Sulzbach-Rosenberg
05.05.2021 - 16:23 Uhr
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Radwegekonzept: Stadt tritt noch auf der Stelle

Die Förderung des Fahrradverkehrs wird auch in Sulzbach-Rosenberg als wichtiger Beitrag für den Klimaschutz gesehen. Wie dieser erreicht werden soll, ist allerdings noch offen.

Einer von 26 Vorschlägen für neue Radwege im Konzept der Umweltschutzinitiative betrifft die Passage von Erlheim nach Kleinfalz. Bild: Andreas Royer
Einer von 26 Vorschlägen für neue Radwege im Konzept der Umweltschutzinitiative betrifft die Passage von Erlheim nach Kleinfalz.

Die Diskussion um ein Radwegekonzept in Sulzbach-Rosenberg ist nicht neu. Aktuell kam es wieder im Stadtrat bei einem Antrag auf Fördermittel aus einem Bundesprogramm für solche Projekte zur Sprache. Bedürfnisse der Radfahrer fanden in den vergangenen 30 Jahren zwar auch immer das Gehör der Kommunalpolitik, aber eine generelle Zufriedenheit wollte sich bei diesem Thema nicht einstellen. Verschiedene Vorgaben und verkehrstechnische Entwicklungen, aber auch ein gestiegenes Umweltbewusstsein sorgen beim Fahrradverkehr für fortwährenden Wandel. Was bleibt, ist die Forderung nach einem Konzept.

Ein solches wird mindestens seit 1995 diskutiert, als sich der vom damaligen Bürgermeister Gerd Geismann initiierte Arbeitskreis „Radwege“ Gedanken machte. Allerdings hatte man damals den Stadtrat von einer Mitwirkung fast gänzlich ausgeschlossen. Daneben sammelte der SPD-Ortsverein – basierend auf seinem kommunalpolitischen Langzeitprogrammen – über Jahre Vorschläge, die in ein eigenes Fahrradkonzept mündeten, das auch im vergangenen Kommunalwahlkampf durch die Sozialdemokraten vorgestellt wurde.

Verschiedene Anträge

Ebenfalls in diese Zeit fiel ein Antrag auf ein Radwegekonzept durch die Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative zur Bürgerversammlung im November 2019. Und noch früher datiert im gleichen Jahr ein Antrag von Gaby Mutzbauer, die im Februar die Fortschreibung des Konzeptes aus den 90er-Jahren forderte. Schließlich kam es mit der Konstituierung des neuen Stadtrats im Mai 2020 zur Einrichtung der Arbeitsgruppe (AG) „Radwegekonzept“, die bisher einmal tagte. Auch aus der Bürgerschaft gab es verschiedene Vorschläge zum Fahrradverkehr, wie zuletzt zur Bürgerversammlung von Kathrin Altmann und Markus Blaschek. In der Januarsitzung einigte sich der Stadtrat darauf, diese Anregungen bei der nächsten Sitzung der AG „Radwegekonzept“ zu bearbeiten.

Wie bereits berichtet, stellte Christian Steger nun in der Märzsitzung des Bauausschusses einen Antrag auf „Erstellung eines professionellen Radwegekonzeptes durch ein geeignetes Büro“. Als Begründung galt unter anderem der Verweis auf ein umfangreiches Förderprogramm für den Ausbau der Fahrradmobilität. Bestehende Konzepte sollten entsprechend berücksichtigt werden.

Veränderung der Mobilität

Bei der Auftaktsitzung der AG im Juli vergangenen Jahres lenkte Bürgermeister Michael Göth den Blick auf die Ausrichtung eines neuen Konzeptes. Soll es auf veränderte Mobilität abzielen und die Benutzung von Fahrrädern im Gegensatz zum Pkw fördern, oder soll es eher auf Freizeit-Radler gemünzt sein? „Einen direkten Einfluss hat die Arbeitsgruppe nur auf die städtischen Wege“, machte der Rathauschef damals deutlich. Thomas Steiner nannte in dieser Sitzung drei grundlegende Punkte aus Sicht der Umweltschutzinitiative: Ergänzung und Ausbau des Radwegenetzes, Erhöhung der Sicherheit für Radler sowie ein Verbesserung des Services (Abstellplätze). Weitere Punkte der ersten AG-Sitzung waren unter anderem Kosten für ein fachliches Konzept, Wege zur Reduzierung des Autoverkehrs, generelle Veränderung der Mobilität, Start mit einer Lösung nur auf Flächen der Stadt oder rechtliche Vorgaben in bestimmten Bereichen.

Mittlerweile hat Thomas Steiner einen Entwurf für ein Radwegekonzept 2020 zusammengestellt, das auf den verschiedenen bisher vorgelegten und vorgenannten Vorschlägen basiert. „Dargestellt sind darin die bereits vorhandenen Radwege und insgesamt 26 Vorschläge für eine Erweiterung des bestehenden Netzes. Dieser Entwurf könnte in einer der nächsten AG-Sitzungen als Basis vorgestellt werden, ein Termin dazu stehe aber noch aus.

Wie Walter Spies, Vorsitzender der Sulzbach-Rosenberger Umweltschutzinitiative, auf Nachfrage durchblicken lässt, halte er nichts vom aktuellen CSU-Vorschlag nach einem professionellen Konzept durch ein Planungsbüro. „Wir sind der Ansicht, dass mit insgesamt 26 Vorschlägen aus den Konzepten der BI sowie vom Arbeitskreis 95 und der SPD zunächst ausreichend Maßnahmen benannt wurden, um eine schnelle Umsetzung zu verwirklichen. Es geht darum, jetzt in die Gänge zu kommen“, so Spies. Mit dem Ausbau des Radweges entlang der Bahnstrecke vom Hitzelmühlweg zum Eislaufplatz sei bereits eine Forderung der Umweltschutzinitiative umgesetzt worden.

Punkte abarbeiten

Spies fordert nun alle Verantwortlichen auf, die weiteren Punkte des Konzeptes abzuarbeiten. Nach Ansicht der Umweltschützer sei es zudem unerlässlich, jährlich Mittel in den Haushalt der Stadt einzustellen. „Ein neues Gutachten würde nur bedeuten, dass zunächst einmal nichts weiter geschieht. Wertvolle Zeit ginge verloren“, so der Vorsitzende der Initiative. Das Anzapfen möglicher Förderquellen hätte ein Klimaschutzmanager übernehmen können, den es für Sulzbach-Rosenberg aber nicht gebe, bedauert Spies diesen personellen Leerstand.

Nach der Ausarbeitung Steiners ziele das Radwegekonzept ab auf die Veränderung der Mobilität weg vom Auto hin zu mehr ÖPNV und Fahrradverkehr. Neben der Auflistung der bestehenden Radwege gibt es Vorschläge zum Ausbau in den Stadtteilen Sulzbach (23) und Rosenberg (3). Darüber hinaus werden die jeweiligen Maßnahmen konkreter beleuchtet, unter anderem im Hinblick auf die Grundstücks- und Besitzverhältnisse, Ausführung, Beschlusslage und Machbarkeit.

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Hintergrund:

Radwegekonzept der Umweltschutzinitiative (Auswahl)

  • Geh- und Radweg (GuR) in der Heinrich-Böllstraße.
  • GuR-Verbindung Weiherstraße durch den Stadtpark.
  • GuR durch das alte Stadtbadgelände.
  • GuR entlang Erlbach vom Kreuzerwirt bis zur Kapelle.
  • GuR über Erlheim nach Seidersberg/Kleinfalz.
  • GuR Melanchthonstraße zur Rosenberger Straße.
  • GuR entlang der Hofgartenstraße.
  • GuR entlang Gymnasium.
  • Radweg entlang der Dieselstraße zum Krötensee-Schulzentrum.
  • Weiterführung des Radwegs entlang des Rohrwerks vorbei am Klärwerk neben Rosenbach nach Altmannshof.
Auch in der Nürnberger Straße wäre nach Auffassung der Umweltschutzinitiative ein kombinierter Geh- und Radweg denkbar. Bild: Andreas Royer
Auch in der Nürnberger Straße wäre nach Auffassung der Umweltschutzinitiative ein kombinierter Geh- und Radweg denkbar.
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