15.04.2020 - 11:25 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreativ durch die Krise

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Die Corona-Pandemie trifft auch die Heimatunternehmer im Landkreis Tirschenreuth hart. Ihnen fallen Kunden weg, ihre Auftritte und Veranstaltungen sind abgesagt. Kreativität ist in dieser Zeit gefragter denn je.

Die Heimatunternehmer sind auch während der Coronakrise vernetzt – per Videokonferenz tauschen sie sich aus, besprechen Probleme und suchen nach kreativen Lösungen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Projektkoordinator Alfred Wolf erklärt, dass das Netzwerk seine Strukturen nutzen will, um durch diese Krise zu kommen. "Wir wollen uns gegenseitig dabei helfen, Lösungen für unsere Probleme zu finden." Mehrmals pro Woche telefoniert Wolf mit verschiedenen Heimatunternehmern, einmal die Woche gibt es einen "Stammtisch" per Videokonferenz mit einer Kerngruppe von fünf bis sechs Personen.

Aus der Region für die Region

Dabei sprechen die Heimatunternehmer aus dem Landkreis über die aktuellen Herausforderungen und suchen nach kreativen Lösungen. Sie tauschen Ideen aus und halten sich auf dem Laufenden. "Das Netzwerk macht sich jetzt Gedanken, wie man gestärkt aus der Situation herauskommen kann", sagt Wolf. Gemeinsam mit den regionalen "Machern" kämpft der Koordinator gegen die Krise an. "Wenn es uns nicht mehr gut geht, sehen wir, wie stark wir auf regionale Erzeuger angewiesen sind und wie anfällig globale Kreisläufe sein können." Die Kampagne "#support your locals" (Kauf bei deinen Leuten), die in den vergangenen Woche in den sozialen Medien die Runde machte, ist für Wolf eine Bestätigung, dass der Grundgedanke der Heimatunternehmer richtig ist: Aus der Region für die Region. Trotzdem hat die Pandemie viele Heimatunternehmer in den Bereichen Gastronomie, Landwirtschaft sowie Kunst und Kultur kalt erwischt. Sie müssen kreativ werden, um das wegfallende Einkommen zu kompensieren.

Urprodukte und Lama-Mist

So etwa Matthias Frank von der Straußenfarm am Mitterhof bei Waldsassen. Von heute auf morgen sind kein Hofcafé, keine Straußendinner, keine Besuchergruppen mehr erlaubt. Frank bietet seine Produkte, darunter auch Fleischwaren, Kuchen und Torten, zum Mitnehmen an. Zudem will er seinen kleinen Hofladen weiter ausbauen und Platz schaffen für regionale Produkte von Erzeugern aus der Umgebung - von Bio-Kartoffeln bis zur Marmelade. "Gerade jetzt ist die Zeit, eine solche Idee voranzutreiben", findet Alfred Wolf.

Auch die pädagogischen Angebote von Jutta Fischer auf ihrem Lama-Hof "Lucianos Welt" in Terschnitz (Gemeinde Leonberg) müssen aufgrund der Coronakrise ausfallen. Den Lama-Hof mit den fünf Lamas Luciano, Siggi, Vailoso, Zembasi und Richard betreibt die 57-Jährige seit September 2017. Sie versucht nun, Lama-Dung zu vermarkten. Der Lama-Mist ist als biologischer und geruchsloser Dünger für Garten-, Balkon- oder Wohnzimmerpflanzen geeignet.

Artikel über Jutta Fischers Lamahof:

Terschnitz bei Leonberg

Die Stiftlandgriller haben viel vor:

Tirschenreuth

Ungewöhnliche Wege gehen laut Wolf auch zwei Mitglieder der Stiftlandgriller. Vorsitzender Markus Brunner und Kassier Karsten Heßing wechseln vom Grill in die Küche des BRK-Seniorenzentrums Haus Mühlbühl in Tirschenreuth. "Das Personal ist seit Tagen im Dauereinsatz und am Ende seiner Kräfte", schreiben die Grillpofis in einer Mail an Alfred Wolf. Brunner und Heßing unterstützen das Küchenteam und wollen so ein Zeichen setzen, dass man aktiv zur Bewältigung der Situation beitragen könne.

Auch im Hintergrund sind Heimatunternehmer aktiv: Zauberer Marco Knott aus Bärnau etwa nutzt die Zwangspause, um den Umbau des Bärnauer Kinos zum "Magischen Schlosstheater" (wir berichteten) voranzutreiben. Die Agentur "Bewegter Blick" von Marco Härtl in Wernersreuth kümmert sich darum, dass der "Machergeist" der Heimatunternehmer noch stärker kommuniziert wird. Er und sein Team stellen ihre Geschichte vor, sowie auch die Menschen, die dahinterstecken.

Währenddessen schreiten die Planungen für eine Heimatunternehmer-Tour im Herbst voran. Ähnlich wie beim "Tag der offenen Gartentür" wollen sich die Unternehmer mit ihrem Angebot aus Landwirtschaft, Gastronomie, Kunst und Kultur präsentieren, erklärt Alfred Wolf. "Wir Heimatunternehmer machen das Beste aus der Situation und im Endeffekt profitiert die ganze Region", resümiert der Koordinator. "Ich bin guter Dinge."

Mehr über die Baumaßnahmen am "Magischen Schlosstheater" in Bärnau:

Bärnau

Die Heimatunternehmer sind Macher:

Mehr über die Heimatunternehmer im Landkreis:

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