22.12.2020 - 11:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Krippengruppen im Evangelischen Kindergarten in Tirschenreuth

Im evangelischen Kindergarten sollen zwei neue Gruppen für die Krippenkinder dazukommen. Und auch von der „Spitalstiftung Tirschenreuth“ gibt es gute Nachrichten

Der evangelische Kindergarten ist der einzige in Tirschenreuth ohne Kinderkrippe. Das soll sich mit einem Anbau ändern. Der Stadtrat hat den Bedarf für die Gruppen anerkannt.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Zum Jahresanfang hatte der Stadtrat die Satzung der Spitalstiftung neu erlassen und dabei auch festgelegt, dass „jährlich mit einem Teilbetrag aus dem vorhandenen Anlagen und Vermögen der Stiftungszweck erfüllt wird“. Nachdem bislang noch keine Ausschüttung erfolgt sei, legte Bürgermeister Franz Stahl bei der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag einen ersten Vorschlag vor. Stahl stellte dabei heraus, dass 2020 coronabedingt insbesondere für alte und hilfsbedürftige Menschen ein sehr belastendes und schwieriges Jahr sei. Die beiden Seniorenheime sollten deshalb jeweils 5000 Euro erhalten, nachdem sie zur Verbesserung der Lebensumstände für die älteren Menschen beitragen würden. Aber auch „Leben plus“ würde dieser Aufgabe mit verschiedenen Unterstützungsleistungen nachkommen. Zudem könnten gerade die Stadtteilspaziergänge die Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben ermöglichen. Aktuell beläuft sich das Vermögen der Spitalstiftung auf rund 71.000 Euro.

„Der Zweck wird damit hervorragend erfüllt“, bescheinigte CSU-Fraktionsvorsitzender Huberth Rosner. Dem wollten sich auch Manfred Zandt (Freie Wähler) sowie Konrad Schedl (Grüne) anschließen. Allerdings gab Zandt zu bedenken, dass in Jahr lediglich 2000 bis 3000 Euro erwirtschaftet würden. Wenn also alle Jahre eine derartige Summe ausgegeben würde, wäre das Vermögen schnell aufgebraucht. Über die Höhe des Betrags würde von Jahr zu Jahr entschieden, erläuterte Bürgermeister Stahl dazu.

Eine hohe Nachfrage herrsche derzeit an Krippenplätzen in der Kreisstadt, berichtete Stahl bei der Stadtratssitzung weiter. Deshalb plane das Evangelisch-Lutherische Pfarramt die Generalsanierung und Erweiterung des Kindergartens. Nach 25 Jahren brauche es dringend eine Generalsanierung, hat Pfarrerin Dr.Stefanie Schön in einem Schreiben an die Stadt mitgeteilt. Besonders die Raumsituation entspreche nicht mehr dem Standard der heutigen Zeit. Deshalb sollten bei dem Kindergarten zwei Krippengruppen angegliedert werden. Das würde auch die künftige Wettbewerbsfähigkeit stärken. Zudem würde die Pfarrerin gerne die Hausaufgabenbetreuung fortführen. Für die Erweiterung der Einrichtung bittet die Pfarrerin deshalb um die Bedarfsanerkennung von 24 Krippenplätzen in zwei Gruppen sowie 20 bis 25 Plätze für die Schulkindbetreuung.

Die Weihnachtsansprachen bei der Stadtratssitzung

Tirschenreuth

In einer Stellungnahme zur Sitzung hat die Stadtverwaltung die Geburtenzahlen der vergangenen Jahre aufgezeigt. Hier würde sich die „Trendlinie“ zwischen 70 und 80 Geburten im Jahr bewegen, „Tendenz steigend“. Aktuell finden sich im Stadtgebiet in drei Kindergärten von Stadt, BRK und der Katholischen Kirche fünf Gruppen mit insgesamt 72 Krippenplätzen. Alle Gruppen seien voll belegt. Bei der Schulkindbetreuung, so die umfangreiche Ausarbeitung der Verwaltung, würden derzeit insgesamt bis zu 75 Plätze angeboten. Ab 2025 gebe es aber einen Anspruch der Eltern auf einen Ganztagsbetreuungsplatz in der Grundschule.

Bürgermeister Franz Stahl freute sich über das Anliegen, beweise dies auch die hohe Lebensqualität in der Stadt. Huberth Rosner unterstützt ebenfalls die Bedarfsanerkennung, zumal es sich dabei um eine vorausschauende Planung handle. „Wir dürfen glücklich sein, dass in der Stadt Kindergärten gebaut werden“, befürwortete auch Manfred Zandt das Anliegen. Gut sei auch, dass hier freie Träger diese Aufgabe übernehmen würden. Stahl vermerkte dazu, dass die Stadt rund 80 Prozent der Investitionskosten übernehmen müsste. Auf eine Frage zur Ganztagsbetreuung teilte Stahl mit, dass hier auch Erweiterungsmöglichkeiten an der Grundschule vorhanden seien. So könnte etwa das frei gewordene Feuerwehrgelände genutzt werden.

Im einstimmigen Beschluss befürwortete der Stadtrat die Erweiterung des evangelischen Kindergartens um zwei Krippengruppen und Räume für die Schulkindbetreuung. Der Bedarf für 24 Krippenplätze und 20 bis 25 Schulkindbetreuungsplätze wurde anerkannt.

„Wir dürfen glücklich sein, dass in der Stadt Kindergärten gebaut werden“.

Manfred Zandt (Freie Wähler)

Service:

Zuschüsse und Tempolimit

Anfragen und Informationen bei der Sitzung des Tirschenreuther Stadtrats.

  • Stadtpfarrer dankt für Arbeit für die Menschen. Bei der letzten Stadtratssitzung im alten Jahr wollte eigentlich auch Stadtpfarrer Georg Flierl im Kettelerhaus vorbeischauen. Doch der gefüllte Terminkalender des Stadtpfarrers hat den „geistlichen Beistand“ am Donnerstag verhindert. „Er lässt uns Grüße ausrichten“, teilte Bürgermeister Franz Stahl mit. Der Stadtpfarrer würde dem Gremium zudem für die Arbeit für die Menschen in den vergangenen Monaten danken. „Die Bürger würden sich in der Stadt wohlfühlen“, bescheinigte Flierl.
  • Zuschüsse für Turner und Reitverein. Bei der Sitzung am Donnerstag konnte der Stadtrat Zuschussanträge der ATSV-Sparten befürworten. So wurden die Aufwendungen des Reitvereins mit 1027 Euro unterstützt. Die Sparte Turnen erhält 533 Euro. Die Stadt erfüllt damit die Zusage an die Vereine, sich mit 7,5 Prozent an den Kosten zu beteiligen.
  • Staat springt bei der Gewerbesteuer ein. Corona wird in diesem Jahr auch bei den Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Spuren hinterlassen. Um gut 4,1 Millionen Euro gehen diese Einnahmen zurück. Doch fehlt das Geld nicht wirklich in der Kasse der Stadt. Bei der Stadtratssitzung am Donnerstag informierte Bürgermeister Franz Stahl, dass der Freistaat hier Wort halten würden und bei den Ausfällen der Gemeinde einspringt. Abzüglich der Gewerbesteuerumlage könne die Stadt eine Erstattung in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro erwarten. „Wir brauchen das Geld“, verwies Stahl auf die zahlreichen Investitionen. Die Stadt würde damit auch bedeutender Auftraggeber sein.
  • Tempolimit auf der Umgehung. Beim Punkt Anfragen brachte Huberth Rosner (CSU) den Zustand der Lärmschutzwand an der Umgehung vor. Die Wand würde nicht mehr ihren Zweck erfüllen, kritisierte Rosner den Zustand. Abhilfe könnte auch eine Tempobeschränkung auf 80 Stundenkilometer bringen, regte er an. Das Straßenbauamt sei von dieser Idee nicht so erfreut, wusste Bürgermeister Franz Stahl. Allerdings will er die Anregung noch einmal vorbringen.
  • Hilfe rund um die Impfungen. „Am 27. Dezember sollen auch im Landkreis die Corona-Impfungen“, gab Bürgermeister Franz Stahl eine Information weiter. Peter Gold (CSU) bat an der Stelle um Unterstützung gerade für ältere Mitbürger bei der Wahrnehmung des Impfangebotes. „Viele wissen nicht, wie sie zum Impfzentrum kommen sollen“, verweis Gold auf Unsicherheiten. Vielleicht könnte „Leben plus“ hier bei Anmeldungen oder Fragen mitwirken, bat Gold. „Wir sind verpflichtet, die Einwohner zu unterstützen“, stellte sich auch Franz Stahl hinter den Vorschlag. Dabei will der Bürgermeister noch abklären, wie genau das geschehen soll. Vielleicht könnte auch der Vereinsbus eingesetzt werden.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.