16.07.2021 - 09:35 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Keime im Tirschenreuther Trinkwasser

Im Trinkwasser der Stadt Tirschenreuth befinden sich coliforme Keime. Ab sofort muss das Wasser, das zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen benötigt wird, abgekocht werden.

Das Gesundheitsamt hat angeordnet, dass in Tirschenreuth und den Ortsteilen vorerst das Trinkwasser sowie das Wasser für die Nahrungszubereitung abgekocht werden muss. Beprobungen haben coliforme Keime festgestellt.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Im Rahmen von Routineüberprüfungen des Trinkwassers wurden in der öffentlichen Wasserversorgung an Probenentnahmepunkten coliforme Keime festgestellt. Das Wasser entspricht damit nicht mehr den Anforderungen der Trinkwasserverordnung, teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. Die Ursache der Belastung ist noch nicht bekannt. Aktuell läuft die Untersuchung des rund 190 Kilometer langen Leitungssystems.

Für Stadtgebiet und Ortsteile

Das Gesundheitsamt Tirschenreuth hat deshalb aus Vorsorgegründen ab sofort ein Abkochgebot bis zum Vorliegen von bakteriologisch einwandfreien Trinkwasserbefunden angeordnet. Das Abkochgebot betrifft folgende Ortsteile der Stadt Tirschenreuth: Stadtgebiet Tirschenreuth, Hohenwald, Sägmühle, Haid, Lengenfeld, Rothenbürg, Großklenau, Kleinklenau, Höfen, Pilmersreuth an der Straße, Wondreb, Mooslohe.

Sprudelnd aufkochen

Abkochen heißt: Das Wasser muss einmal sprudelnd aufkochen.Vorsorglich soll ausschließlich abgekochtes Leitungswasser oder Mineralwasser für folgende Nutzungen verwendet werden: Wasser zum Trinken, zur Zubereitung von Getränken, zur Zubereitung von Nahrung (insbesondere für Säuglinge, ältere und kranke Personen), zum Abwaschen von Salaten, Gemüse und Obst, zum Zähneputzen und zur Mundpflege.

Wasser zur Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen, kann dagegen ohne Vorbehandlung für folgende Zwecke verwendet werden. Baden und Duschen, Reinigungstätigkeiten im Haushalt, Benutzung der Toilettenspülung etc.

Gechlortes Wasser

Seitens der Stadt wurden Maßnahmen, wie Spülungen und Desinfektion, eingeleitet, so die Information aus dem Rathaus. Außerdem werden weitere Beprobungen durchgeführt. Das gechlorte Wasser ist für Menschen und Tiere unter Beachtung der vorher genannten Punkte uneingeschränkt verwendbar, teilt die Stadt mit. Besitzer von Aquarien müssen eigenverantwortlich prüfen, ob gechlortes Wasser für die gehaltenen Fischarten verträglich ist.

Aktueller Stand auf Homepage der Stadt

Sobald das Abkochen des Wassers nicht mehr erforderlich ist, wird dies von den Stadtwerken Tirschenreuth umgehend bekannt gegeben. Über den Stand der Dinge wird auch auf der Homepage der Stadtwerke Tirschenreuth (www.stadtwerke-tir.de) informiert.

Untersuchungen laufen

Derzeit sind die Mitarbeiter der Stadtwerke dabei, die Ursache für die Keimbelastung zu ermitteln. Stadtwerke-Chef Thomas Kraus führt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien diese aber nicht auf die Starkregensituationen der vergangenen Tage zurück. Zwar sei der Eintrag an Trübstoffen gestiegen, doch hatte die Aufbereitungstechnik der Trinkwasseranlage dies problemlos abfangen können.

Keime in den Leitungen

Die Keime würden wohl im Leitungssystem stecken. „Hier laufen die entsprechenden Untersuchungen“, beschrieb Kraus das Vorgehen. Bei rund 190 Kilometern Leitungen würde dies jedoch etwas dauern. So nach und nach würden aufgrund der Strecke den Abnehmern auch die parallel dazu erfolgenden Aktionen auffallen: Mit einer Konzentration von 0,1 Milligramm Chlor pro Liter Wasser werde gegen die Keime vorgegangen. Dabei will Kraus die Gefährdung durch die Keime ins richtige Licht setzen. Bei extremen Belastungen könnten die in der Natur vorkommenden Keime Darmbeschwerden verursachen. Und die Beprobungen hätten zum Beispiel einen Keim pro 100 Milliliter ergeben. Doch die Verordnung wirke eben schon ab einem Keim.

Jetzt werden laufende Untersuchungen folgen. „Erst wenn drei Mal hintereinander keine Belastung festgestellt worden ist, kann das Abkochgebot aufgehoben werden.“ Zur Ursache der Belastung kann Kraus aktuell keine Angaben machen. Bürgermeister Franz Stahl stellt die Bemühungen der Stadt für die Versorgung mit gutem und preisgünstigem Wasser heraus. Stahl hofft, dass es sich dabei um einen einmaligen Vorfall handelt.

In Neusorg mussten Bürger drei Wochen ihr Wasser abkochen

Neusorg

„Erst wenn drei Mal hintereinander keine Belastung festgestellt worden ist, kann das Abkochgebot aufgehoben werden.“

Stadtwerke-Leiter Thomas Kraus

Stadtwerke-Leiter Thomas Kraus

 

 

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