03.09.2020 - 12:31 Uhr
ThansteinOberpfalz

Impulse für den künftigen Wegebau in der Thansteiner Flur

Bei einer Exkursion nach Kleinwinklarn holen sich 15 Bürger aus Thanstein Ideen für den weiteren Verlauf der Flurneuordnung. Das besondere Augenmerk gilt den verschiedenen Möglichkeiten für den Wegebau.

Die Flurwerkstatt für den Bereich Thanstein-Tännesried soll Potentiale eines Flurneuordnungsverfahrens aufzeigen. Das Foto zeigt einen Teil des Verfahrensgebiets mit Blickrichtung nach Tännesried.
von Redaktion ONETZProfil

Die Begehung führte die Thansteiner ins Dorf Kleinwinklarn, einen Ortsteil der Stadt Neunburg vorm Wald. Im Mittelpunkt des Interesses standen der Ablauf des dortigen Flurneuordnungsverfahrens und die dabei eingesetzten Wegebautypen. Von der örtlichen Vorstandschaft nahmen drei Mitglieder teil, dabei konnte vor allem Andreas Schönberger seine Erfahrungen zum Planungsprozess und zur Abwicklung der Baumaßnahmen in der Flur bestens vermitteln.

Die Vorstände im Verfahren Kleinwinklarn können auf einen Erfahrungsschatz von annähernd 18 Jahren zurückgreifen. Im Jahr 2018 durften sie sich über die Einweisung in die neuen Feldlagen freuen. Wichtig sei laut Schönberger besonders der Planungsprozess. Je intensiver sich der Austausch bei zahlreichen Ortsbegehungen und Teilnehmergesprächen gestalte, umso einfacher verlaufe die spätere Bauphase.

Projektleiter Martin Stahr, Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, zeigte den Bürgern aus Thanstein-Tännesried vor Ort mehrere Beispiele zu den Themen Wegebau, Beseitigung von Geländehindernissen, Ausgleichsflächen, Vermessungsarbeiten und Wertermittlung. Aus Kleinwinklarn wurden gute Anregungen und Ideen für die anstehende Planung mitgenommen. Gerade zu Beginn eines Neuordnungsverfahrens sei es wichtig, ein Bewusstsein für die Kosten eines Wegebaus, die verschiedenen Wege-Typen und Trassenbreiten und deren Auswirkungen auf den Landabzug oder auf Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen. Informativ waren auch die Ausführungen zu den Kosten, die später von den Beteiligten durch anteilige Beiträge zu erbringen sind.

In der Flurwerkstatt werden die Weichen für die Flurneuordnung gestellt

Thanstein

Auf dem drei Kilometer langen Rundweg durch die Flur entwickelte sich eine rege Diskussion über Wegebautypen und Flächenbedarf. Per Maßband und Fluchtstäben erfuhren die Teilnehmer, dass die stärkste Ausbaustufe, der "Bautyp 7a", mit einer befahrbaren Kronenbreite von 4,5 Meter, einer zulässigen Achslast von 10,5 Tonnen und einem Seitengraben einen Flächenbedarf von bis zu 9 Quadratmetern aufweist. Im Verlauf des Verfahrens Thanstein-Tännesried gelte es auch zu prüfen, welche Wege höherwertig ausgebaut werden, um nicht bald schon wieder nachbessern zu müssen. Bei einer Geländesteigung ab zehn Prozent sollte zudem ein Rasengitterpflaster verbaut werden, um die Langlebigkeit der Wege zu gewährleisten und Ausspülungen zu verhindern.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich mit Fotos zeigte, wie in Kleinwinklarn die Feldflur einst durch Ranken stark zerklüftet war. Nach langen Gesprächen mit verschiedenen Behörden und guten Angeboten der Landwirte sowie Ausgleichsmaßnahmen können die Kleinwinklarner nun eine annähernd rechtwinklige und rechteckige Feldflur mit einer Schlaglänge von teilweise über 420 Metern vorweisen.

Zum Abschluss der Begehung durften sich die Teilnehmer noch am Bohrstab für die Feldschätzung ausprobieren, um ein besseres Verständnis für den Ablauf der Wertermittlung zu erhalten. Dabei wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich Böden bereits auf einer Distanz von 20 Metern sein können. Diese Wertermittlung dient als Grundlage für den Wunschtermin und die spätere Neuverteilung. Am Freitag, 11. September, und Samstag, 12. September, können die Erfahrungen aus diesem Termin gleich bei Flurbegehungen in Thanstein-Tännesried angewendet werden. Die Leitung obliegt dem Planungsbüro Blank.

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