23.11.2021 - 13:45 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schluss mit Party: Discos im Landkreis Tirschenreuth müssen wieder schließen

Schon wieder ausgefeiert: Nach nur zwei Monaten müssen die Discothek No4 in Tirschenreuth und der WS-Club in Kulmain wegen verschärfter Corona-Regeln wieder schließen. Das stößt den Betreibern bitter auf.

Die Türen des No4 in Tirschenreuth müssen wegen verschärfter Corona-Regeln für mindestens drei Wochen wieder geschlossen bleiben.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Ausgetanzt: Wegen der extrem ansteigenden Infektionszahlen hat Bayern die Corona-Regeln deutlich verschärft. Eine Folge der neuen Maßnahmen: Clubs, Discos und Kneipen müssen schließen. Das stößt den Inhabern bitter auf.

Alexander Holländer, der das No4 in Tirschenreuth betreibt, ist die Enttäuschung am Telefon anzuhören. Eigentlich hatte es doch geheißen, dass die Clubs und Discos nicht mehr zusperren müssen. "Jetzt ist es trotzdem soweit", sagt er. Natürlich hätte es sich abgezeichnet, dass bei den hohen Infektionszahlen wieder irgendwas passiert. Aber gleich zusperren für mindestens drei Wochen?

Corona-Update für Bayern: Diese Regeln gelten

Nach 18 Monaten Stillstand wurde im No4 am 1. Oktober die große Wiedereröffnung gefeiert. Acht Wochen hatte die Disco geöffnet, sechs Wochen davon mit 3G-plus-Regel, ab Mitte November mit 2G und dann die letzten beiden Partys am vergangenen Wochenende vor dem „Quasi-Lockdown“ mit 2G-plus (geimpft oder genesen plus negativer Corona-Schnelltest).

"Klar, jeder Schritt schärfer hat Gäste gekostet", erklärt Holländer. Aber alle Gäste haben sich an die Regeln gehalten: "Die Leute waren froh, überhaupt wieder weggehen zu können." Holländer war mit den Besucherzahlen und dem Umsatz sehr zufrieden. Bei den letzten Partys hätten die Türsteher vor dem Eingang die 2 G-Nachweise geprüft. Wer vorher keinen Antigen-Schnelltest gemacht hatte, konnte selbst einen mitbringen oder vor dem No4 einen kaufen und unter Aufsicht durchführen. Laut Holländer hätte das gut geklappt.

Mit Besucherzahlen sehr zufrieden

In den zwei Monaten Öffnung hatte der Betreiber über 10 000 Gäste da. Ihm ist laut eigenen Angaben nur ein Fall bekannt, bei dem ein Schnelltest eines Partygängers positiv war. Den hätten die Türsteher draußen gleich wieder nach Hause geschickt. Ansonsten habe es in der Disco keine Corona-Fälle gegeben. Holländer findet es extrem schade, dass dem 2G-plus-Konzept keine Chance gegeben werde und die Clubs unter diesen Sicherheitsmaßnahmen nicht weiter öffnen dürfen.

Edeltraud Weyh-Preßler, Inhaberin des WS-Club in Kulmain, entschied sich bereits vor der Ankündigung Söders, die Maßnahmen zu verschärfen und den Club nicht mehr aufzusperren. Grund war die in die Höhe schießenden Corona-Zahlen. "In der aktuellen Situation und unter den bayernweiten Auflagen für Clubs und Discotheken können und wollen wir vorerst nicht öffnen", schrieb das WS-Team auf seiner Facebook-Seite. Eine Öffnung unter 2G-plus-Regeln hätte für Weyh-Preßler keinen Sinn gemacht. "Das hätte sich nicht umsetzten lassen, ich habe alle Szenarien durchgedacht", sagt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

„Fast nichts mehr los“

Dabei lief es nach Wiederöffnung im WS-Club super. "Es war mega. Ein richtiges Stück Normalität, die Leute wieder auf der Tanzfläche tanzen zu sehen", ist die Inhaberin zufrieden. Doch mulmig wurde ihr Mitte November beim letzten Party-Samstag, die Stimmung sei umgeschlagen: "Es war fast nichts los im Club." Weyh-Preßler und ihr Team entschieden sich wieder, für unbestimmte Zeit zu schließen. "Es ist vernünftig, aber uns sehr, sehr schwer gefallen."

Dass sie den Club im Winter noch einmal aufsperren kann, denkt sie nicht. Wenn es ganz übel komme, gehe das erst wieder im Frühjahr. "Wir hängen wieder voll in der Luft", seufzt Weyh-Preßler. Außerdem sei noch nicht klar, ob es weiter Überbrückungshilfen gebe. "Ich frage mich wirklich, wie ich das Schiff über Wasser halten soll", blickt sie mit Sorgen in die Zukunft.

Wie es den Discobetreibern während der 18 Monate Stillstand erging

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Nach 18 Monaten Stillstand in der Corona-Zwangspause sperrte das WS in Kulmain Anfang Oktober 2021 wieder auf. Nach sieben Wochen ist schon wieder Schluss.

„Ich frage mich wirklich, wie ich das Schiff über Wasser halten soll.“

Edeltraud Weyh-Preßler, Inhaberin des WS-Club Kulmain

 

 

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