Man schrieb das Jahr 1984, als die amerikanische Rock- und Pop-Sängerin Jennifer Rush mit ihrem ersten Hit "Power of love" Musikgeschichte machte. Was nur Insider wissen: Jennifer Rush hat ihren Welthit im selben Jahr in der Tirschenreuther Discothek "Tiffany" erstmals gesungen.
Nicki und Wolfgang Petry
"Wir hatten sie unter Vertrag für 800 Mark. Dann kam ihr Song in die Charts. Ihre Agentur wollte den Vertrag stornieren, um ihr einen größeren Auftritt zu verschaffen. Die haben mir viel Geld dafür geboten", erzählt Josef Linsmeier. Das ist lange her, aber unvergessen. Der ehemalige Discobetreiber, bekannt als "Peppe", hat auf Jennifer Rush bestanden und damals einen Gig gelandet. Solche und andere Anekdoten aus einer Zeit, in der das "Tiffany" der angesagte Treff der Landkreisjugend war und man auch am Sonntagnachmittag schon in die Disco gehen konnte, können auch Bernhard Cieslak und Horst Leitl erzählen. Leitl war vor über 30 Jahren DJ, Cieslak war der Wirt im "Tiffany". Die Männer erinnern sich an weitere Starauftritte wie von Nicki und Wolfgang Petry. Alle vier Wochen sei was Besonderes geboten worden, sagen sie.
Party in der "Alm"
Josef Linsmeier erzählt von seiner verstorbenen Frau Maria, die alle nur "Mariechen" genannt hätten. Sie sei die Betreiberin der Discothek gewesen. "Eigentlich müsste sie heute hier sitzen", sagt er zum Treffen von ihm, Leitl und Cieslak am Dienstag im "Gasthof zur Alm". Denn die drei Männer sind nicht zusammengekommen, um in Erinnerungen zu schwelgen. Am Samstag soll im "Gasthof zur Alm" eine "Revival-Party" das Flair des "Tiffanys" für eine Nacht zurückbringen. Immerhin hat es die Tirschenreuther Disco von 1978 bis 1996 gegeben. Und an Gästen habe es nie gemangelt in diesen Jahren, bestätigt Linsmeier. "Wir waren eine große Familie. Es gab nur Stammgäste", erklärt er, was die Discoszene in der Kreisstadt derart außergewöhnlich hat werden lassen.
Quiz-Abende
Der einstige DJ Horst Leitl denkt ans Auflegen der Singles damals. "Das war richtig Arbeit mit dem Schallplattenspieler. Ich habe immer mehrere Musikarten von Pop über Rock zu Schlagern und Schmusesongs im Wechsel vorher zusammengestellt, damit alle zufrieden waren." Die Nummer 1 der Hitparade sei ein Muss gewesen. Regelmäßig habe man Hitparade-Quiz-Abende oder Spiele wie "Reise nach Jerusalem" veranstaltet mit tollen Gewinnen wie etwa 50 Mark. "Donnerstag gab es alle Getränke für zwei Mark. Das war der Renner", erzählen sie weiter. Viele durchgetanzte Nächte werden im Gedächtnis wach. Die Männer erzählen von etlichen Pärchen, die sich im "Tiffany" kennengelernt hätten und heute noch als Ehepaare in Tirschenreuth leben. Sie freuen sich sehr auf die einstigen "Tiffany"-Gäste und sind gespannt, wer alles kommen wird zur Party. "Das soll wie ein großes Klassentreffen werden. Wir wollen feiern, Erinnerungen austauschen und schauen, was unsere Freunde von damals heute alles machen."
Wenn auch nicht mehr im Original, wird bei der Party im "Gasthof zur Alm" natürlich auch mit Erinnerungsstücken viel Nostalgie aufkommen. DJ Horst Leitl verrät, dass er Musik für zwölf Stunden am Stück vorbereitet habe. Eine Disco-Lichtanlage und die Nebelmaschine werden nicht fehlen und mit legendären Schinken- und Salami-Baguettes wie vor 40 Jahren werden auch die kulinarischen Erinnerungen geweckt.
Eintritt frei
Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Ende lassen "Peppe" Linsmeier, Horst Leitl und Bernhard Cieslak offen. "Aus dem Tiffany sind wir manchmal um 7.30 Uhr morgens raus. Da war das Obstgeschäft Kern nebenan schon offen", sagen sie schmunzelnd.














Entspricht nicht der Wahrheit.
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