakte knüpfen und mit jungen Menschen arbeiten. Das liegt vorläufig alles auf Eis.

Sie musste sich deshalb andere Aufgabenfelder suchen, auf denen sie sich auch unter den geltenden Regeln der Kontaktbeschränkung einbringen kann. So lernte sie die haupt-, neben- und einige der ehrenamtlichen Mitarbeiter in den drei Gemeinden real, vor allem aber über Videokonferenzen kennen. Ihr Eindruck daraus: „Alle, mit denen ich zu tun habe, haben mich herzlich aufgenommen.“

Der Einführungsgottesdienst für die neue Jugenddiakonin

Sulzbach-Rosenberg

Ihr Büro in der Pfarrgasse war dunkel. Das fand auch der Bauausschuss und genehmigte die Malerarbeiten. Jetzt strahlen die Wände in einem sonnigen Hellgelb, das sofort gute Laune macht. Die nächste Baustelle liegt schräg gegenüber: das Jugendhaus. Die Küche war alt und entsprechend abgenutzt, und daher hat die Gemeinde entschieden, in einen neuen Fußboden, eine Küchenzeile und eine Bar zu investieren. Einiges ist schon eingebaut und eingerichtet. Es riecht neu und frisch.

Der Glanz der Küche lässt die anderen Räume jetzt etwas schäbig aussehen. Auch hier will Böhm renovieren und umräumen. Vorher muss sie aber aufräumen. Und dabei sind die vielen Schränke, die in allen drei Stockwerken des Hauses stehen, eine echte Herausforderung. Einiges hat die Diakonin geordnet und vieles aussortiert. Nicht ohne Grund hängt an der Pinnwand über ihrem Schreibtisch ein Zettel mit den Öffnungszeiten des Wertstoffhofs.

Handwerkliche Arbeiten sind eigentlich nicht Böhms Tätigkeitsschwerpunkt, EDV auch nicht. Im Studium hat sie sich mit pädagogischen und religionspädagogischen Themen befasst. Deshalb möchte sie lieber persönlich mit Menschen arbeiten, als am Computer Online-Angebote bereitzustellen.

Ihr Ziel ist es, in den drei Gemeinden für die jungen Gemeindeglieder von der Taufe bis zum Erwachsenenalter Begleitung anzubieten: „Es soll immer wieder Berührungspunkte mit der Kirche geben, von klein auf.“ Anfangen will sie bei den Jüngsten. So plant sie im Rahmen der Elementarpädagogik ein Eltern-Kind-Café. Das wird Eltern die Möglichkeit geben, sich zu treffen, andere Familien kennenzulernen und sich auszutauschen. Auch bei den Kindertageseinrichtungen sieht die engagierte Diakonin ein wichtiges Aufgabenfeld – wenn die Pandemie es wieder zulässt.

Arbeit mit Jugendlichen ist derzeit nur online möglich. Böhm ist in den Konfirmandenunterricht in Rosenberg und Poppenricht eingebunden. „Wir machen das Beste daraus“, findet sie, ist aber nicht wirklich zufrieden. Denn Wissensvermittlung ist zwar im Internet möglich, aber so funktioniert es nicht, die Mädchen und Jungen für die evangelische Jugend zu begeistern. Dafür braucht es den persönlichen Umgang.

Bis sie anfangen kann, ihre Pläne umzusetzen, muss sie noch einige Covid-Wochen überbrücken und wird sicher noch oft zum Wertstoffhof fahren. Aber dann kommt frischer Schwung in die Jugendarbeit in Sulzbach, Rosenberg und Poppenricht.

Jugend im Chat mit dem Landesbischof

Sulzbach-Rosenberg

Es soll immer wieder Berührungspunkte mit der Kirche geben, von klein auf.

Jugenddiakonin Bettina Böhm

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