17.12.2019 - 14:31 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kunst kommt von Können

Aber jeder darf Kunst ausprobieren: Die freischaffende Künstlerin und Lehrerin Petra Schicker gibt Anfängern gute Ratschläge, wie das erste Öl- oder Acrylgemälde gelingt.

von Ulla Britta BaumerProfil

Nicht jeder wagt sich an Kunst. Viele verkennen ihr Talent oder sind der Meinung, das wäre nichts für sie. Dabei ist Malen eine wertvolle Freizeitbeschäftigung, die Freude am Schaffen entfacht, Selbstbewusstsein weckt und wunderbar beruhigen kann. Wer sich beim Malen in ein Motiv vertieft, der vergisst Raum und Zeit.

Petra Schicker, seit über 20 Jahren freischaffende Künstlerin, hat Kunstgeschichte und Lehramt studiert. Außerdem ist sie die Vorsitzende des Kunstvereins Tirschenreuth e.V., wo übrigens die wenigsten Mitglieder Kunst professionell machen. Der Großteil geht einem "normalen" Beruf nach und malt in der Freizeit. Als Lehrerin und Kunstgeschichtlerin hat Petra Schicker das bestmögliche pädagogische Rüstzeug, um Anfänger vom Spaß am Malen zu überzeugen.

Ihr erster Ratschlag gehört der Motivsuche. Sie habe immer Block und Stift in der Tasche, sagt sie. Wie schnell steche etwas Interessantes ins Auge. Aber dann vergisst man es wieder. "Die Motive finde ich im Alltagsgeschehen, aus Zeitschriften, beim Vorbeilaufen draußen oder aus Literatur", erklärt sie. Dank Handykamera sei es auch möglich, sich unkompliziert ein Motiv per Foto zu sichern.

Dann geht's an die Materialbeschaffung. "Das muss nicht sündhaft teuer sein", betont Schicker. Wichtig sei es, auf Qualität zu achten und eine mittlere Preis-Sequenz zu wählen. "Billige Pinsel verlieren schnell die Haare", nennt Schicker ein Beispiel, das wenig Freude macht. Die Pinselhaare kleben dann im Gemälde und müssen umständlich entfernt werden. Die Künstlerin bestellt ihr Material über den Fachhandel. Gute Leinwände gebe es beim normalen Discounter.

Zum Malen verwendet die Großkonreutherin am liebsten Ölfarben. Für einen Anfänger, meint sie, sei die Aquarellmalerei am schwierigsten. Sie rät zu Acryl. "Das trocknet rasch und man kann zügig weitermachen." Während Öl lange Wartezeiten zwischen den Farbwechseln erfordert. Ihr neues Porträt hat Petra Schicker mit einem roten Untergrund bemalt. "Das wird später weiterbearbeitet", erklärt sie. Dann malte sie mit schwarzen Konturen das Porträt eines Mannes auf die Leinwand. Mit Hut, versteht sich. Hüte seien ihr Lieblingsmotiv, erklärt die Künstlerin lachend.

"Ich beginne vom Auge aus, also in der Mitte." Das sei eine bewährte Technik. Den Neulingen in der Malkunst rät sie, sich zuerst mit den Farben zu beschäftigen und zu testen, um den Umgang damit kennenzulernen. Das Spiel mit den Farben könne auch studiert werden, erklärt Petra Schicker. Sie spricht den wissenschaftlichen "Farbkreis" an, der einer Gesetzmäßigkeit untergeordnet ist und hilft, eine für das Auge gefällige Farbkombination zu wählen.

Auch dürften die Schattierungen nicht außer Acht gelassen werden, um einem Motiv Tiefe zu geben. "Ich schaue, wo Licht auf meinem Motiv einfällt und werde diese Stellen heller malen." Geht etwas schief, sei das nicht weiter schlimm. Bei Acryl oder Öl könne man, ist die Farbe getrocknet, jederzeit mit anderen Farbpaletten darüber malen oder Fehler ausbessern.

Geht alles gut und ist das Kunstwerk dem Erschaffer gefällig, fehlt nur noch ein geeigneter Rahmen. Was allerdings wieder teuer werden kann. "Leinwände muss man nicht extra rahmen", gibt Petra Schicker einen letzten Tipp, wie sich das erste selbst gemalte Bild auch rahmenlos schick an der Wohnzimmerwand präsentiert.

Vita Petra Schicker:

Hüte und Regenschirme

Petra Schicker ist im Schongau aufgewachsen. Nach dem Abitur hat sie Pädagogik und Kunstgeschichte in München und Regensburg studiert. In der Bezirkshauptstadt absolvierte sie Malkurse bei Professor Weikert. Seit 1998 ist Petra Schicker freischaffende Künstlerin. Ihre Lieblingsmotive sind Hüte, mitunter auch Regenschirme. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Tirschenreuth, Mitterteich, Weiden, Furth im Wald, Schwandorf, Buchholz, Frankreich und andere gezeigt. Interessierte, die bereits mit Pinsel und Farben gut umgehen können, können sich gern dem Kunstverein anschließen. Informationen gibt es auf Facebook. (ubb)

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