30.06.2021 - 17:24 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger Altstadt soll für Verkehr gesperrt werden

Während einer Testphase soll ab Ende Juli die Sulzbacher Altstadt für den Verkehr gesperrt werden. Das hat Auswirkungen auf Bewohner, Geschäfte und Gastronomie. Und die Stadtverwaltung muss schnell weitere Erkenntnisse gewinnen.

Wie eine Sperrung der Sulzbach-Rosenberger Altstadt für den Autoverkehr bei den Bürgern ankommt, wollen Stadtrat und Verwaltung in Erfahrung bringen. Dazu wird es auch eine vierwöchige Testphase geben .
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die Idee einer Vollsperrung der Sulzbacher Altstadt ist nicht neu. Ein Relikt früherer Vorstöße in diese Richtung ist die „Mini-Fußgängerzone“ in der Rosenberger Straße beim Rathaus. Abgezielt wird von den Befürwortern am Ende auf eine neue Verkehrsführung, um den Stadtkern zu beleben. Mit einer vierwöchigen Testphase wollen die Fraktionen von CSU/JU, den Bündnisgrünen sowie von SURO2030 Erkenntnisse gewinnen, ob sich durch den verbannten Autoverkehr Ziele wie eine gesteigerte Aufenthaltsqualität umsetzen lassen.

Naturgemäß wird eine solche Sperrung, die im Prinzip genauso wie an den drei Jahrmärkten aussehen soll, nicht nur auf Gegenliebe stoßen. Geschäftsinhaber schätzen es zum Beispiel, wenn die „Laufkundschaft“ auch mal kurz direkt vor dem Laden parken kann, wie Erika Ottmann vom gleichnamigen Geschäft gegenüber Oberpfalz-Medien bestätigte. Bürger mit Handicap suchen fast zwangsläufig unmittelbare Parkplätze an ihrem Zielort - so auch in der Altstadt. Bewohner in der Sperrzone könnten nur noch zu Fuß ihre Häuser und Wohnungen erreichen. Auch die Zufahrt zu den Kirchen wäre mit Einschränkungen verbunden. Viele Interessen also, die unter den berühmten Hut gebracht werden müssten.

Höchstens 100 Meter

Die Antragsteller Patrick Fröhlich (CSU), Gaby Mutzbauer (Grüne) und Doris Schmidt-Hartmann (SURO2030) wollen in der vierwöchigen Testphase, jeweils von Samstag, 13 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, an den Wochenenden vom 31. Juli bis 29. August 2021 die Altstadt für den Verkehr auf der Hauptachse Rosenberger Straße und Luitpoldplatz mit Seiten-Zonen sperren. Der Umfang der Sperrung sei nach Angaben der drei Fraktionen so gewählt, dass Anwohner dieser Zone ihre Wohnung oder Haus mit einem Fußweg von höchstes etwa 100 Metern erreichen könnten. Eine Zufahrt zur Kirche St. Marien bliebe über die Pfarrgasse offen, die Christuskirche könnte weiter über die Neustadt erreicht werden. „Vitale Stadtkerne haben weit über die Versorgung der Verbraucher hinaus eine zentrale Bedeutung. Für Bürger und Touristen haben Innenstädte einen hohen Identifikationswert“, heißt es im Antragstext.

Vorstellbar wären für die Befürworter während der Sperrung zusätzliche Aktionen wie Pop-Up-Stores oder Vereinsaktivitäten. Gewünscht sei kein Festcharakter, sondern Normalbetrieb - jedoch ohne Fahrzeuge, was Aufenthaltsqualität und Sicherheit für Bürger und Touristen steigern könnte.

Für die Juli-Sitzung

„Die gewonnenen Erkenntnisse und die Bewertung durch in der Altstadt ansässige Anwohner und Gewerbetreibende sollen verwendet werden, um das weitere Vorgehen hinsichtlich der Verkehrsführung zu beraten“, so die Antragsteller, die auch auf die Möglichkeit hinweisen, dass alle Bürger mittels eines Formulars auf der Homepage der Stadt oder per E-Mail Anregungen zur Testphase geben können. Diesen Schritt nimmt die Sulzbach-Rosenberger Stadtverwaltung nun zur Vorbereitung der nächsten Stadtratssitzung quasi vorweg, in dem sie die Meinung der Anwohner, der Gastronomie und Hotellerie, des Einzelhandels und der Kirchen einholt. Auch jeder andere Bürger könne sich nach Wunsch der Kommune einbringen. Der Stadtrat befasst sich dann in seiner Sitzung am Dienstag, 20. Juli, mit dem Antrag.

Da die Zeit drängt, bittet die Verwaltung darum, Meinungen, Vorschläge oder Einwände bis Freitag, 9. Juli, schriftlich an die Stadt, Luitpoldplatz 25, oder per Mail an kulturwerkstatt[at]sulzbach-rosenberg[dot]de zu richten.

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Blick von Osten in die Altstadt: Während der Testphase soll auch dieser Bereich gesperrt werden.
Hintergrund:

Grenzen der Altstadt-Sperrzone

  • Nord: Christuskirche/Buchhandlung Volkert sowie Pfarrplatz St. Marien/Eisdiele
  • Ost: Gasthaus Zur Schmiede/Apollo Optik
  • Süd: Einmündung Rosenberger Straße im Bereich Hafnersgraben und Frühlingsstraße
  • West: Luitpoldplatz Litfasssäule/Gästehaus Bayerischer Hof und Einmündung Bergstraße

„Für Bürger und Touristen haben Innenstädte einen hohen Identifikationswert.“

Gaby Mutzbauer, Doris Schmidt-Hartmann und Patrick Fröhlich für die Antragsteller

 

 

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