03.06.2020 - 14:44 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Knöllchen" mit mehr Würze

Den großen Reibach kann die Stadt bei der kommunalen Verkehrsüberwachung nicht verbuchen. Mit dem neuen „Tatbestandskatalog“ werden die Einnahmen steigen.

Seit dieser Woche wird der neue Tatbestandskatalog angewendet. Damit kostet etwa die Überschreitung der erlaubten Parkzeit am Marktplatz in Tirschenreuth mindestens 20 Euro.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Bei der jüngsten Stadtratssitzung konnte Bürgermeister Franz Stahl auch den Bericht des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz für das erste Quartal vorlegen. Die Kreisstadt ist seit der Gründung 2014 Mitglied des Zweckverbandes, der sich um die Überwachung des Verkehrs kümmert.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres seinen an sechs Messpunkten Kontrollen vorgenommen worden. Insgesamt sind laut Stahl 3382 Fahrzeuge erfasst worden. Dabei registrierten die Geräte 278 Überschreitungen der erlaubten Geschwindigkeit. Von den "Verkehrssündern" seien 7087 Euro an Bußgeldern erhoben worden. An den Zweckverband selbst hatte die Stadt für die Maßnahmen im ersten Quartal 4327 Euro bezahlen müssen. "Wir hatten noch nie so wenige Verstöße", freute sich CSU-Stadtrat Paulus Mehler. Und Bürgermeister Franz Stahl stellte einmal mehr heraus, dass es mit den Kontrollen alleine um den Schutz der Bevölkerung gehe.

Und bei den Verstößen kann es für die Schnellfahrer jetzt richtig teuer werden. Nach der Veränderung des Bußgeldkataloges können künftig schon Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 Stundenkilometer mit Bußgeld, einem Punkt und (neu) einem Fahrverbot von einem Monat geahndet werden. Auf Nachfrage teilte die Stadt mit, dass in dem ersten Quartal von den 278 Überschreitungen der "schnellste" Autofahrer die erlaubte Geschwindigkeit im Bereich zwischen 26 und 30 Stundenkilometern überschritten hätte. Im alten Bußgeldkatalog ging das noch ohne ein Fahrverbot aus. Auswirken werden sich die neuen Sätze vom allem bei der Kontrolle der Parksünder, die wie bisher von der Stadt vorgenommen wird. Zwar gelten die neuen Sätze schon seit mehreren Wochen, doch gewährte die Stadt eine "Gnadenfrist". So hatten die "Parksheriffs " kein Knöllchen hinter die Scheibenwischer geklemmt, sondern einen freundlichen Hinweiszettel. Darin wurde auf den neuen Tatbestandskatalog verwiesen, mit seinen strengeren Regeln für die Parkverstöße. Seit dieser Woche macht die Stadt nun Ernst und legt die neuen Sätze zugrunde. Damit "kostet" das Überschreiten der Parkzeit mindestens 20 Euro. Richtig teuer wird es für das unberechtigte Parken auf einem Behindertenparkplatz. Hier liegt das Verwarngeld künftig bei 55 Euro. Auf sprudelnde Einnahmen stellt sich die Stadt aber nicht ein. Im Jahr beträgt der "Erlös" auf den "Knöllchen" nur ein paar Tausend Euro, teilte die Stadt auf Nachfrage mit.

Weiterer Bericht von der Stadtratssitzung in Tirschenreuth

Tirschenreuth
Kommentar:

Das "ewige" Licht

Ein Vorzeigeobjekt, auf das man mit Recht stolz sein darf, ist die taufrisch sanierte „Fronfeste“. Im unbefleckten Weiß und flankiert von einnehmendem Mauerwerk präsentiert sich die historische Stätte dem staunenden Betrachter. Und wenn man dereinst auch auf Besichtigungstour ins Gebäude darf, wird das Staunen noch größer werden. Seit Wochen staunt der Betrachter auch über die Ausdauer der Illumination des Eingangsbereichs des neuen Lernstandortes. Beharrlich „brennen“ die beiden Außenleuchten beidseits der Eingangstüre. Rund um die Uhr garnieren sie das Portal mit einem „ewigen Licht“. Sollen die Lampen vielleicht mithelfen, den Studierenden mehr Erleuchtung zu verschaffen, auf dass ihnen schneller „ein Licht aufgehe“. Oder will die Stadt neben den vielen „Leuchtturmprojekten“ einfach ein weiteres Signal setzen. Nein, so richtig einleuchtend erscheinen die ausdauernden Leuchtmittel auf den ersten Blick nicht.
Natürlich will man angesichts des „ewigen Lichtes“ selbst zur Erleuchtung kommen. Erhellend, mit Hoffnung auf großartige Neuigkeiten, ist die Erklärung des Phänomens allerdings nicht. Denn die glanzvolle Inszenierung entpuppt sich schlicht als hartnäckiger technischer Defekt. Nicht „ewiges Licht“, sondern eine ganz banale Ungereimtheit in der Lichtprogrammierung der „Fronfeste“. Und den kundigen Techniker hat bislang noch kein heller Stern in die Kreisstadt geführt. So bleibt das Tor zur Weisheit vorübergehend mit Dauerlicht umgeben.
Und einen simplen Schalter, mit dem die Lampen ausgemacht werden könnten, sucht man an der modernen Bildungsstätte vergebens. Ist wohl nicht mehr passend, dass man einfach auf Knopfdruck für Licht/Dunkelheit sorgen kann.

Werner Schirmer

„Dauerbrenner“ sind die Leuchten am Eingang der „Fronfeste“.
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