07.03.2019 - 11:17 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Hände weg von den Bremsen

Fachleute raten zum Bremsen-Check im Frühjahr und im Herbst. Ausgeführt werden sollte er allerdings nur in der Fachwerkstatt. Denn Bremsen retten im Fall der Fälle Leben.

Kfz-Meister Andreas Stock rät, alle zwei Jahre die Bremsflüssigkeit wechseln zu lassen.
von Konrad RosnerProfil

Im Frühjahr ist die optimale Zeit, die Bremsen des Autos in der Werkstatt prüfen und vor allem auch reinigen zu lassen. Dies sollte auf jeden Fall eine anerkannte Fachwerkstatt machen. Bastler und Heimwerker sollten die Hände davon lassen. Grund: Die Bremse ist ein enorm wichtiges Sicherheitsbauteil am Auto, das nur von ausgebildeten Kfz-Mechatronikern instandgesetzt und repariert werden sollte.

Kfz-Meister Andreas Stock aus Riglasreuth, beschäftigt bei einem Autohaus in Tirschenreuth, rät, im Frühjahr in einer Fachwerkstatt die Bremse von Bremsstaub und anderem Schmutz reinigen zu lassen. Dazu werden die Bremsklötze bei den Scheibenbremsen ausgebaut und die Auflagepunkte der Beläge gründlich gereinigt. Wichtig sei, dabei auch die Halterung, in denen sich die Bremsklötze befinden, säubern zu lassen. Dies geschieht entweder mit einer entsprechenden Flexbürste oder auch mit Schleifpapier. Auch eine spezielle Bremssattelfeile kann den Schmutz und den Rost beseitigen.

Mit Fett bestreichen

Nach dem Reinigen werden die Auflagepunkte des Bremssattels und der Bremsklötze mit hitzebeständigem Bremsenfett bestrichen. Wichtig ist dabei, dass sich die Bremsklötze im Bremssattel leicht bewegen lassen. Wenn die Bremse "schon mal offen" ist, kann der Fachmann auch gleich mit prüfen, ob die Kolben im Bremssattel leicht- oder schwergängig sind. Es gibt auch noch Fahrzeuge mit Trommelbremsen: Auch hier sollten die Auflagepunkte der Bremsbacken gefettet werden, um zum einen ein störendes Quietschen zu verhindern, aber auch zum anderen die Leichtgängigkeit aller Bremsenteile, auch der Radbremszylinder und der Handbremsseile zu kontrollieren.

Sollte ein Fahrzeug einmal länger stehen, kann sich an den Bremsscheiben Rost ansetzen. In diesen Fall sollte das Fahrzeug behutsam "eingebremst" werden. Eventuelle leichte Rostflecken oder auch andere Partikel lösen sich dann von der Bremsscheibe. "Danach sollte die Bremse wieder anstandslos funktionieren."

Belagstärke

Kfz-Meister Andreas Stock rät sogar, die Bremsen sowohl im Frühjahr als auch im Herbst auf Freigängigkeit, aber auch auf die Belagstärke und die Verfassung der Bremsscheiben kontrollieren zu lassen. "Denn die Bremse kann im Notfall auch Leben retten". Auch er sagt: "Absolut Finger weg von den Bremsen, außer einem Fachmann sollte keiner Hand an die Bremse anlegen."

Alle zwei Jahre, so Andreas Stock, sollte man an seinem Auto auch die Bremsflüssigkeit wechseln lassen. Der Grund: Die Bremsflüssigkeit zieht im Laufe der Zeit Wasser. Damit sinkt auch der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit, die bei einer neuen Bremsflüssigkeit normalerweise bei über 200 Grad Celsius ist. Nicht auszudenken, wenn bei einer Vollbremsung das Bremspedal "durchfällt", also kein Druck vorhanden ist. Beim Bremsflüssigkeitswechsel wird die neue Bremsflüssigkeit in den Ausgleichsbehälter mit Druck aufgefüllt, während die alte Bremsflüssigkeit an den Entlüfterventils der Bremssättel abgelassen wird. Ein Bremsflüssigkeitswechsel dauert auf jeden Fall mindestens eine halbe Stunde und sollte ebenso nur in einer Fachwerkstatt erfolgen. Bei neueren Fahrzeugen erfolgt der Bremsflüssigkeitswechsel sogar nur noch über ein Diagnosegerät.

Kfz-Mechaniker Markus Laber beim Reinigen eines Bremssattels und der Auflagepunkte der Bremsklötze.
Mit hitzebeständigem Bremsenfett werden die Auflagepunkte der Bremsklötze leicht eingefettet.
Diese Bremsscheibe und Bremsklötze sind verschlissen und abgenützt. Sie müssen erneuert werden.
So sieht eine nagelneue Bremsscheibe aus.
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