06.10.2021 - 16:20 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Topfpflanzen: Ab ins Winterquartier

Wenn die Tage kürzer werden, müssen die Kübelpflanzen von Balkon und Terrasse für die kalte Jahreszeit in Keller oder Treppenhaus umziehen. Welche Pflanze sich an welchem Ort wohlfühlt, weiß die Hobbygärtnerin Helga Kamm.

Mediterrane Kübelpflanzen wie Zitrusbäumchen, Lilien, Geranien und Oleander in Töpfen müssen bald ins Winterquartier.
von Helga KammProfil

Einen Sommer lang erfreuen sie mit reichem Blütenflor: Engelstrompete, Oleander, Schmucklilie und andere. In Töpfe gepflanzt schmücken sie Terrassen und Gärten, vermitteln südliche Atmosphäre. Was und wohin aber mit den Sonnenkindern im Winter? Hobby-Gärtnerin Helga Kamm gibt Ratschläge.

Wenn die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, geht es in meinem Garten allmählich ans Einräumen der frostempfindlichen Kübelpflanzen. Die Faustregel lautet: So spät wie möglich ins Winterquartier, da draußen die besseren Bedingungen herrschen als in den Kellern oder Treppenhäusern. Aber auch hier gilt es, Unterschiede zu beachten.

Hibiskus oder Bougainvillea, die Schönheiten, die ursprünglich aus den Tropen kommen, sind am empfindlichsten und müssen ins Haus, sobald die Temperatur unter null Grad Celsius sinkt. Die Pflanzen, die im Mittelmeerraum beheimatet sind, wie Oleander, Schmucklilien und Zitruspflanzen, vertragen leichte Minustemperaturen. Bleibt es aber mehrere Nächte kalt, dann sollten auch sie eingeräumt werden. Härter im Nehmen sind Canna, Lorbeer- und Olivenbäume. Sie vertragen Frost bis minus zehn Grad und müssen daher erst spät ins Winterquartier.

Das passende Winterquartier für jede Pflanze

Wie soll nun das Winterquartier aussehen? Die meisten Pflanzen mögen es kühl. Aber nicht nur die Temperatur ist für sie wichtig, um gut über den Winter zu kommen, sondern auch das Licht. Winter- oder immergrüne Pflanzen brauchen auch im Winterquartier ausreichend Licht. Ein Standort hell und kühl mit einer Temperatur zwischen 5 und 15 Grad ist für sie optimal. Generell gilt: Je wärmer die Pflanzen überwintern, um so heller müssen sie stehen.

Laubabwerfende Arten wie Bleiwurz, Feige oder Wandelröschen können auch in einem dunklen Keller oder im Treppenhaus aufgestellt werden. Weil die Bedingungen im Winterquartier oft nicht die besten sind, gilt es, für gute Belüftung zu sorgen und die Pflanzen nicht zu eng zu stellen.

Um den Wintergästen "kalte Füße" zu ersparen, stelle ich Kübel oder Töpfe auf Unterlagen aus Holz oder Styropor. Trockene Heizungsluft oder Bodenheizung mögen sie allerdings auch nicht. Das Düngen stelle ich bereits Ende August ein. Auch das Gießen wird im Winterquartier eingeschränkt. Eine Fingerprobe zeigt mir, ob der Wurzelballen trocken ist. Ist die Erde noch feucht, ist keine Wassergabe nötig.

Was vorher erledigt werden muss

Vor dem Einräumen aller Pflanzen habe ich einiges zu beachten. Viele müssen - und noch mehr können - im Herbst zurückgeschnitten werden. Der Rückschnitt spart nicht nur Platz, er sorgt für mehr Licht und auch für einen gesunden Neuaustrieb im Frühjahr. Die Engelstrompete oder der Hammerstrauch können etwas stärker geschnitten werden, Passionsblume und Granatapfel nur wenig, Geranien und Palmen gar nicht. Beim Oleander lichte ich nur die alten Triebe aus. Welke, vertrocknete oder beschädigte Pflanzenteile sowie junge, nicht ausgereifte Triebe werden entfernt. Der Wurzelballen sollte abgetrocknet sein.

Auf Schädlinge achten

Blattläuse, Spinnmilben, Pilze oder Bakterien - unsere Überwinterer sind manchen Gefahren ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig, sie schon vor dem Einräumen sehr sorgfältig auf Schädlingsbefall zu kontrollieren. Läuse oder Spinnmilben dürfen nicht ins Winterquartier eingeschleppt werden, da sie dort weitere Pflanzen befallen würden.

Auch während des Winters muss ich regelmäßig kontrollieren, abgefallene Blätter absammeln, gegen Blattläuse oder Weiße Fliegen Gelbtafeln oder -sticker einsetzen. Um Blattläusen den Garaus zu machen, habe ich auch eine einfache aber meist wirksame Methode: Ich besprühe sie mit einer Lösung aus Schmierseife.

So gibt es also im Herbst noch viel und sogar im Winter noch einige Arbeit, die getan werden muss, damit es unseren Kübelpflanzen gut geht. Dafür werden sie uns danken im nächsten Sommer, wenn sie ihre Blüten wieder öffnen und in Sommernächten ihren Duft verströmen - Oleander, Engelstrompete, Bougainvillea und Co.

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BesserWissen
Hintergrund:

Die Alternative: Das Gewächshaus

Das Schleppen der schweren Kübelpflanzen über die Kellertreppe hinab wird oft zur kräftezehrenden Schwerarbeit. Es gibt aber eine Alternative.

  • Wer in seinem Garten ein Gewächshaus sein Eigen nennt, kann es mit einer kleinen Heizung, einem Gebläse, zum idealen Winterquartier für seine empfindlichen Schönheiten herrichten.
  • „Das Gebläse in meinem Gewächshaus schaltet sich ein, wenn das Thermometer unter vier Grad Celsius gefallen ist“, sagt Helga Kamm.
  • Je nachdem wie es eingestellt ist, heizt es dann bis zum gewünschten Wärmegrad wieder auf.
  • Die Pflanzen stehen hell und müssen nicht frieren.
  • „Der Stromverbrauch ist gering, weil ich zudem das Gewächshaus im Inneren mit Styroporplatten und Noppenfolien isoliere.“
Oleander aus dem Mittelmeerraum ist längst bei uns heimisch geworden. Im Freien überwintern kann er hier allerdings nicht.
Die optimale Art, Kübelpflanzen zu überwintern, ist ein beheizbares Gewächshaus. Zwar stehen Oleander, Schmucklilie und Olive auch hier eng beieinander, sie haben aber genügend Licht und entsprechende Temperaturen.
Das Glashaus, beheizbar und mit Styroporplatten und Noppenfolie isoliert, ist ein optimales Winterquartier für Kübelpflanzen.

 

 

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