24.05.2020 - 11:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Die Altlasten sind beseitigt

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Ein ungewöhnlicher Anblick ist die Brachfläche hinter dem „Ruffing-Haus“. Dabei war der Abbruch der alten Bauten der entscheidende Schritt für eine neue Rathaus-Zukunft. Zum Glück wird das Vorhaben nicht durch historische Funde gebremst.

Die Anbauten hinter dem "Ruffing-Haus" sind weg. Jetzt haben Mitarbeiter des Landesamt für Denkmalpflege das Areal begutachtet. Einem Weiterbau für das "Rathaus II" steht laut Franz Stahl nichts im Wege.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Seit Jahresanfang sind die Bagger hinter dem Ruffing-Haus am oberen Marktplatz an der Arbeit. Die Anbauten hinunter zur Schmellerstraße sind zwischenzeitlich komplett verschwunden. Unter den Gebäuden waren auch verschiedene Kellerbereiche, die zum Teil recht rustikal ausgeführt sind. Bei Arbeiten im Ortskern wird auch das Landesamt für Denkmalpflege vorstellig. In den vergangenen Tagen waren mehrere Mitarbeiter vor Ort und haben eine archäologische Begleitung des Bauvorhabens vorgenommen. Probleme für den weiteren Baufortschritt erwartet Bürgermeister Franz Stahl aber nicht.

Baustelleneinrichtung

Nach dem Rückbau der Altlasten wird als nächster Schritt in der kommenden Woche die Baustelleneinrichtung erfolgen. Um den Baustellenbereich nicht einzuschränken, wird die Baustelleneinrichtung auf dem Parkplatz hinter dem alten Rathaus vorgenommen. Dort sind bereits die Garagen entfernt worden, so dass ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Ab der zweiten Juni-Woche rechnet Bürgermeister Stahl mit dem Beginn der weiteren Arbeiten für das sogenannte Rathaus II. Die bestehen aus den Sicherungsmaßnahmen an den Wänden des Hauptgebäudes sowie einer Einrüstung. Als nächster Schritt soll dann der vorhandene Dachstuhl abgenommen und in einer Werkstatt überarbeitet werden. Dabei würde es sich auch um eine Auflage des Denkmalamtes handeln, weiß Franz Stahl.

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Tirschenreuth

Heizung durch Erdwärme

Zu den nächsten Arbeiten am "Rathaus II" gehören die Unterfangungen, das Verlegen von Leitungen, aber auch das Erstellen von Erdsonden. Schließlich soll der Bau einmal von Erdwärmepumpen beheizt werden. Bei den Zielen für dieses Jahr gibt sich Stahl optimistisch. So sollten die Kellerräume im alten Gebäude saniert werden. Auch hofft Stahl bei der Neuanlage der Tiefgarage weit voran zu kommen. Für 2021 würden dann die Rohbauarbeiten folgen. Der Ausbau des Rathauses II steht dann ab Frühjahr 2022 im Programm.

So soll es einmal hinter dem neuen Rathaus aussehen. Der Anbau zur Kirchenseite erhält unter anderem eine öffentliche Toilette sowie Verwaltungsräume. Zur Schmellerstraße hin wird der neue Rathaussaal als eingeschossiger Bau vorgesehen.

Neue Wirkungsstätte

Beim Blick in die Pläne erkennt Stahl nicht nur deutliche Verbesserungen für den Verwaltungsapparat. Vor allem die Bürger könnten von den verbesserten Serviceeinrichtungen profitieren. Und natürlich freut sich der Bürgermeister auch auf die neue Wirkungsstätte des Stadtrats. Denn der muss aktuell in recht beengten Verhältnissen tagen - und demnächst sogar umziehen. Bei den markanten Bauarbeiten kann Franz Stahl nämlich auch auf Veränderungen im historischen Rathaus von 1582/1583 verweisen. Auffällige Maßnahme seit über zwei Jahren ist der Anbau im hinteren Bereich. In dem Bauwerk finden sich Aufzug, Fluchttreppe, Toiletten und Putzräume. Zudem ergänzt ein Fluchtbalkon den gut 1,5 Millionen Euro teuren Anbau. Als Förderung erwartet Stahl einen Betrag von rund 455 000 Euro. Die Maßnahme sei überwiegend den Auflagen des Brandschutzes geschuldet, begründet der Bürgermeister die Ausführung. Jetzt stehen noch kleinere Arbeiten an, dann soll der Anbau endlich in Betrieb genommen werden.

Bei den Verbesserungen nennt Stahl vor allem den Aufzug im Anbau. Der lässt jetzt auch Menschen mit Behinderungen die Stockwerke erreichen. In den kommenden Monaten soll dann der historische Rathaussaal saniert werden. Zu den Maßnahmen gehören eine neue Ausgestaltung sowie eine moderne Licht- und Tonanlage. Der Saal bietet dann auch wieder Platz für die standesamtlichen Trauungen.

Umzug in großen Saal

Als erste Gäste wird er aber die Stadträte aufnehmen. Denn nach dem großen Saal geht es im ersten Stock weiter. Dort wird der bisherige kleine Sitzungssaal in ein dringend benötigtes Besprechungszimmer sowie eine Teeküche umgewandelt. Mit den Umbauten werden verschiedene räumliche Defizite beseitigt, aber auch den praktischen Anforderungen Rechnung getragen. Und schließlich haben die Veränderungen auch eine optische Komponente. Und auf die darf sich nicht nur Franz Stahl freuen.

Der Anbau am historischen Rathaus ist kurz vor der Fertigstellung, schildert Bürgermeister Franz Stahl den Baufortschritt. Dann kann auch der neue Aufzug genutzt werden.
Im Blickpunkt:

Servicestelle und Rathaussaal

Das "Rathaus II" soll bis Mai 2023 fertig werden. Aktuell wird für das Vorhaben mit Kosten von 13 Millionen Euro und einer Förderung in Höhe von vier Millionen Euro gerechnet.

Der neue Verwaltungs- und Servicekomplex am oberen Marktplatz soll im sanierten "Ruffing-Haus" im Erdgeschoss die Tourist-Info sowie eine Servicestelle der Stadtwerke aufweisen. Im Obergeschoss werden sich dann Räume für das Bauamt finden. Unter dem Dach wird Platz für die Registratur eingeplant.

Auf der Fläche, die freigemacht wurde, soll eine Tiefgarage mit 23 Stellplätzen entstehen. Die Einfahrt erfolgt ebenerdig von der Schmellerstraße. Der Platz in der Tiefgarage ist für die Fahrzeuge der Stadt vorgesehen.

Obenauf wird zur Kirchenseite hin ein Anbau mit Obergeschoss erstellt. Im Anbau finden sich unter anderem eine öffentliche Toilette, Besprechungszimmer und Büroräume für die Kämmerei. Zur Schmellerstraße hin wird quer ein eingeschossiger Neubau entstehen. Der soll allein den neuen Rathaussaal enthalten. Von dem in den Plänen dargestellten, runden Besprechungstisch sei man abgekommen, informierte Bürgermeister Franz Stahl bei einem Zwischenbericht zum Bauvorhaben.Der Anbau nimmt nur eine Hälfte der Grundstücksfläche ein, so dass auch ein Innenhof entstehen wird.

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