17.02.2021 - 15:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger Künstler feiern: Gruppe 81 seit 40 Jahren voll im Bild

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Acht Männer und vier Frauen aus Sulzbach-Rosenberg arbeiten mit Pinsel und Farben, sie modellieren aus Ton und bearbeiten Holz und Stein. Sie haben sich zusammengeschlossen zur Gruppe 81. Das ist jetzt 40 Jahre her.

Verschmitzt lächelnd schaut das Woizkirwa-Urgestein Wolf Winter bei einer Ausstellung zum großen Brauchtumsfest im Jahr 2017 auf die langjährigen Mitglieder der Gruppe 81 (von links) Roman Friedrich, Bernhard Müller und Hans Wuttig.
von Helga KammProfil

Auch wenn das 40-jährige Gründungsjubiläum der Gruppe 81 nicht im großen Rahmen gefeiert werden kann, so machen die Mitglieder in Sulzbach-Rosenberg auf ihre Gründung aufmerksam: mit wechselnder Ausstellung ihrer Kunstwerke im Galerie-Fenster in der Frühlingsstraße 10 und mit Kurzberichten über ihr Leben und Werk bei Oberpfalz-Medien.

„Angefangen hat es in den 70er Jahren beim Altstadtfest“, erzählt Bernhard Müller, der unermüdliche Motor der Künstlergruppe seit 40 Jahren. „Dampfschiff“, Vorläufer der Bettler-Big-Band, habe gespielt, Eberwein Freibier spendiert, und „da war viel los“. So viel, dass Hans Wuttig, schon damals der renommierte Maler der Stadt, die Gründung einer Künstlergruppe angeregt hat, die in jedem Jahr zum Altstadtfest ihre Werke ausstellen sollte.

Ein Name war bald gefunden. Nach dem Vorbild der „Gruppe 47“, einer Vereinigung von Schriftstellern um den in Sulzbach aufgewachsenen Walter Höllerer, den Mit-Initiator des Literaturarchivs, nannten sich die bildenden Künstler der Stadt „Gruppe 81“.

Vom Literaturarchiv zur Galerie

Das Literaturarchiv im ehemaligen Amtsgericht war dann auch jahrelang der Schauplatz für die Altstadtfest-Ausstellungen der Gruppe 81. Es folgte der Seidel-Saal, bis Roman Friedrich 2016 für eine Ausstellung zu seinem 70. Geburtstag einen Raum suchte und fand. Über 30 Jahre lang stand im Erdgeschoss des Hauses Frühlingsstraße 10 ein Laden leer, der einstmals dem Renner-Wagner gehörte und einem Bettengeschäft als Verkaufsraum diente. Die Gruppe 81 griff zu, Bernhard Müller stellte sich als Mieter zur Verfügung und ist es bis heute geblieben. Es wurden zwei Räume renoviert und als Galerie eingerichtet, die Gruppe hatte ihr gemeinsames Zuhause gefunden.

„Bis auf Peter Kostka sind alle Gründungsmitglieder von damals heute noch dabei“, zählt Bernhard Müller auf. Zu den anfangs acht sind im Lauf der Jahre weitere hinzugekommen. Heute zählt die Gruppe 81 zwölf Mitglieder im Alter von 54 bis 89 Jahren. Ihre Galerie dient den acht Männern und vier Frauen als Ausstellungsraum, ihre Ateliers und Werkstätten aber haben sie alle daheim, sei es in der Stadt, im Landkreis oder weiter entfernt in Bayern.

Breites Kunstspektrum

Breitgefächert ist ihre Kunst. Ölgemälde und Aquarelle, Grafiken, Drucke, Radierungen, Lithographien, Hinterglasmalerei, Arbeiten mit Holz, Stein und Ton zeigen die Kreativität und die Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Schöpfer auf. „Das Niveau war uns immer wichtig“, betont Bernhard Müller, „es soll ja nicht nur gemalt werden, sondern es kommt auf die Ideen an.“

Neue Ideen und Inspirationen holte sich die Gruppe 81 bei mehreren Studienreisen, unter anderem in die Toskana, nach Dänemark und Berlin. Daheim standen Weihnachtsausstellungen und Sonderausstellungen auf dem Programm, zum Beispiel über Zeichnungen oder zum Thema Maxhütte. Gemeinsam wurde eine Tonsäule im Literaturarchiv gestaltet und in München ein großformatiges Bild gemalt. „Ein Muss war in jedem Jahr das Annabergfest, da haben wir uns alle getroffen“, sagt Müller. Dass dieses Zusammensein wie so vieles andere im vergangenen Jahr nicht möglich war und auch in diesem Jahr in den Sternen steht, bedauert er, auch im Hinblick auf die überwiegend schon älteren Mitglieder. Und das führt zur Frage nach der Zukunft der Künstlergruppe 81. „Wir hoffen, dass auch jüngere Leute zu uns stoßen“, zeigt er sich optimistisch, „die nach dem Studium oder den Anfangsjahren in Beruf und Kunst das kulturelle Leben in Sulzbach-Rosenberg mitgestalten und bereichern wollen“.

Mehr zur Gruppe 81

Gründung und Intention

Durch die Gründung der Gruppe 81 im Jahr 1981 sollte das kulturelle Leben der Stadt Sulzbach-Rosenberg durch eine weitere Facette geistesgeschichtlichen Ursprungs ergänzt und aus seiner partiell existierenden Lethargie aufgeweckt werden. Die persönliche Auseinandersetzung der einzelnen Gruppenmitglieder mit Themen des Alltäglichen und deren visuelle Gestaltung wollte und will Denkanstöße vermitteln. Ziel der Künstler damals und heute ist es, das Interesse der Bevölkerung zu wecken, um einen gemeinsamen Gedankenaustausch zu ermöglichen.

Mehr zu Ausstellungen der Gruppe 81

„Das Niveau war uns immer wichtig. Es soll ja nicht nur gemalt werden, sondern es kommt auf die Ideen an.“

Bernhard Müller

Hintergrund:

Die Mitglieder der Gruppe 81

  • Uschi Brauner – Skulpturen/Keramik/Gemälde
  • Thomas Deisel – Grafiken/Gemälde
  • Roman Friedrich – Grafiken/Gemälde/Objekte
  • Werner Häusler – Objekte/Drucke/Gemälde
  • Elisabeth Heimbucher – Keramik/Objekte
  • Thomas Heimbucher – Keramik/Objekte
  • Peter Kuschel – Bildhauer/Maler/Keramiker
  • Nora Matocza – Zeichnungen/Drucke/Gemälde
  • Bernhard Müller – Grafiken/Gemälde/Fotomontagen
  • Emma Niklas – Grafiken/Gemälde
  • Günter Wendler – Grafiken/Gemälde
  • Hans Wuttig – Grafiken/Gemälde/Hinterglasmalerei/Monotypien

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