03.03.2020 - 19:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kommunalwahl machen viele im Landkreis Tirschenreuth von Zuhause aus

Im Landkreis Tirschenreuth möchten viele nicht in der Wahlkabine ihre Kreuzchen setzen. Der riesige Stimmzettel für den Kreistag ist wohl ein Grund dafür, warum jede Menge Bürger die Briefwahl beantragen.

Erna Zandt-Rumrich vom Bürgeramt Tirschenreuth verpackt die Briefwahlunterlagen. Insgesamt vier Stimmzettel kommen in das braune Kuvert.
von Susanne Forster Kontakt Profil

In Tirschenreuth möchten von 7200 Wahlberechtigten bislang 2440 die Briefwahl nutzen. Erna Zandt-Rumrich vom Bürgeramt rechnet damit, "dass noch mehr Anträge kommen". "Der Wahlzettel ist groß. Viele Wähler möchten die Stimmen einzeln verteilen. Das ist zeitaufwendig. Sie möchten Zuhause in Ruhe wählen." Auch das Angebot, die Briefwahl online oder mit dem Smartphone per QR-Code - ein aus Punkten zu einem Quadrat zusammengesetzter, elektronisch lesbarer Code - zu beantragen, laufe sehr gut.

"Bisher haben mehr als 2000 Bürger Briefwahl beantragt", sagt der Wahlbeauftragter in Waldsassen, Johannes Brunner (5300 Wahlberechtigte). Brunner geht davon aus, dass es bis Freitag kommende Woche noch etwa 500 Briefwähler mehr werden. Auch den Antrag per QR-Code stellten bisher "sehr viele". Brunner freut sich über die Angebote, online und über den quadratischen Code die Briefwahl beantragen zu können. "Das ist eine Erleichterung für uns, da es nicht so viel Parteiverkehr gibt." Und weiter: "Die Nutzer dieser Angebote sind sehr gemischt. Von Geburtsjahr 1932 bis 2001 ist alles dabei."

In Erbendorf gibt es bereits 1485 Wähler, die per Brief abstimmen möchten (4154 Wahlberechtigte). Das teilt Dieter Döppl vom Wahlamt mit. "Ich rechne noch mit rund 500 Briefwählern mehr." Die Online-Beantragung der Briefwahl gibt es dort nicht zum ersten Mal. Döppl sagt, es gibt einen Anstieg der Briefwahlanträge, die online gestellt werden. Und er geht für die Kommunalwahl generell von einer hohen Wahlbeteiligung aus - auch deshalb, weil über den Bürgermeister abgestimmt wird.

"Wir haben schon Briefwahlunterlagen nachbestellt", sagt Angela Schindler vom Einwohnermeldeamt Waldershof, wo es 3640 Wahlberechtigte gibt. Mehr als 1300 Bürger haben sich dort bereits für die Stimmabgabe per Brief entschieden. "Zuhause ist es nicht so sperrig, wie im Wahllokal", meint Schindler zu dem riesigen Stimmzettel für den Kreistag. Und sie rechnet noch mit rund 300 weiteren Anträgen. Das wären dann fast die Hälfte aller Wahlberechtigten in Waldershof, die dort nicht in das Wahllokal gehen möchten.

Der Leiter des Einwohnermeldeamtes,Martin Graser, zählt am Dienstag 1540 Briefwähler in Kemnath (4390 Wahlberechtigte) und 450 Briefwähler in Kastl (1150 Wahlberechtigte). "Die Stimmenvergabe ist sehr umfangreich. Und es müssen auch keine Gründe mehr angegeben werden, um die Briefwahl zu beantragen", nennt Graser Ursachen der hohen Briefwahlbeteiligung.

In Mitterteich gab es laut Roswitha Fachtan vom Einwohnermeldeamt am Dienstag schon 2600 Briefwähler. 5577 Wahlberechtigte gibt es dort. Fast die Hälfte davon möchte ihre Stimme also nicht im Wahllokal abgeben. In Leonberg haben von 832 berechtigten Wählern bisher 330 die Wahl per Brief beantragt. Und in Pechbrunn möchten von 1118 Wahlberechtigten bisher 412 von Zuhause aus ihr Kreuzchen setzen.

Um beim Auszählen am Wahlsonntag nicht in Zeitnot zu geraten, werden die Gemeinden ihre Briefwahlbezirke gleichmäßig aufteilen. So etwa in Kemnath, wo es fünf Briefwahlbezirke gibt. "Am 15. März wird die gesamte Menge der Stimmzettel, die per Brief eingegangen sind, durch fünf geteilt", sagt Martin Graser. In Tirschenreuth gibt es laut Erna Zandt-Rumrich einen Briefwahlbezirk, der am Wahltag durch neun geteilt wird, so dass jeder der Bezirke die gleiche Menge an Stimmzetteln hat.

Erna Zandt-Rumrich (links) übergibt einem Bürger einen braunen Umschlag. Darin befinden sich die Briefwahlunterlagen.

Die Kommunalwahl einfach und verständlich erklärt:

Im Blickpunkt:

Briefwahl beantragen

Anträge zur Briefwahl können noch bis zwei Tage vor der Wahl, also bis Freitag, 13. März, um 15 Uhr bei der Gemeinde, in der man wahlberechtigt ist, gestellt werden. Wer seine Wahlunterlagen online oder mit dem Smartphone über den QR-Code anfordert, sollte nicht bis Freitagnachmittag warten. In Tirschenreuth etwa können Briefwahlunterlagen online und per QR-Code bis Mittwoch, 11. März, bis ungefähr 16 Uhr beantragt werden. Anders als früher ist ein besonderer Grund, um die Briefwahl zu beantragen, nicht mehr erforderlich. Jeder Wahlberechtigte kann seine Stimme per Brief abgeben. (sfo)

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