20.08.2021 - 11:49 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Zum 25. Todestag von Franz Weigl: Viele Spuren im Landkreis Tirschenreuth hinterlassen

Fast 20 Jahre war Franz Weigl Landrat des Landkreises Tirschenreuth. Vor 25 Jahren ist er verstorben. Ein Rückblick.

Viermal wurde Franz Weigl (Zweiter von links) zum Landrat von Tirschenreuth gewählt. Ihm zur Seite standen als Stellvertreter der Waldsassener Hans Schraml (links) und der Kemnather Bruno Ponnath (rechts). Im Hintergrund Franz Fink, 1990 bis 2002 Bürgermeister von Tirschenreuth.
von Martin Maier Kontakt Profil

Viel Zeit des Ruhestandes war Franz Weigl nicht vergönnt: Fünf Jahre nach seinem Rücktritt als Landrat des Landkreises Tirschenreuth erlag Weigl am 21. August 1996 im Alter von 64 Jahren in München einem Herzinfarkt. In der Landeshauptstadt hatte er mit seiner Familie Rosa und seinen Kindern den Lebensabend verbracht.

Der gebürtige Tirschenreuther hatte Jahrzehnte die Politik im Landkreis geprägt, bevor er 1991 aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Landrats zurücktrat. Seinen Lebensweg zeichnete der "Neue Tag" zwei Tage nach seinem Tod noch einmal ausführlich nach: Am 31. Oktober 1932 als ältestes von sieben Kindern geboren, besuchte Weigl die Volksschule in Tirschenreuth, dann die Oberrealschule Eger. Nach einem schweren Luftangriff der Amerikaner wurde die Schule 1945 geschlossen, Weigl besuchte wieder die Volksschule. Der damalige Lehrer empfahl ihn als kaufmännischen Lehrling der Tuchfabrik Mehler. Domvikar Böhm aus Kleinkonreuth vermittelte 1955 eine Stelle bei Kolping. Hier wurde Franz Weigl Landessekretär für die bayerischen Diözesen.

Nachfolger von Otto Freundl

Schon in jungen Jahren interessierte sich der Tirschenreuther für die Politik. 1953 sprach er bereits als JU-Kreisvorsitzender in verschiedenen Versammlungen der CSU. Der große Durchbruch kam 1961: Mit nicht einmal 29 Jahren wurde Franz Weigl eines der jüngsten Mitglieder des Deutschen Bundestages. Über elf Jahre arbeitete er in Bonn, bevor er 1972 als Landrat von Tirschenreuth die Nachfolge von Otto Freundl antrat.

Es war die Zeit der Gebietsreform. Der neue Landkreis Tirschenreuth setzte sich zusammen aus dem Stiftland im Osten, dem früheren Landkreis Kemnath im Westen und dem Erbendorfer Gebiet, das aus dem Landkreis Neustadt/WN umgegliedert wurde. Es war keine leichte Aufgabe, diese Gebiete zu einer Einheit zusammenzuführen. „Franz Weigl hat sein Amt als Landrat nicht bloß verwaltet, sondern gestaltet. Mit seiner ausgleichenden, menschlichen Art hat er viel erreicht. Menschlichkeit und Toleranz praktizierte er aber auch in der täglichen Arbeit“, schrieb NT-Lokalchef Berthold Zeitler 1996.

Bau des Stiftland-Gymnasiums

Viermal wurde der Tirschenreuther mit überwältigender Mehrheit zum Landrat gewählt, bevor er 1991 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. Besonders lag ihm die Sozial- und Regionalpolitik am Herzen. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche Projekte verwirklicht, wie beispielsweise der Bau des Stiftland-Gymnasiums oder des Berufsschulzentrums Wiesau. Auch war Weigl maßgeblich beim Aufbau des Sibyllenbads beteiligt.

„Er hat sich stets und unermüdlich für die Belange seiner Landkreisbürger eingesetzt“, hebt Landrat Roland Grillmeier in einer Mitteilung hervor. Zum 25. Todestag am Samstag, 21. August, wird der Landkreis ein Blumengebinde auf dem Grab am Ostfriedhof in München niederlegen lassen.

Zwölf Jahre lang bestimmte Valentin Kuhbandner als Landrat die Geschicke des Landkreises Kemnath entscheidend mit

Neusorg
Hintergrund:

Zur Person: Franz Weigl

  • Geboren: 31. Oktober 1932 in Tirschenreuth
  • Beruf: Kaufmännische Lehre, Landessekretär des Kolpingwerkes Landesverband Bayern
  • 1961 bis 1972 CSU-Bundestagsabgeordneter (damaliger Wahlkreis Tirschenreuth)
  • 1972 bis 1991 Landrat des Landkreises Tirschenreuth
  • 1982 bis 1991 Mitglied des Bezirkstags Oberpfalz
  • Verstorben: 21. August 1996 in München

 

 

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