27.04.2021 - 16:06 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Vom Untergrund in die Galerie: Auf den Spuren von Banksy

In unserer von der Corona-Pandemie geprägten Zeit sind kreative Höhepunkte richtig rar geworden. Einen solchen erlebten in der Berufsschule Sulzbach-Rosenberg zehn junge Leute aus dem Berufsvorbereitungsjahr.

Nach dem theoretischen Input ging es gleich nach draußen, und die jungen Leute zeigten ihre Kreativität.
von Wolfgang LorenzProfil

Unter strengen Hygienevorschriften stellte der Sozialpädagoge und Hobbykünstler Uli Wetzel aus Regensburg an der Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg die Stencil-Kunst vor, die meistgenutzte Technik bei der Street-Art. Sie findet aber auch zur Gestaltung von Räumen, Leinwänden und Stoffen - etwa für T-Shirts - Verwendung. Wetzel zeigte im Berufsvorbereitungsjahr den künstlerischen Umgang mit Schablonen.

Zunächst als Subkultur angesehen, habe sich die Street-Art durch ihre Kreativität und Professionalität in eine angesagte Kunstrichtung der heutigen Zeit. Sie habe es sozusagen aus dem Untergrund in die Galerie geschafft. "Hier geht es keinesfalls um illegales Sprayertum, sondern ein kunstvolles Hobby in völlig legalem Rahmen", betonte Wetzel. "Bei einem Workshop wie heute sind auch nicht künstlerische Meisterwerke gefordert, sondern die Teilnehmer sollen Spaß haben, eine tolle Zeit erleben und ihrer Kreativität freien Lauf lassen", wünschte sich der Referent.

Bettina Bauer und Wolfi Lorenz, die beiden Projektleiter, freuten sich über den ersten Besuch von Uli Wetzel in Sulzbach-Rosenberg und bedankten sich beim Bezirksjugendring Oberpfalz, dem Landkreis und dem Jugendförderverein Megaphon für die Unterstützung. Der Hobbykünstler zeigte zunächst Sequenzen von Banksy, dem Star der Street-Art-Szene.

Und dann ging es auch schon an die praktische Arbeit. Mit einem Bastelskalpell, das mehr zu empfehlen sei als ein Teppichmesser, wurden zunächst leichtere Schablonen mit Motiven wie einem Stern oder einer einfachen dreiteiligen Figur ausgeschnitten und auf Karton geklebt. Im zweiten Schritt wurden die Motive wie eine Ananas oder die Schablone des eigenen Namens anspruchsvoller.

Draußen erklärte Wetzel den jungen Erwachsenen die Grundlagen des Sprayens: eine gewisse Entfernung einhalten und zunächst wenig Farbe nehmen, denn "nachlegen kann man immer". Danach steigerte die Gruppe das Niveau, und Wetzel zeigte. mit Bewegung, dem richtigen "Flow", zu arbeiten oder Effekte wie beispielsweise einen Sprühnebel zu erzielen. Zwei Leinwände gestalteten die jungen Leute mit eigenen und vorgefertigten Schablonen für zu Hause. Ein weiteres Bild wird künftig das Klassenzimmer verschönern.

Banksy und sein Blick auf Corona

Deutschland & Welt
Der Sozialpädagoge und Hobbykünstler Uli Wetzel beim Einstieg in seinen Workshop und der Arbeit mit Schablonen.
Der Moderator Uli Wetzel präsentierte die Stencil-Kunst nach Banksy und die ersten Versuche.

 

 

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