17.05.2019 - 18:24 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Leukämie: Hoffnung für Hugo

Hugo Walbrunn kämpft weiterhin tapfer gegen den Blutkrebs. Mittlerweile ist für den sechsjährigen Buben aus Tirschenreuth ein Stammzellspender gefunden. Aber es gibt auch noch einen anderen Weg, um die Krankheit zu behandeln.

Das Foto zeigt Hugo Walbrunn Anfang des Jahres 2019 vor den großen Behandlungen.
von Martin Maier Kontakt Profil

Im Dezember 2018 hatte die Familie Walbrunn die erschütternde Diagnose erhalten: Sohn Hugo hat Leukämie. Das Schicksal des kleinen Jungen bewegt noch immer die Bürger in der Region. Verwandte, Freunde und Vereine hatten eine große Typisierungsaktion mit auf die Beine gestellt. Immer wieder gibt es Spenden für die Familie. "Die Hilfsbereitschaft ist weiterhin riesig. Damit haben wir nicht gerechnet", sagt Vater Berthold Wallbrunn.

Seit Dezember ist die vierköpfige Familie ständig unterwegs. "Wir sind momentan mehr in der Kinderklinik in Regensburg als daheim." Mittlerweile hat Hugo schon über 50 Chemo-Behandlungen hinter sich. Vor jeder frage der Sechsjährige, was passieren und ob es schlimm werde. "Da kann man ihn natürlich nicht alles sagen. Denn man müsste ihm Sachen erzählen, vor denen man selber Angst hat", bekennt der Papa.

Momentan sei aber alles okay. Der Kleine verkrafte die Behandlungen relativ gut. "Wir müssen zu ihm aber oft 'Nein' sagen." Auch wenn Hugo gerne öfter länger im Freien spielen, zum Volksfest gehen oder auf Kindergeburtstage schauen würde. "Das geht leider zur Zeit alles nicht, da wir im sogenannten Hochrisiko-Block sind. In dieser Zeit ist er extrem anfällig", erklärt Berthold Walbrunn. Dies bedeute, dass sein Sohn sieben Tage stationär im Krankenhaus ist und täglich Chemotherapien bekommt. Es folgen zwei "normale Wochen", in denen der Bub nach Hause darf, wobei er auch während dieser Zeit alle drei, vier Tage nach Regensburg muss. Dieses Prozedere wiederholt sich noch zweimal.

Hochrisiko-Block

Nach insgesamt neun Wochen ist der Hochrisiko-Block beendet. "Das ist schon sehr intensiv und heftig", so der Vater. Diese Behandlungsmethode sei notwendig, da die Ärzte im Januar bei dem Sechsjährigen auch noch einen Chromosomenfehler festgestellt haben.

Es gibt aber auch positive Nachrichten: Mittlerweile ist ein Stammzellspender gefunden. "Das hat uns die Ärztin vor zwei Wochen gesagt. Da ist uns natürlich ein großer Stein vom Herzen gefallen. Damit haben wir eine Option mehr", freut sich Berthold Walbrunn. Denn neben einer Stammzelltransplantation steht noch eine weitere Alternative im Raum: die Einstellung mit Medikamenten. Diese müsste Hugo dann sein ganzes Leben lang nehmen.

"Extrem brutaler Weg"

"Die Ärzte werden nach dem Hochrisiko-Block entscheiden, was der beste Weg ist", verlässt sich der Vater auf die Erfahrung der Mediziner. Diesen vertraue seine Familie vollkommen. Daher lese er auch nicht alle Sachen im Internet nach. "Das ist ein so komplexes Thema. Da würden wir uns sonst verrückt machen. Die Ärzte wissen, was sie tun", bekräftigt der Vater. Eine Stammzelltransplantation, die möglicherweise in rund vier Monaten möglich wäre, sei ein "extrem brutaler Weg". Dies würden Berthold und Sabrina Walbrunn in der Kinderklinik in Regensburg immer wieder bei anderen Mädchen und Buben sehen. "Da weiß man wirklich nicht was besser ist: Transplantation oder Medikamente." Zudem müsse man bedenken, dass kein Fall gleich sei.

Für die Eltern sind die Fahrten und Aufenthalte in Regensburg auch eine große logistische und finanzielle Herausforderung. "Es muss immer einer bei ihm sein." Zudem wollen die beiden natürlich auch ihre Tochter Eva nicht vernachlässigen. Daher sind sie sehr dankbar, dass sie sehr verständnisvolle Arbeitgeber haben. "Da können wir uns zum Glück alles gut einteilen."

Wenn Hugo daheim ist, werde es ihm nicht langweilig. Kleine Runden mit dem Rad, Schaukeln und ein wenig Fußball spielen seien möglich. "Man muss schon immer aufschauen. Aber er soll weiterhin Kind bleiben. Er macht das wirklich gut", sagt der Papa. Zum sechsten Geburtstag gab es für den Buben Ende April eine Überraschung: das Wohnzimmer der Walbrunns verwandelte sich in eine Dino-Höhle. "Das hat Hugo wirklich mega gefreut. Wir haben ihm einen besonderen Tag bereitet."

Erster Bericht über den kleinen Hugo

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Typisierungsaktion für den kleinen Hugo

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Alle wollen Hugo helfen

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Hintergrund:

"Stolz, solche Freunde zu haben"

Soweit es bisher möglich war, haben die Walbrunns an ihre Helfer und Unterstützer Dankeskarten verteilt. Dafür haben sie einen Spruch ausgewählt, der ihre Gefühlslage voll treffe: „Da Helfen ohne Wenn und Aber heute nicht mehr selbstverständlich ist, sind wir stolz, solche Freunde zu haben.“

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