12.06.2019 - 17:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Café-Erweiterung im Leerstand

Nach rund zehn Jahren Planung und intensiven Gesprächen liegt der Bauantrag auf dem Tisch. Ein Investor aus der Region nimmt die Sanierung des Weinmann-Hauses in Angriff.

Im Erdgeschoss des Weinmann-Anwesens am Maximilianplatz 33 ist eine Erweiterung des Brunner-Cafés geplant. Oben sollen Büroräume entstehen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Interessante Bauvorhaben für Stadt und Landkreis kündigt Bürgermeister Franz Stahl in der vergangenen Bauausschusssitzung an. Markantester Teil sei sicherlich die Sanierung der Gebäude mit den Hausnummern Maximilianplatz 33 und 33a. Dort sind Wohnungen, Büros und die Erweiterung des Brunner-Cafés geplant. "Die Vorbereitung dauerte Jahre, es stecken sehr viel Arbeit und Gespräche hinter den Planungen", betont Stahl. Für das denkmalgeschützte Weinmann-Anwesen und das Prockl-Haus (Bäckerei Brunner), dessen Fassade unter Ensembleschutz steht, hätte es schon viele Konzepte gegeben.

"Viele Zahnräder"

Nachdem ein Investor das Weinmann-Haus am Marktplatz in Tirschenreuth zum Prockl-Anwesen dazukaufte, könne der Gebäudekomplex endlich als Einheit betrachtet werden, verkündet der Bürgermeister. "Ich bin sehr glücklich, dass die Vorgespräche zu einer Lösung geführt haben." Er appelliert an die Behörden diesen Bauantrag zu genehmigen: "Es ist alles abgesprochen, alles geklärt, wenn nun wieder Probleme auftauchen, springt uns am Ende der Investor ab!" Diese "Aber-Sager" seien dann Schuld, wenn das historische Gebäude leer stehen bleibe und zur Ruine verkomme. "In diesem Projekt greifen viele Zahnräder ineinander, dahinter steckt sehr viel Engagement - jetzt haben wir's auf dem Tisch. Das ist gut. Ein entscheidender Schritt", erklärt Stahl. "Alle Beteiligten sind sehr motiviert."

Positiv sieht Stahl auch, dass sich an der äußeren Fassade der beiden Marktplatzgebäude nichts ändere. Die Bäckerei Brunner bleibt im Erdgeschoss des Prockl-Anwesens, das Café wird weiter als solches genutzt. Die derzeit leerstehenden Wohnungen in der ersten Etage werden saniert. Es entstehen vier Mieteinheiten. Beim denkmalgeschützten Weinmann-Anwesen bleiben Tor und Fenster erhalten, das Dachgeschoss wird nicht ausgebaut. Das forderte das Landesamt für Denkmalschutz.

Im Inneren passiert mehr: Im Obergeschoss sind Büroeinheiten geplant. Um das Café der Bäckerei zu erweitern, werden zwei Bögen in den Eingangsbereich des Weinmann-Hauses durchgebrochen. Trotz des Durchbruchs würden die historischen Gebäudeteile - die Gewölbe - erhalten bleiben. Im ehemaligen Verkaufsraum des Schreibwarengeschäfts ist eine Art Lounge für Cafégäste geplant. In den weiten Räumen sind Toiletten vorgesehen. Der Keller soll so bestehen bleiben. Der Zugang zum Bürotrakt im ersten Stock erfolgt über die Bahnhofstraße. Der Eingangsbereich samt Treppenaufgang ist durch eine Glastüre zum Café abgetrennt. Im hinteren Bereich, im Hof zur Marketingagentur C 3, entstehen fünf Parkflächen. Die Trennmauer zu Straße werde abgebrochen, um das ehemalige Volksbank-Areal offener zu gestalten, informiert der Rathauschef. Für die Bäckerei werde der Standort in der Kreisstadt mit der Sanierung und Erweiterung noch attraktiver. Zur weiteren Aufwertung trage die Stadt mit der Überlassung von zwei Parkplätzen am Marktplatz für den Außenbereich des Cafés bei.

Planungen zum Haus am Maximilianplatz 33:

Tirschenreuth

Problemzonen

Im Gremium kam die Frage auf, wo die "Problemzonen" der bisherigen Konzepte waren. Die Planungen für die Durchgänge und Gewölbe seien nicht einfach gewesen, wusste Stahl. Außerdem hätte der Investor die Fassadenfenster gerne bis zum Boden gehabt. Besonders aber die Gestaltung des Eingangs und des Treppenaufgangs zum Büro seien im Hinblick auf Feuer- und Denkmalschutz eine Herausforderung gewesen. Karl Berr (WGU) freut sich über einen Leerstand weniger am Marktplatz. Peter Gold (CSU) bemerkt, dass die Anstrengungen, diesen Gebäudekomplex zu sanieren, schon fast zehn Jahre dauern. "Wenn jetzt noch jemand etwas gegen das Konzept hat, weiß ich auch nicht." Er kann es dem Investor nicht verübeln, das Gebäudeinnere zeitgemäß gestalten zu wollen.

Stahl spricht abschließend von Quartiersmanagement: "Wir beleben Altstadt-Häuser wieder." Er erwähnt auch noch einmal den ehemaligen Volksbank-Vorstand Rudi Winter, der seiner Zeit viel Herzblut in das Vorhaben steckte. Auf die Frage, wann die Baupläne umgesetzt werden, antwortet Stahl: "Wenn's genehmigt ist, fängt der Investor sofort an."

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